Trike-Globetrotter

In 988 Tagen die Welt entdecken – die etwas andere Weltumrundung in einem fliegenden Motorrad… Der Trike-Globetrotter Andreas Zmuda berichtet auf traveldiary.de regelmäßig in Wort und Bild!

Endlich… wir haben die gewaltigen, schneebedeckten Anden erfolgreich überquert!

14.04.2014

Titel

 

11.April 2014, 16.12 Uhr – Anruf beim meteorologischen Institut, Abteilung Flugwetter, Puerto Montt / Chile.

“Hallo Andreas, Morgen früh wird noch starker Nebel in Puerto Montt sein aber am Nachmittag sehe ich vom Wind und der Bewölkung ein kleines Wetterloch für Dich über den Anden”

“Okay dann komme ich so gegen 11 Uhr zum Flughafen? Reicht das oder soll ich früher kommen”

“Ja 11 Uhr, vorher hat das keinen Sinn. Tschüss”

12.April 2014, 07.28 Uhr – Ich werde auch ohne Wecker wach, sehe aus dem Fenster und … kein Nebel, dafür Sterne und einen Vollmond. Ich springe mit 200 Blutdruck aus dem Bett und rufe das meteorologischen Institut an:

“Morjen wie ist das Wetter bei Euch?”

“Freier Himmel, kein Wind. Berge frei, keine Wolken auch in Argentinien. Nur in den Bergen etwas Wind. Komm so schnell Du kannst”

Ich könnte die Dame von gestern würgen. Leider war Schichtwechsel und daraus wird wohl nichts werden. Umgehend rufe ich bei der Flugaufsichtsbehörde in Chile an, die jetzt schnell die Beamten vom Zoll und der Ausreisebehörde aus dem Bett klingeln müssen, damit die wegen uns schnell zum Flughafen kommen. Auch verschicke ich noch schnell ein eMail nach Bariloche / Argentinien und bestelle auch hier extra nur für uns die Beamten vom Zoll und der Ausreisebehörde zum Flughafen.

Dicht am aktiven Osorno Vulkan vorbei.

Dicht am aktiven Osorno Vulkan vorbei.

54 Minuten später fährt das Taxi am El Tepual International Flughafen vor. Meine Freunde vom meteorologischen Institut zeigen mir die Grafiken der Hervorsagen an ihren Bildschirmen. Zur Zeit sind es auf 1.400 Meter Höhe 0°C und erst am Nachmittag steigt das auf 2.000 Meter. Auch der Wind wird am Nachmittag nachlassen. Zur Zeit ist es noch recht windig in den Bergen. Wolkenfrei soll es den ganzen Tag sein.

Nun wartet ein ganz neues Problem auf uns… unser Segel ist vereist und muss erst auftauen! Okay wir müssen eh erst die ganze bürokratischen Hürde hier nehmen. Zoll, Ausreisestempel im Paß, Flugplan… um 9.42 Uhr sind wir fertig zur Ausreise. Unser Trike ist inzwischen auch bepackt und jede Schraube von mir überprüft. Auch das Segel ist vom Eis befreit und halbwegs trocken.

Wieder zu meinen Freunden vom meteorologischen Institut. Lage ist immer noch die gleiche. Ich beschließe mit dem Flugzeug zum anderen Ende des Flughafens zu fahren um den Tank gänzlich voll zu machen. Es fehlen nur 4,5 Liter aber Flugzeugbenzin (AvGas) hat 99,6 Oktan und ich habe zwei Monate altes 95 Oktan Autobenzin im Tank. Die Oktanzahl baut sich ab, wenn Benzin lange im Tank ist. Wenn die Oktanzahl unter 92 geht, könnte der Motor kleine Aussetzer haben. Da würde ich einen Herzinfarkt bekommen wenn uns das über diesen riesigen Bergen ohne Notlandeplatz passiert. Der Motor springt sofort an – was für ein tolles Gefühl. Der Tower genehmigt meinen Ausflug vorbei an den riesigen Airbussen der LAN zur “Tankstelle”. Der Tankwart grinst als ich ihm sage das ich 4,5 Liter haben möchte. Er betankt die anderen Flieger ansonsten nur ab 1000 Liter.

10.36 Uhr. Wolken ziehen auf. Die Anden kann ich nun schon gar nicht mehr sehen. Wieder zu meinen Freunden vom meteorologischen Institut. Die wundern sich – raten mir aber noch weiter zu warten. Doreen und ich schauen uns an. Nein wir wollen nicht mehr warten. Das ist unser Tag und wenn noch mehr Wolken aufziehen, dann kommen wir heute hier nicht mehr weg.

10.48 Uhr – Einsteigen, Küsschen und hoch geht es! Die Wolken sind schon recht dicht und ich schraube mich zwischen gewaltigen Cumulus Wolken hoch. Ganz dicht an den Wolken dran. Der Flug fängt schon gigantisch an!

Eine halbe Stunde später erreichen wir auf 2.100 Meter Flughöhe den aktiven Osorno Vulkan. Was für eine Aussicht! Es hatte die letzten zwei Nächte geschneit und der Schnee des 2.800 Meter hohen Berges lag bis auf 1.200 Meter runter. Aber nun ging der Wind der über die Anden strömt los und wir wurden von einige Böen erfasst. Mein Blick geht nach unten. Noch sehe ich kleine Felder wo ich meinen Flieger sicher runter nageln kann. Aber nee – hier müssen wir heute einfach durch!

Der Nahuel Huapi See - am anderen Ende muss Bariloche sein!

Der Nahuel Huapi See – am anderen Ende muss Bariloche sein!

Der Blick ist einmalig und mir ist nicht kalt, da mein Blutdruck das Blut im Körper schnell rasen lässt. Einige riesige türkisfarbene Bergseen sind nun unter uns. Herrlich. Am Ufer geht es schnell steil nach oben und ab nun hilft nur auf dem Motor hoffen. Denn notlanden kann ich mein Ding nun nirgendwo hier die nächste Stunde. Immer mehr schneebedeckte Berge sind zu sehen. Wo soll denn da Bariloche sein?

Die Anflugkontrolle in Chile übergibt mich zum Tower nach Bariloche. Eine freundliche Dame heißt uns willkommen. Na wären wir mal schon sicher unten. Denn eine zweite Welle von minutenlangen starken Böen erfordert alle meine Kraft uns oben zu halten. Wird das gut gehen? Ich sage Doreen das wir nun über Argentinien sind und mein Hof-Fotograf schreit “Yuhuuuuuuu” so laut sie kann. Auch Doreen ist heilfroh das wir doch noch vor dem Winter Patagonien über diese verflixten Berge kommen!

“Hey Junge, nun musst du nur die Kiste noch sicher eine Stunde hoch halten”, denke ich mir!

Watermarked Photo2Endlich lassen die Winde nach und ich sehe einen langgestreckten Bergsee. Das ist auch der Grund warum ich heute Schwimmwesten anlegen hab lassen. Der führt uns sicher nach Bariloche! Das hatte ich mir genau auf den Flugkarten aber auch auf Google Earth angesehen. Und tatsächlich! In 60 Kilometer Entfernung hört der See auf und eine kleine Stadt ist südlich des Sees zu sehen – Bariloche! Dahinter muss der Flughafen sein. Und ja – da ist er. Noch 42 Minuten und mir laufen Tränen über die Wangen. Ich schiebe mein Mikro weg vom Mund. Doreen muss das ja nicht hören. Das war solch ein Druck die letzten Wochen. Solch einen Druck genau den Tag und die Stunde, ja die Minute zu wählen, um uns sicher über diese gewaltigen Berge zu bringen. Und nun haben wir es gleich geschafft.

Um 13.09 Uhr und 51 Sekunden landen wir auf dem San Carlos de Bariloche Flughafen in Argentinien – weich, butterweich! Wieder Mikro weg vom Mund. Nun muss ich schreinen. Schreien vor Glück. Wir haben es geschafft!

Zoll und Paß in den Stempel geht schnell und völlig unbürokratisch. Auch die Flugaufsichtsbehörde Argentiniens hat gute Nachrichten für uns: Keine Gebühren für uns in Argentinien und die tauschen gleich zur Schwarzmarktrate unsere USD um! Super! Meine Finanzministerin ist  zufrieden und… ja aber ich noch nicht. Ich will gleich wieder hoch! Gleich noch eine Etappe weiter! Treibstoff reicht noch für einen Flug nach San Martin de los Andes, ein kleines Bergdorf entlang der Anden. Der freundliche Metereologe, der gerade sein kleines Kind auf einigen Stühle zum schlafen gelegt hat, sagt uns das es windstill ist auf der Strecke – super!

Wieder geht es hoch. Aber was ist das? 20 km/h Wind! Normalerweise gehe ich da nicht mehr hoch. Aber ich will es probieren und tatsächlich wird es oben ruhiger. Naja wenigstens die ersten 23 Minuten. Dann erfassen uns extrem starke Windböen. Unter uns nur Wüste, riesige Steine. Normalerweise fliegen wir mit 100 km/h…. nun 189 km/h! Mit einem solchen Wind bringe ich meinen Flieger nie zum landen! Ich verfluche den Meteorologen und stelle die Frequenz des Zielflughafens ein. Nichts – keine Antwort! 12 Minuten fluchen- laut, sehr laut! Dann endlich meldet sich der Tower. Es spricht kein Englisch. Okay dann in Spanisch. Ich brauche gute Nachrichten von dir gebe ich ihm zu verstehen. “Absolute Windstille hier”, kommt es aus dem Funk vom Tower! Puhhhhh…

Sicher landen wir und nun habe auch ich heute genug vom Fliegen! Ein Geschäftsmann lässt unser Trike in seinen Hangar. Was für freundliche Leute hier! Das hat der kleine Flieger auch verdient! Uns bringt es noch die 28 Kilometer in die Stadt und gleich in ein kleines Hotel. Gut so, denn wir beide sind geschafft. Duschen, neue Kleidung an und ab zum Abendessen. Wir belohnen uns mit einem Dreigängemenü in einem netten, gemütlichen Restaurant mit offenem Kamin und … unserer ersten Flasche argentinischen Rotwein.

Es sollte nicht die letzte sein….


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Auf Nebel-Warteschleife in Patagonien…

06.04.2014

Der Nebel wird sich bestimmt bald auflösen...

Der Nebel wird sich bestimmt bald auflösen…

Fünf Wochen sind wir nun schon in Puerto Montt, im Süden von Chile, im grünen Patagonien. So schön es auch hier ist – es ist Zeit weiter zu fliegen.

Das wir hier nach über zwei Monaten in Belize und einem Monat in Panama City die nächste, witterungsbedingte Megawartezeit haben würden, hätte ich nie gedacht. Denn die Flugroute von Puerto Montt nach Bariloche in Argentinen beträgt nur 160 Kilometer oder rund 100 Flugminuten. Aber die haben es klimatisch gesehen in sich, da das atlantische Wettersystem Argentiniens mit dem pazifischen Wettersystem Chiles genau über den Anden zusammen treffen.

So benötigen wir für unseren Flug gutes Flugwetter in Chile, über den Anden und auch in Argentinien selbst. Meist ist es in Argentinien schön, nur in Puerto Montt Nebel oder in den Anden zu windig.

Vorgestern war dann wieder so ein Tag, wo alles zu passen schien! Am Vortag bereiteten wir alles vor. Alle Navigationssysteme wurden überprüft, Batterien geladen, die insgesamt 9 Kameras gecheckt, geladen und gesäubert. Dazu die Flugkleidung hingelegt, Brillen geputzt. Alles muß 100% stimmen! Eine eMail geht an den Zoll und die Einreisebehörden nach Argentinien. Bariloche ist zwar ein internationaler Flughafen aber Zoll und Einreisebehörde kommen nur bei angemeldeten internationalen Flügen vom Stadtbüro in den 15 Kilometer weit entfernten Flughafen. Auch die Zollbehörden in Puerto Montt müssen telefonisch zum Flughafen bestellt werden. Am Abend noch ein Bier – naja zwei, ein Anruf beim Meteorologen und früh ins Bett.

Blog-Met3

Die Wettervoraussage sah super aus! Keine Wolken und kaum Wind über den schneebedeckten Anden!

6.02 Uhr – Der Wecker spielt „Hells Bells“ von ACDC.

6.04 Uhr – Noch nackt, Anruf im Meteorologischen Institut. Keine Wolken in Chile, leichte Wolken in den Anden und in Argentinien. Kaum Wind. Alles im Rahmen für einen tollen Flug! Endlich!

6.48 Uhr – Mit komplettem Gepäck frisch geduscht ins Taxi. Blauer Himmel, Sterne, kein Wind – unser Tag! Hallelujah!

7.22 Uhr – Ankunft am Flughafen. Dichter Nebel. Sch… was ist denn das?

7.26 Uhr – Das mit sechs Personen besetzte Meteorologische Institut im Flughafen kennt uns schon bestens und beruhigt uns. In einer Stunde kommt die Sonne raus und dann geht auch sofort der Nebel weg. Na gut.

Die Wettervoraussagen stimmen so gut wie immer. Nur wie lange der Nebel sich halten wird ist nurgendwo zu ersehen.

Die Wettervoraussagen stimmen so gut wie immer. Nur wie lange der Nebel sich halten wird ist nirgendwo zu ersehen.

7.38 Uhr – Ich gebe den vorbereiteten Flugplan bei der Flugsaufsichtsbehörde ab. Voraussichtliche Startzeit 8.30 Uhr.

7.43 Uhr – Flugvorbereitungen am Flieger. Doreen: Sachen packen, Andreas: technischer Check. Bei dem Flug darf absolut nichts schief gehen. Immer noch Nebel der irgendwie immer dichter wird.

8.22 Uhr – Wettercheck beim Meteorologischen Institut. Keine Wolken über dem Nebel. Absolute Windstille. In einer Stunde soll der verdammte Nebel, der nun so dicht ist, so daß sogar die Verkehrsflugzeuge nicht starten und landen dürfen, weg sein. Okay.

8.31 Uhr – Wir gehen über das Vorfeld, vorbei an den großen Airbussen der LAN und der SKY-Airline in den großen Flughafenterminal ins Büro des Zolls und sagen Bescheid das sich unser Abflug um eine Stunde verzögern wird und wir erst die Formalitäten abgewickelt haben möchten, wenn fest steht das wir wirklich abfliegen und aus Chile ausreisen werden. Die Beamtin ist nicht begeistert noch zu warten, sagt aber zu eine Stunde zu warten.

8.36 Uhr – Gleiches Spiel Im Büro der Einreisebehörde. Der Typ ist recht freundlich.

8.46 Uhr – Warten auf dem Sofa des Meteorologischen Instituts.

9.03 Uhr – Ich halte diese blöde Warterei nicht mehr aus und spaziere über das Vorfeld des Flughafens. Nebel mit 40 Meter Sicht.

9.08 Uhr – Unser Flieger ist komplett nass vom Nebel. Ich wische alles wieder trocken obwohl ich weiß, daß in drei Minuten alles wieder nass ist.

2000 Meter horizontale Sicht und 150 feet (45 Meter) vertikale Sicht....

2000 Meter horizontale Sicht und 150 feet (45 Meter) vertikale Sicht….

9.14 Uhr – Ich finde meine beiden Müslirigel in meiner Flugjacke. Die Notration.

9.16 Uhr – Keine Notration mehr vorhanden.

9.21 Uhr – Wieder ins Meteorologischen Institut, wo neue Sattelitenbilder zeigen das für den frühen Nachmittag Wolken einen Flug unmöglich machen werden. Wir müssen bald los.

9.34 Uhr – Im Büro der Einreisebehörde ist der Beamte sauer das wir nicht fliegen. Er will gehen und wir sollen doch anrufen wenn wir fliegen können. Ich mache ihm klar, dass wenn der Moment kommt wenn wir fliegen können, ich nicht 70 Minuten warten kann bis er wieder aus dem Stadtbüro zurück kommt. Dann kann sich das Wetter schon wieder zu unserem Ungunsten gewendet haben. Er versteht und sagt zu höchstens noch eine weitere Stunde zu warten.

9.39 Uhr – Gleichen Spiel beim Zoll. Ich gebe mein bestes auch sie zum warten zu bewegen und gebe der Dame unsere Visitenkarte mit unserer Website. Dann hat sie wenigstens etwas zu tun. Sie lächelt.

Ein Blick aus dem Met-Büro... der Nebel verzieht sich nicht aber die Feuerwehr übt vor unserem FLieger....

Ein Blick aus dem Met-Büro… der Nebel verzieht sich nicht aber die Feuerwehr übt vor unserem Flieger….

9.52 Uhr –  Ich beantrage bei der Flugaussichtsbehörde eine neue Abflugzeit: 11.00 Uhr.

10.12 Uhr – Der Nebel wird etwas weniger. Die ersten Linienmaschinen starten und landen. Reger Flugbetrieb. Traurig schaue ich mir jede Landung, jeden Start an. Ich brauche rein rechtlich 500 Meter Sicht nach oben und drei Kilometer horizontal um eine Starterlaubnis vom Tower zu erhalten. Zurzeit sind das 200 Meter nach oben und zwei Kilometer.

10.19 Uhr – Mein Lieblings-Meteorologe sagt, dass der Nebel noch eine Stunde braucht bis er weg ist. Das würde dann geradeso reichen.

10.24 Uhr – Am Flieger zurück wische ich alles wieder trocken. Der Sicherheitschef kommt und will ein Foto mit uns. Gequält lächeln wir. Er sagt, dass der Nebel nie und nimmer vor 14.30h weg geht. Der hat ja gar keine Ahnung denke ich. Man ich will endlich los fliegen!

10.38 Uhr – Zurück zum Zoll. Die Dame packt gerade ihre Sachen. Ich kann sie überreden noch eine weitere Stunde zu warten.

10.46 Uhr – Auch der Beamte der Einreisebehörde putz nun nicht mehr seine Stempel, sondern schließt gerade seine Tür ab. Ich rede ihm gut zu und er schließt sie wieder auf. Eine Stunde mehr nicht!

10.58 Uhr – Ich beantrage 12.15 Uhr als Abflugszeit.

11.06 Uhr – Die Meteorologen können sich nicht erklären warum der Nebel sich wieder zuzieht. Ich mir auch nicht. Aber über dem Nebel sollen keine Wolken sein.

11.14 Uhr – Wir gehen einen Cafe im Hauptterminal trinken. Doreen trinkt einen. Ich nicht. Habe Angst das ich beim Flug pullern muß.

11.36 Uhr – Eine zweimotorige Kleinmachine landet.

11.44 Uhr – Ich spreche mit dem Piloten der kleinen Machine, der mir sagt, dass über dem Nebel eine geschlossene Wolkendecke bis weit in die Anden reicht. Er ist kaum sicher durch die Wolken gekommen und hat die Landebahn erst wenige Meter über dem Boden gesehen. Mir ist klar – kein Flug heute für uns möglich.

11.45 Uhr – Mich k… alles an.

Auch "Otti" unser Glücksbringer-Affe kann uns heute nicht mehr helfen... a next day in paradies....

Auch “Otti” unser Glücksbringer-Affe kann uns heute nicht mehr helfen… a next day in paradies….

11.51 Uhr – Ich schließe meinen Flugplan bei der Flugaufsicht und bitte darum, dass die Zoll- und Einreisebehörde in Argentinien informiert wird, daß sie die ganzen Stunden umsonst gewartet haben und wieder in die Stadt fahren können. Wir fliegen heute nicht.

11.58 Uhr – Wir gehen ins Zollbüro, wo die Dame Verständnis hat das wir nicht fliegen. Wahrscheinlich hat sie an unserer Website viel Spaß gehabt. Ich bedanke mich brav. „Bis zum nächstenmal“

12.03 Uhr – Der Beamte der Einreisebehörde ist weniger begeistert, dass er solange umsonst gewartet hat. Aber was soll´s. Für den blöden Nebel können wir ja auch nichts.

12.08 Uhr – Ich setze mich mit dem Meteorologen zusammen um die Bedingungen der nächsten Tage abzuklären. Sieht sehr schlecht aus. Eine Kaltfront wird Regen und starken Wind bringen. Überall und sehr viel. Es wird in den Bergen schneien. Kein Flug für die nächsten sechs Tage möglich. Sch…

12.39 Uhr – Wir bauen das Gepäck wieder vom Flieger ab und holen das Segel runter, befestigen alles.

12.54 Uhr – Mit allem Gepäck geht es in die Haupthalle die Tickets für den Transferbus kaufen. Der fährt erst um 13.30 Uhr.

13.36 Uhr – Der Bus fährt endlich ab. Ich schließe meine Augen.

14.04 Uhr – Ankunft auf dem Busbahnhof in Puerto Montt und feilschen mit den Taxifahrern.

14.11 Uhr – Taxi ins Hotel.

14.28 Uhr – Ankunft im Hotel und Einschecken. Unser „Ausflug zum versuchten Abflug“ hat 8 Stunden 26 Minuten gedauert.

14.39 Uhr – Duschen und umziehen. Die Dame an der Rezeption hat Mitleid mit uns und gibt uns zum Vorzugspreis die Suite. „Prima Schnuddelbacke, wir haben jetzt eine Wohnung in Puerto Montt“ sage ich zu Doreen.

14.54 Uhr – Wir laufen los um ein Restaurant zu finden wo wir noch etwas zu essen bekommen. Nicht so einfach, da die meisten Restaurants hier von 15.00 bis 18.00 Uhr zu machen.

15.24 Uhr – Erste Nahrungsaufnahme in einem kleinen Restaurant. Es gibt noch ein Mittagsmenü: Klare Hühnerbrühe. Hähnchenschnitzel mit Kartoffeln und Sahnesoße. Dazu einen Pfirsichsaft. Schmeckt gut und meine Laune verbessert sich geringfügig.

16.56 Uhr – Zurück im Hotel.

17.01 Uhr – Ich schreibe ein nettes eMail nach Argentinien zum Zoll und der Einreisebehörde. Die sind nun schon das viertemal umsonst wegen uns zum Flughafen gefahren und haben stundenlang gewartet. Die muß ich bei Laune halten das die uns überhaupt noch in ihr Land lassen!

17.18 Uhr – Beitrag ins Facebook schreiben, eMails beantworten.

19.22 Uhr – Wir gehen noch ein Frustbier trinken. Naja es werden zwei Liter.

21.14 Uhr – Zurück im Hotel rufe ich vorsichtshalber beim Meteorologen am Flughafen an. Man kann ja nie wissen. „Andreas schön das Du anrufst aber bitte begreife, dass ihr die nächsten fünf Tage ganz sicher nicht fliegen könnt. Tschüss“.

21.22 Uhr – Zähne putzen, Katzenwäsche und ab ins Bett. Im iPad sehen wir uns Arm in Arm, einer den anderen tröstend den Tatort und die 20 Uhr Tagesschau an.

23.04 Uhr – Gute Nacht, was für ein „toller“ Tag!

Gestern ist dann in den Anden der erste Schnee gefallen und heute am Morgen sogar für einige Minuten hier auf dem Flughafen in Puerto Montt. Naja irgendwann kommen wir hier schon weg….

 

PS: Wir haben alle Tsunamis und Erdbeben wohl überstanden!

 

 


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Chile – Wunderschoene Los Lagos Region!

15.03.2014
Wir lassen die Ohren nicht haengen!

Wir lassen die Ohren nicht haengen!

Wir sind immer noch in Chile, aber lassen den Kopf nicht haengen, so wie dieser kleine Hund hier. Wir brauchen Geduld, denn der schwierige Ueberflug erfordert einfach optimales Wetter. Auch unsere befreundeten Piloten hier in Chile ermahnen uns immer wieder, nur Geduld! Damit uns waehrend der Warterei nicht die Decke auf den Kopf faellt haben wir uns aufgemacht, die herrliche Los Lagos Region zu erkunden. Die Landschaft ist von vielen Seen, Waeldern und Bergen gepraegt. Waeren da nicht die vielen Vulkane mit ihren schneebedeckten Gipfeln wuerden wir uns wie in Thueringen oder im Allgaeu fuehlen.

Los Lagos Region - Vulkan Osorno

Los Lagos Region – Vulkan Osorno

 

Unser bevorstehender Andenueberflug nach Argentinien wird ueber den Llanquihue See, den Lago Todos los Santos und den aeltesten chilenischen Nationalpark Chiles, den NP Vicente Perez Rosales, der weit in die Anden hineinreicht, fuehren. Dieser ist bekannt fuer seine ergiebigen Regenfaelle und dichten Valdivianischen Regenwald. Hier leben sogar noch Pumas. Strassen und somit Notlandeplaetze gibt es hier nicht. Wir werden an den markanten Vulkanen Osorno, Puntiagudo, Tronador und dem Galbuco vorbeifliegen. Der Osorno zeigt seit 2012 wieder erhöhte Aktivität. Wir waren gerade dabei die Saltos del Petrohue, eine Reihe von Stromschnellen und Wasserfaellen im spektakulaer, tuerkisblau leuchtenden Rio Petrohue im Nationalpark zu erkunden, als ein Platzregen ueber uns niederging und selbst die Regenkleidung versagte.

Bauernhof Kasa Ko

Bauernhof Kasa Ko

Zuflucht fanden wir in der Kasa Ko, einem Bauernhof oben in den Bergen bei Ensenada, mit traumhaftem Blick auf den Osorno Vulkan, wenn er sich denn zeigt. Als wir tropfnass an die Tuer klopften loderte bereits ein schoenes Feuerchen im Ofen und der Rotwein stand auf dem Tisch. Genau das was wir jetzt brauchten. Auch war das der perfekte Ort um kreativ weiter am 2 Buch zu arbeiten. Immerhin haben wir uns schon bis Peru vorgearbeitet.

Nachdem die Sonne wieder lachte und der Osorno seine weisse Krone zeigte, es zum Fliegen aber immer noch zu stuermisch war, sind wir bis zum Refugio am Osorno 1300 Meter rauf, um uns den Gletscher aus der Naehe zu betrachten. Der Vulkan ist 2652 Meter hoch und wird auch als kleiner Berg Fuji Chiles bezeichnet.

Refugio Vulkan Osorno

Refugio Vulkan Osorno

Nach der Umrundung des 877km² grossen   Llanquihue See, dem zweitgroessten See Chiles, zum Vergleich der Bodensee ist 536  km² gross, sind wir nun wieder in der Hauptstadt der Los Lagos Region, Puerto Montt. Diese ist mit rund 175000 Einwohnern keine ganz kleine Stadt. Puerto Montt ist vor allem eine Hafenstadt. Einen Besuch wert ist der Angelmo Markt, der Fischmarkt wo man in vielen kleinen Restaurantes fangfrischen Fisch und Krebse probieren kann. Hier werden aber auch Kaese und Handarbeitssachen von den Mapuches angeboten. Puerto Montt wurde im Jahre  1853 von deutschen Einwanderern gegruendet.

Puerto Montt

Puerto Montt

Die Geschichte der Los Lagos Region, mit ihren deutschen Wurzeln reicht weit zurueck und ist wirklich interessant. Ich versuche das mal etwas zusammenfassen.

Im Jahre 1544 erforschten erstmals die Spanier  unter dem italienischen Konquistador Juan Bautista Pastene im Auftrag von Pedro de Valdivia die Gegend um das heutige Valdivia. Diese Gegend wurde von den Mapuche Indianern besiedelt. Es kam immer wieder zu schweren Kaempfen, welche die Spanier oft verloren. Um zu verhindern das europaeische Maechte wie Frankreich oder Grossbritannien das nahezu unbesiedelte Land fuer sich in Besitz nahmen plante die chilenische Regierung die Ansiedlung von Kolonisten suedlich des Herrschaftsbereiches der Mapuche und erliess dazu am 18.11.1845 ein Gesetz. Willkommen waren katholische Europaeer mittlerer und hoeherer Bildung.

9 Hessiche Handwerksfamilien, darunter Schmiede, Zimmermaenner, Muehlenbauer, Schreiner, Branntweinbrenner, Schuhmacher, Gaertner und Schaefer erreichten im August 1846 als erste Deutsche die Region um Valdivia.

Ab 1848 begann die offiziell gefoerderte Einwanderung in den Kleinen Sueden. Der Kolonisationsbeauftragte Philippi wurde nach Deutschland entsandt um150 bis 200 katholische Bauern- oder Handwerkerfamilien, zudem zwei katholische Priester, zwei Lehrer und einen Arzt anzuwerben. Die Kolonisten sollten die chilenische Staatsbuergerschaft annehmen und auf ihre aktuelle Staatsbürgerschaft verzichten. Im Namen der chilenischen Regierung bot er den Auswanderern die Bezahlung der Überfahrt an. Jeder Familienvater sollte 15 bis 23 Hektar Land erhalten, sowie Steuerfreiheit für zwölf Jahre. Die katholischen Priester sollten acht Jahre lang durch die Regierung entlohnt werden. Wer auf eigene Kosten nach Chile kommen wollte, konnte in Versteigerungen Land von der Regierung erwerben und sechs Jahre Steuerfreiheit erhalten.

Allerdings war die Umsetzung nicht so einfach wie gedacht, denn die  katholischen Bischhoefe stellten sich gegen Philippi und rieten ihren Gläubigen von einer Auswanderung ab. Trotzdem gelang es ihm bis zum Mai 1856 fast 600 deutsche Auswanderer, meist Protestanten, in den Sueden zu bringen.

Die Loyalität der deutschen Einwanderer gegenüber ihrer neuen Heimat bei gleichzeitigem Festhalten an den eigenen Traditionen ist bis in die Gegenwart für die Deutsch-Chilenen prägend geblieben.1854 wurde in Osorno die heute älteste Deutsche Schule Südamerikas gegründet. Bis Mitte der 1870er Jahre ließen sich in diesem Gebiet etwa 6000 deutsche Familien nieder. Chile profitierte von der Zuwanderung durch Bevoelkerungswachstum und Wirtschaftsaufschwung. Carl Anwandter gründete hier 1851 die erste Brauerei Chiles, 1852 die auch heute noch bestehende Freiwillige Feuerwehr Germania und  Deutsche Schulen. Es entstanden das erste Stahlwerk Chiles, Industrien des Waggonbaus, der Holzverarbeitung, der Lederherstellung und Werften. Preussische Traditionen wurden in die chilenische Armee uebernommen und 1883 die Einwanderung auf das ganze Land ausgeweitet, nachdem die Mapuche gewaltsam unterworfen wurden. Waehrend der Machtuebernahme der NSDAP und auch nach Ende des zweiten Weltkrieges suchten viele Zuflucht in Chile. Nach dem Militaerputsch unter Augusto Pinochet fluechteten im Gegenzug viele Oppositionelle nach Deutschland und kehrten nach Ende der Militaerdiktatur 1990 zurueck.

Innenstadt Puerto Montt

Innenstadt Puerto Montt

Bis heute haben sich die deutschen Einwanderer und nachfolgende Generationen ihre deutschen Traditionen bewahrt. So wird noch sehr viel deutsch gesprochen, die Haeuser mit ihren gepflegten Vorgaerten voller Blumen erinnern an die Heimat, uebernommene Woerter wie leckeren Kuchen findet man allerorts, ebenso wie deutschen Braten und das Bier schmeckt.

Wir haben Urlauber aus Deutschland getroffen, die nur verstaendnislos, fast verschaemt den Kopf geschuettelt haben, und es nicht fassen konnten wie man hier im Sueden Chiles, so stark an deutschen Traditionen festhalten kann – in einem fremden Land.  Aber um das zu verstehen muss man eben etwas ueber die Geschichte der Deutsch – Chilenen wissen.

Nun schauen wir mal was das Wetter macht. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Eure Trike Globetrotter

Doreen


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Nebel, vertikale Sicht gleich Null, Riesenfrustration!

26.02.2014

Alles ist fuer den morgigen Flug ueber die Anden nach Bariloche vorbereitet. Die Routenplanung steht. Der Flugplan ist ausgefuellt und muss vor dem Abflug nur noch aktiviert werden. Zoll und Ausreisebehoerde in Puerto Montt sind informiert und werden morgen frueh 6.30 Uhr am Fluhafen sein. Zoll und Einreisebehoerde in Bariloche sind ebenfalls informiert und werden uns ab 9.00 Uhr in Argentinien erwarten. Socken, Unterhose, lange Unterwaesche und Flugkleidung haengen ordentlich sortiert ueber dem Stuhl. Die Schuhe stehen parallel nebeneinander unter dem Stuhl. Fast so, wie bei einem Feuerwehrmann. Wenn unser Weckalarm am Mittwochmorgen 4.30 Uhr ertoent koennen wir mit geschlossenen Augen, in sekundenschnelle, in unsere Klamotten schluepfen. Die Kameras habe ich dreimal ueberprueft und die Linsen auf Hochglanz poliert. GPS, Spot, Micros haben alle nagelneue Batterien bekommen. Alles chilenische Geld ist ausgegeben bzw. in US Dollar, als Zahlungsmittel fuer Argentinien, umgetauscht. Noch ein Betthuepferl und ein letzter Wettercheck und 22.00 Uhr liegen wir mit der Gewissheit: “Nichts kann uns aufhalten – Morgen ist unser Tag!”, in der Falle.

Foto: Fog till midday... no way to get over the Andes today... tomorrow and next day rain... Saturday then.... Shit!

Mittwochmorgen. Noch hat kein Wecker geklingelt. Andreas tigert schon ruhelos durch das Zimmer. Es ist 4.00 Uhr morgens. Der Wettercheck in seinem neuen Programm “Weather Track GRIB” zeigt Nebel. Scheisse, flucht Andreas durch die Dunkelheit. Es folgt der Anruf beim Meterologischen Institut beim Flughafen Puerto Montt. Doch auch dieser bestaetigt nur was Andreas eh schon weiss, nur eben noch nicht wahrhaben will. Nebel! Vertikale Sicht gleich Null! Das hatten wir noch nie. Der Flughafen Puerto Montt ist geschlossen. Gegen 10.00 Uhr soll sich der Nebel langsam aufloesen. Doch dann sind in der Vorausschau starke Wolkenbildung zu sehen und es herrscht starke Thermik. Auch fuer die naechsten beiden Tage ist die Vorhersage bescheiden. Regen wird erwartet. Totale Frustration bei meinem Kapitaen. Erst fuer Sonnabend ist die Wettervorhersage besser.

Mensch, du bloeder Wettergott da oben, wir haben unsere Teller doch immer schoen leer gegessen! Also drueckt die Daumen noch ein bisschen weiter.

Eure Trike Globetrotter immer noch aus Chile, Puerto Montt

Doreen

 

 


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Chile – Gartenzwerge, Kuchen und Aufregung vor der Andenueberquerung

19.02.2014
Flug um den Villarica Vulkan

Flug um den Villarica Vulkan

Ich hatte ja bereits berichtet, dass uns das Regenwetter in Villarica einholte und wir nach zwei Campingnaechten im Dauerregen, durchgefroren waren und nicht einmal mehr eine trockene Unterhose besassen. So Klatschnass standen wir im Eingang  des Hostals Mueller in Pucon. Im grossen gemuetlichen Wohnzimmer loderte ein anheimelndes Feuerchen im Kamin und ich sah mich sofort ausgestreckt, in einem der bequemen Sessel, mit einem Buch in der einen Hand und einem Glas chilenischen Rotwein in der anderen. Hier gehe ich heute nicht mehr weg fluesterte ich Andreas entschieden ins Ohr. Wir blieben eine Woche, genossen die Gastfreundschaft von Walter, Pola und seiner Familie und den schoenen Ort Pucon. Vom Seeufer aus hat man einen herrlichen Blick auf den noch aktiven Villarica Vulcan. Vor 15 Jahren war ich schon einmal hier und damals hab ich in einem anstrengenden 7 stuendigen Aufstieg den Villarica Vulcan bestiegen. Oben angekommen wurde ich mit einem faszinierenden Blick ueber den Kraterrand hinweg in das blubbernde, glutrote Lavaloch belohnt. Runter ging es dann einfacher, naemlich per Rutschparty auf dem Hosenboden. Dieses Mal schauten wir uns die Vulkanriesen mit gehoerigem Sicherheitsabstand lieber aus der Luft an. Relaxen kann man hier Abends in einem der herrlichen Thermalbaeder.

Auf dem Flug nach Frutillar

Auf dem Flug nach Frutillar

Das naechste geplante Flugziel war die Flugschow in Rio Bueno. Doch dort kamen wir nie an. Sogenannte Puelche Winde, starke Winde die von Argentinien ueber die Anden herueberstuermen, zwangen uns zur Umkehr und Landung in Valdivia. Niemand von den Piloten, wirklich niemand hatte uns vor diesen Puelche Winden gewarnt. Jetzt sagten natuerlich alle, ach ja das sind doch die Puelche Winde, die treten haeufig dort in den Bergen auf.

Naja, mein Kapitaen hatte jedenfalls die Nase voll, Flugschow ade, und so blieben wir lieber ein paar Tage beim Flugclub in Valdivia. Valdivia wurde zurueckliegend immerhin zur schoensten Stadt Chiles gewaehlt. Am  Rio Calle-Calle, der sich mit dem Rio Cau Cau zum Rio Valdivia vereinigt gelegen, mit viel gruen umgeben, Bergen und  nur einem Katzensprung bis zum Strand.

Hier gibt es Himbeer Streusel, Blaubeer Streusel, Apfelstrudel ........

Hier gibt es Himbeer Streusel, Blaubeer Streusel, Apfelstrudel ……..

 

Ab 1846 siedelten sich in Valdivia deutsche Auswanderer an, die der Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung und Wachstum verhalfen. So kann mann heute im Café Hausmann Toast mit frischem Tartar und einem dunklen Bier geniessen. Allerdings ist Valdivia eine von Wettergewalten wie Tsunamis, Ueberflutungen, Grossbraenden und schweren Erdbeben gebeutelte Stadt. So auch am 22.Mai 1960 als hier das schwerste Erdbeben der Welt 40 % der Stadt voellig zerstoerte.

Gartenzwerge ueberall in Frutillar

Gartenzwerge ueberall in Frutillar

Apropo Strand? Es kingelte in meinen Ohren. Oh Schatzi, bitte bitte lass uns doch noch zum Strand fliegen und dort eine Nacht verbringen¨,  bettelte ich. Vielleicht zum Valentinstag, das waere doch sooooo romantisch. Mein Kapitaen liess sich ueberreden und so starteten wir mit dem ersten Morgenlicht in Richtung Strand. Doch auch dort kamen wir nicht an.

 

 

Wir sahen schon das blau schimmernde Meer unter uns, die weisse Sandbucht lag zu unseren Fuessen und die roten und gruenen Daecher der 10 Haeuser lugten aus dem Wald hervor. Aber die Piste, wo ist nur die Piste? Es wurde sehr ruckelig in der Luft, wieder die Puelche Winde dachte ich mit ungutem Gefuehl im Bauch. Dann sahen wir die Piste, mini, Schotterpiste, genau im Tal zwischen zwei Bergen eingebettet und  Berge bedeuten Rotoren. Ringsherum hohe Baeume und wir baumelten und wackelten jetzt schon, in unserer sicheren Hoehe, hin und her. Das Risiko einer Bruchlandung viel zu gross. Ne, wir fliegen weiter entschied Andreas und so landeten wir in Osorno.

Frau Holle schuettelt die Betten aus ... zum Glueck schneit es nicht!

Frau Holle schuettelt die Betten aus … zum Glueck schneit es nicht!

 

Daten sichern, auftanken, ausschlafen, Flugplan und Routenplanung machen und am naechsten Morgen flogen wir weiter nach Frutillar. Frutillar wurde im November 1856 ebenfalls von deutschen Einwanderern gegruendet und so gibt es Kuchenlaeden, ein Hotel mit dem Namen Frau Holle und sogar Gartenzwerge. Auch wird hier sehr viel deutsch gesprochen.

 

Vom Ufer des Llanquihue Sees hat man einen herrlichen Blick auf den imposanten Osorno Vulkan, wenn er sich traut und aus seinem weissen Wolkenkleid hervorlugt.

Abendstimmung am Osorno Vulkan

Abendstimmung am Osorno Vulkan

 

Nur noch einen Stopp in Puerto Montt, dem suedlichsten Punkt unserer Reise, bevor es Ernst wird und wir mit unserem Gunther die schneebedeckten Anden nach Argentinien ueberqueren werden. Nach anfaenglichen Schwierigkeiten haben wir das Einreisepermitt fuer Argentinien in der Tasche.

 

 

Eine fliegerische Herausforerung und ein echtes Abenteuer. Sicherheitshalber werde ich auf diesem Flug zwei lange Unterhosen tragen, das wird bestimmt saukalt.

Drueckt alle die Daumen fuer den perfekten Tag, wetterseitig gesehen, und das Alles gut geht! Nach dem Ckeck aller Wetterkarten sieht es so aus als ob im Zeitraum 20.02. – 23.02.14 unser Flugtag sein wird.

Ganz liebe Gruesse eure Trike Globetrotter

Doreen

 


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Gigantonomie – der hoechste Berg Suedamerikas, der laengste Pool der Welt und die groesste Flugschow Chiles!

05.02.2014
Aconcagua - der hoechste Berg Suedamerikas

Aconcagua – der hoechste Berg Suedamerikas

Nach dem wir bereits eine der groessten Minen Chiles ueberflogen haben, warteten weitere Superlative auf uns, naemlich der Aconcagua – der hoechste Berg Suedamerikas, Algarrobo – der laengste Pool der Welt und mit dem “Festival Aereo” in Villarica, die groesste Flugschow Chiles.

Auf dem Flug nach Villarica

Auf dem Flug nach Villarica

Der Flug von Ovalle nach San Felipe, unweit von Santiago de Chile, erforderte besonders intensive Vorbereitung und Routenplanung. Selten hatte ich meinen Kapitaen so wankelmuetig gesehen. Immer wieder wog er die Vor- und Nachteile der beiden moeglichen Flugrouten gegeneinander ab. Die Route über das Landesinnere bedeutete, das Bergriesen in Hoehe von 8000, 10000 und 12000 ft und hoeher umflogen werden muessen und davon existieren hier jede Menge. Alternativ gibt es die Route an der Küste entlang und erst am Ende dann der Abstecher in das Aconcagua Tal bis nach San Felipe. Diese Alternative ist ca. 20 Flugminuten länger. Allerdings muss auf der Küstenroute mit Wolken gerechnet werden. War sich mein Kapitaen am Morgen noch sicher die direkte Route vorbei an den Bergriesen zu nehmen, so tendierte er Mittags bereits eher dazu die Kueste entlang zu fliegen. Wie auch immer, wir starteten mit dem ersten Morgenlicht, das Wetter war gut und wir nahmen direkt Kurs auf San Felipe.

Ein unglaublicher Flug in ca. 95oo ft Hoehe, ich konnte meine Augen nicht von diesen Bergriesen abwenden und dann sah ich ihn, majestaetisch, erhaben mit weisser Krone ragte er mit seinen stolzen 6962 m weit ueber alle anderen Bergriesen hinaus. Dabei befindet sich der hoechste Berg Suedamerikas auf argentinischer Seite in der Provinz Mendoza und nicht in Chile.

Doch die Holperpiste in San Felipe forderte dann unsere ganze Aufmerksamkeit. So holprig wie die Piste waren dann auch der Praesident des Flugclubes hier in San Felipe, ein ihm treu ergebener Pilot und vor allem die Verwalterin. Diese funktionierte jede Nacht den Flightclub in einen Nightclub um und war selbst ihr bester Kunde an der Bar. Lautes Lachen und ACDC volle Pulle, droehnten in unseren Ohren. Schlafen war somit unmoeglich und wir sehnten uns nach dem anstrengenden Flug einfach nur nach Schlaf. Bis 3.00 Uhr morgens versuchten wir den Partylaerm zu ignorieren, schliesslich waren wir Gast, dann bat Andreas hoeflich darum die Musik abzustellen.

Frostnase - dem Wetter zum Trotz in Villarica

Frostnase – dem Wetter zum Trotz in Villarica

Die zweite Nacht dasselbe Spiel, wir wichen freiwillig in das anliegende Gebaeude aus und wurden nun von der Verwalterin und ihrem betrunkenen Gast mit Motorengeheul, genau auf uns gerichtetem Fernlicht und lauten Hupkonzerten traktiert. Hoffentlich vergreift der sich nicht an Gunther, ging es mir durch den Kopf. Die zweite Nacht ohne Schlaf. Danach wurde aus der Einladung des Flugclubs San Felipe (wir hatten extra unsere Flugroute abgeaendert und sich nicht wie geplant nach Lipangi geflogen) eine Ausladung und wir standen mit Sack und Pack vor der Tuer. Einfach Weiterfliegen konnten wir nicht, da einige technische Arbeiten am Trike anstanden.

Aber alles Negative hat auch etwas Positives und so trafen wir auch hier unglaublich hilfsbereite und gastfreundliche Leute. Wie Alex den Mechaniker und Sergio und Miguelle und seine Familie. Sergio hatte auch gleich ein neues und vor allem absolut ruhiges Nachtlager fuer uns. Sein Vater ist der Direktor der Landwirtschaftsschule und die hatten gerade Ferien. So bezogen wir ein Studentenzimmer mit Doppelstockbett, wurden in der Kantine koestlich verpflegt und wenn wir Appetit auf frische Pfirsiche oder Weintrauben hatten mussten wir diese nur vor unserem Fenster pfluecken.

Wir machten Ausfluege nach Santiago de Chile und Valparaiso und Sergio zeigte uns wie Rosinen hergestellt werden. Wir tauschten unsere Fliegeruniform fuer ein paar Stunden gegen weisse Kittel, streiften uns die Haarnetze ueber und Andreas seinen Bartschutz und los gings. Wir erfuhren alles,  vom Trocknungsprozess auf den Feldern, die aufwaendige Saeuberung, Waschung, Auslese bis zur Verpackung und Verladung zum Export in die ganze Welt. Miguelle dagegen produziert leckeren Schinken und Suelze und das hat er vor vielen Jahren in Deutschland im Schwarzwald gelernt. Wir kriegten auch eine satte Kostprobe und mampften bis wir fast platzten. Neben seiner Leidenschaft fuer Schinken ist Miguelle  ebenfalls Trikepilot und hatte eine private Landebahn mitten im Weinberg. Jetzt baut er allerdings nur noch Wein an. So hatten wir auch in San Felipe eine tolle Zeit und denken gerne an Sergio, seinen Papa, Miguelle und seine Lieben und Alex mit seinen Jungs zurueck.

Der laengste Swimmingpool der Welt!

Der laengste Swimmingpool der Welt!

Wir flogen weiter, vorbei an Santiago de Chile, Valparaiso und 75 km noerdlich der Hauptstadt in Algarrobo ueber den laengsten Swimmingpool der Welt. Da waere ich ja gerne mal baden gegangen. Gigantonomie! Das Becken ist über 1000 Meter lang, acht Hektar groß und fasst 250.000 Kubikmeter Wasser. Wer Angst hat, nicht genügend Ausdauer zur Überquerung zu besitzen, kann sich sogar ein kleines Boot mieten.

Nach ca. 7 Monaten trockenen Wuestenlandschaften wurde die Landschaft gruener, ganz zu unserer Freude. Obstplantagen, Weinberge, Felder und je weiter wir in den Sueden Chiles kamen auch Waelder, Seen, Fluesse und Vulkane praegten nun das Bild. Wir flogen ueber San Fernando, nach Guillan und von dort direkt zum “Festival de Aereo” in Villarica. Das “Festival de Aereo” ist die groesste Flugschow Chiles.

Beim Einflug hatte Andreas mit starker Thermik und Wind zu kaempfen, wir wackelten in der Luft herum, alle Augenpaare waren auf uns gerichtet, bloss die Landung nicht versauen ging uns in diesem Moment durch den Kopf, aber ganz soft setzten wir auf. Gut gemacht mein Kapi!

Landeanflug "Festival Aereo" in Villarica

Landeanflug “Festival Aereo” in Villarica

Hier auf der Flugschow waren wir das einzige Trike und somit eine kleine Hauptattraktion. Wenn wir den Besuchern von unserer Tour erzaehlten schuettelten die meisten unglaeubig den Kopf oder lachten lauthals. “Loco, loco” ist die spanische Bezeichnung fuer uns. Aber ein bisschen verrueckt sind wir ja auch.

photo 4 (2)Kaum waren wir in Villarica gelandet, zogen dunkle Wolken auf – Regen. Dauerregen. Aber wir hielten tapfer 2 Naechte durch. Trotzten dem Sauwetter indem wir trotzdem grillten, uns einen leckeren chilenischen Rotwein goennten und uns die Kapuzen unserer Regenjacken tief in die Stirn zogen. Hallo Patagonien!

 

Wie geht es nun weiter? Es ist nicht mehr weit bis Puerto Montt, der suedlichste Punkt den wir hier anfliegen. Dort bereiten wir uns auf die Andenueberquerung nach Bariloche in Argentinien vor. Eine echte fliegerische Herausforderung! Drueckt die Daumen das alles klappt wenn es soweit ist.

 

Viele Gruesse eure Trike Globetrotter

Doreen


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Chile – Von San Pedro ueber Antofagasta, Irgendwo, Chamonate, Vallenar bis nach Ovalle

22.01.2014
Ueberflug groesste Goldmine Chiles

Ueberflug ueber eine der groessten Kupferminen Chiles

Natuerlich sitzen wir nicht mehr in San Pedro herum sondern haben in den letzten Tagen ordentlich Flugkilometer gemacht. Deshalb hinkt der Blog auch etwas hinterher, denn oft fehlte es an der Zeit oder dem funktionierenden Internet um zu berichten. Aber das hole ich nun auf, schliesslich moechte ich euch nichts vorenthalten ;).

photo 2Noch im stockfinsteren haben wir unser Zelt zusammengepackt und das Trike vorbereitet um von San Pedro ueber die Cordillaeren zurueck in Richtung Kueste nach Antofagasta zu fliegen. Zum Glueck beherrschen wir alle Handgriffe schon im Schlaf. Das Problem war nur, das wir einfach nicht genug Hoehe gewannen, um ueber den Bergkamm zu fliegen. Lag es an dem gegrillten Rind bei Mariano und Mati oder am Weihnachstspeck? Keine Ahnung. Andreas hatte am Vortag extra noch die Luftfilter gereinigt. Minute um Minute, Runde um Runde kreisten wir ueber dem Salar. 30cm mehr, 50 cam mehr, “Scheisse wir schaffen das nicht” fluchte mein Kapitaen. Ich riss meinem Blick von dem herrlichen Anblick des Valle de La Muerte und den Lagunen los und ueberlegte krampfhaft Alternativen. “Dann muss ich eben mit all dem Gepaeck mit dem Bus fahren”, wozu ich natuerlich nicht wirklich Lust hatte. Aber wir gaben nicht auf und Gunther auch nicht, nach 40 Minuten Kreisen schafften wir es mit einem letzten Hops ueber den Bergkamm, das Benzin wurde durch das lange Kreisen etwas knapp, aber wir erreichten wohlbehalten Antofagasta an der pazifischen Kueste.

Die einzigen Lebewesen hier waren wir!

Die einzigen Lebewesen hier waren wir!

In Antofagasta wollten wir uns gar nicht lange aufhalten. Grosswaschtag stand auf dem Plan um unsere Ausruestung und uns von all dem Staub und dem Sand zu befreien, 12 Kameras plus Fotokamera und Videokamera bedeuteten ausserdem ca. 26 Stunden Datensicherung, alle Akkus, Batterien, Helme, Funkgeraete und das Notfalltelefon mussten neu geladen werden. So blieb nicht viel Zeit die schoene Strandpromenade und das bunte Treiben hier zu geniessen. Gunther ruhte sich indessen im Hangar zwischen den grossen Rettungshubschraubern aus. Sein zu Hause fuer die naechsten beiden Naechte.

Von Antofagasta aus sollte es eigentlich nach Las Breas gehen. Der Wetterdienst gab gruenes Licht: “Ein paar Woelkchen unterwegs, aber kein Problem. ihr koennt fliegen.” Was wir unterwegs sahen, waren aber keine Woelkchen, sondern dicke, fette, weisse Wolken und ein ganzer dichter Teppich davon! Ab unz zu lugte noch der Gipfel eines 6000-er durch die Wolken hindurch. Kein Wolkenloch, keine Auflockerung, nichts, keine Chance hier zu landen. So suchten wir eine Ausweichpiste und landeten auf der Privatpiste eines grossen Observatoriums im Nichts. Hier gab es kein gruen, keine Lebewesen, nicht einmal eine Muecke, Fliege oder Ameise. Wie nun den Flugplan schliessen? Abgeschirmt durch die hohen Berge hatten wir keine Telefonverbindung, keinen Funk aber dafuer 40 Grad bereits gegen 10.00 Uhr morgens. Andreas machte sich auf den Weg un erklomm schweissgebadet einen der Gipfel. Juhu, es funktionierte, wenigstens das Thema Flugplan war nun erledigt. Das naechste Problem, wo bekommen wir Benzin her? 2 Autostunden bis zur naechsten Stadt, zu Fuss unmoeglich. Bewappnet mit unseren mobilen Tanks marschierte mein Kapitaen in Richtung Landstrasse, wir befanden uns in einem Minengebiet und so kam doch ab und zu ein Auto vorbei. Ein LKW Fahrer nahm ihn mit und ich blieb mit Gunther, nicht funktionierendem Satellitentelefon, Machete, 3 Schluck Wasser und 3 Muesliriegeln in dieser Trostlosigkeit  zureuck. Angst hatte ich eigentlich nicht, aber ich drappierte die riesengrossen Fliegerboots -Groesse 46- von Andreas, die Machete und das Telefon so vor dem Zelt, das es jeder gleich darueber stolperte, der sich mir naeherte. Meinen duerren Proviant musste ich mir nun einteilen. Andreas wuerde vor Abend nicht zurueck sein.

Notproviant

Notproviant

Ein paar Schaulustige stoppten mit Ihren Autos und schauten neugierig aus der Ferne, vorbeisausende LKW hupten und dann kamen 3 Maenner auf mich zu. “Was wollen die denn jetzt?” Aber Sie waren freundlich, ich zeigte auf die Bilder am Trike: “La Routa, todos al Mundo, ….” kramte meinen ganzen bescheidenen spanischen Wortschatz hervor. “Bebida” sagte der Mann. Getraenke uebersetzte ich und nickte. Dann bekam ich zwei eiskalte Cola und eine grosse Flasche Wasser geschenkt. Oh man sind die nett und mein Durstproblem war geloest. Ich winkte zum Abschied und wollte mich gerade im Schatten unserer  Tragflaeche etwas aufs Ohr legen, was sonst konnte man hier auch tun, als der Pick up mit den Maennern zurueck kam. La comida, Essen dachte ich und sie schenkten mir ihr Fruehstueckssandwich, so gross wie ein doppelter Big Mac dick mit Thunfisch, sauren Zwiebeln und Koriander belegt. Lecker, Hungerproblem auch geloest.

Ich war gerade eingeschlafen, da klopfte es an Zelt. Wieder zwei Maenner. Noch im Schlafdusel spulte ich dieselben Brocken spanisch herunter, bis ich begriff das die mir nicht so wohlgesonnen waren und weniger an unserem Abenteuer interessiert waren. Was ich hier mache? Woher ich komme? Wohin ich will? Ob ich eine Autorisation habe. Autorisation, mist wieder dieses Unwort, das uns in Peru schon ziemlich zugesetzt hat. “Klar” sagte ich, “Santiago  und Antofagasta wissen bescheid.” Das hier ist eine Privatpiste vom Observatorium und wir haetten keine Autorisation und das kostet Geld. Oh Geld, jetzt war ich schlagartig wach. Bei dem Wort Geld,verschwand mein laecheln sofort, mein Stirn legte sich in Falten und mein Gesicht sah aus wie 3 Tage Gewitterstuerme. Aber das Wort Geld ignorierte ich zunaechst. “Also das hier ist eine Notlandung, Emergency…… ich plapperte aufgeregt einen Misch Masch zwischen Deutsch, Spanisch und Englisch. Mir war es nicht so wichtig das mich die Maenner verstanden, sie sollten einfach verschwinden. “Ok, aber ihr muesst heute noch weiter fliegen!” sagte der Eine. “Das geht aber nicht, wir haben kein Benzin! Mein Ehemann ist Benzin holen!” ich wieder mit Haenden und Fuessen. “Wenn ihr hier uebernachtet kostet das Geld, ihr muesst sofort weiterfliegen”, wieder der Eine. So ging das eine Weile hin und her. Irgendwie gaben Sie dann auf, fuhren davon und kamen auch nicht mehr zurueck.

Am Nachmittag hielt dann ein Reisebus in einiger Entfernung und zu meiner Erleichterung sah ich zwei Tanks, drei volle Einkaufstueten und meinen Kapitaen. Er dachte ich sei halb verhungert und verdurstet, als er meine gefuellte Vorratskammer sah. Mein Bauch war immer noch kugelrund von dem grossen Thunfischsandwich. Wir genossen den Sonnenuntergang, den Sternenhimmel und klapperten in der Nacht vor Eiseskaelte.

Goodby Alvaro und Cecilia, mui bueno Amigos

Goodby Alvaro und Cecilia, muy buenos Amigos

Wiederum ganz frueh nahmen wir Kurs auf Chamonate. Den Flugplan oeffnete Andreas per Funk aus der Luft, alles easy hier in Chile. Hier wartete bereits Alvaro, ein Trikepilot, auf uns. Der Flug selbst war ruhig, aber das gleiche Wolkenbild wie am Vortag. “Wir haben noch 1,5 Stunden zu fliegen” redete Andreas uns Mut zu. Mit Rueckenwind naeherten wir uns schnell dem Zielflughafen. Aber auch hier Wolken. Andreas war im Dauerkontakt mit dem Tower und der Tower mit Alvaro und Andreas. “Fliegt die Strasse entlang ins Tal” kam der Hinweis. Von 9500 Fuss tauchten wir hinab, runter unter die dicken weissen Wolken und in ca. 1000 Fuss ging es das Tal entlang, bis wir sicher in Chamonate landeten. Nach soviel Abenteuer wurden wir von Alvaro und Cecilia so richtig verwoehnt. Wir verbrachten 5 Tage in ihrem Strandhaus in der Bahia inglesia und schrieben alles Erlebte auf fuer das neue Buch ;-). Chamonate ist auch ein Gebiet mit vielen Gold- und Kupferminen. Als 2010  33 Bergleute in 700m Tiefe bei dem Grubenunglueck in der Gold- und Kupfermine San Jose 69 Tage lang eingeschlossen waren, war Alvaro der Erste der mit den Rettungsbohrungen vor Ort begonnen hat . Aber darueber mehr im Buch. Jedenfalls fiel der Abschied sehr, sehr schwer und wir hoffen Beide vielleicht in Frutilla wiederzusehen.

Von Chamonate ging es weiter ueber die Bergmassive nach Vallenar ein Flughafen wie ein Museeum. Der alte Tower ist zwar Termitenbefallen und nicht mehr nutzbar aber die Gebaeude, wo damals die LAN gegruendet wurde, einschliesslich dem alten Logo mit dem Condor, kann man besichtigen. Der Ort selbst ist ein typischer Ort der Grubenarbeiter, Gold und Silberlaeden, Bars, Casinos und Puffs¨, eben 100 Moeglichkeiten schwer verdientes Geld gleich wieder auszugeben und einem ueberteuerten Preisniveau.

Und so flogen wir am naechsten Tag auch ueber eine der groessten Goldminen Chiles auf dem Weg nach Ovalle. Aus der Luft sieht dieses Grubengelaende auch wirklich beeindruckend aus.

Heute bereiten wir uns auf den Weiterflug nach San Felipe oder Valparaiso vor. Andreas ist noch fleissig am planen. Jedenfalls sind wir nicht mehr weit entfernt von Santiago de Chile.

Bis bald Eure Trike Globetrotter

Doreen

 


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Chile – Wildromantische Schoenheit der Atacama Wueste um San Pedro de Atacama

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Salar de Atacama – Laguna Cejar

Heute moechte ich einfach einmal die Bilder sprechen lassen. Einfach anschauen und geniessen, ich glaube diese wildromantische Schoenheit der Natur kann man nicht in Worte fassen. Und diese Schoenheit kommt natuerlich so richtig mit dem Blick von oben zur Geltung und noch dazu zum Sonnenaufgang ueber der Atacamawueste. Dabei zaehlt die Atacamawueste zu den einsamsten und trockensten Landschaften unserer Erde und erstreckt sich ueber eine Flaeche von ca. 23.400 km2.

Ganz frueh am Morgen ertoent in der Stille Andreas seine Stimme “Clear Prop” als wir unseren Motor starten. Alles schlaeft noch, es herrscht absolute Stille und dann sehen wir die Felsen vom Valle de la Luna, die rot im Morgendlicht ergluehen, Flamingos mit ihrem wunderschoenen rosafarbenen Federkleid, die in der Salzlagune baden und Herden von Wildeseln, die Andreas zu einer rasanten Jagd im Tiefflug verleiten.

Flamingos beim morgendlichen Bad

Flamingos beim morgendlichen Bad

Das Valle de La Luna erinnert an die Oberflaeche des Mondes, woraus wohl auch der Name Valle de La Luna – Mondtal, abgeleitet wurde.

Bizarres Mondtal

Bizarres Mondtal

An der tiefsten Stelle der Atacama Wueste, in einer Senke, hat sich der groesste Salar Chiles, der Salar de Atacama gebildet. Die Fliessgewaesser der Umgebung sammeln sich hier verdunsten und lagern ihr Salz hier ab. Die Laguna Cejar, eine der Lagunen die sich inmitten des Salars befindet hat, so wurde es uns erzaehlt, ein Salzgehalt von 35 %. Im Vergleich dazu hat das Meer 18 %. Du kannst hier einfach nicht untergehen, ein besonderer Badespass.

Laguna Cejar - Untergehen nicht moeglich!

Laguna Cejar – Untergehen nicht moeglich

Salar de Atacames

Salar de Atacama

In der Ferne die Cordillaeren

In der Ferne die Cordillaeren

Ein kleiner Vorgeschmack auf unsere naechste Vortragstour im Januar 2015 sowie das zweite Buch und den naechsten Film. Hoffentlich ist eure Neugierde geweckt.

Viele Gruesse Eure Trike Globetrotter

Doreen

 

 


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Weihnachten in Arequipa und Neujahr unterm Sternenzelt in Chile

05.01.2014
Arequipa "Weiße Stadt"

Arequipa “Weiße Stadt”

Pünktlich am 24.12.2013 sind wir in Arequipa, der sogenannten “Weißen Stadt” noch innerhalb von Peru eingeflattert. Bei diesem Flug ging es hoch in die Bergwelt um Arequipa, so dass Sauerstoff unentbehrlich war. Auch wenn ich dieses zusätzliche Gebammel und diese Schläuche in der Nase überhaupt nicht leiden kann, so ist es doch lebensnotwendig. Bei 12.000 Fuss, unserer Flughöhe,zwar noch nicht ganz, aber man weiß ja nie was einen erwartet und ob man nicht doch aus irgendeinem Grund höher fliegen muß als geplant.

 

 

Abflug nach Chile

Platz da, jetzt kommen wir!

Nachdem unser Gunther gut im Hangar auf der Militärbasis untergebracht war, eine bessere Bewachung gibt es wohl nirgends,machten wir uns auf die Stadt zu erkunden und vor allem auf die Suche, nach einem ordentlichen Weihnachtschmaus. Natürlich träumten wir von Entenbraten mit Klößen und Rotkohl.Was hier in Peru wohl das traditionelle Weihnachtsessen ist? Wir fragten den uns vom General zur Verfügung gestellten Fahrer und erfuhren folgendes:

Die Bescherung findet üblicherweise erst 24.00 Uhr statt, da wird man lange auf die Folter gespannt! Danach gibt es einen Gemüsesalat zum Essen, danach einen Fruchtsalat, danach…… . Wie Fruchsalat? Gemüsesalat? unser Traum von einem knusprigen Entenbraten zerplatzte schlagartig. Aber wir gaben nicht auf und fanden in der historischen Altstadt, ein kleines Familienrestaurant mit traditionell peruanischer Küche und……? ja, einem Weihnachtsmenü. Wir stießen mit zuuuckersüüüßem Sekt an, aber heute schmeckte uns dieser fantastisch. Dazu gab es, na? jawohl Entenbraten, drei dicke Scheiben lagen da auf meinem Teller! Klöße und Rotkohl zwar nicht, aber dafür deutschen Walldorfsalat (der ist hier in Peru sehr beliebt), Süßkartoffelpüree, Mangosalat, arabischen Reis mit Feigen und Hackfleisch mit Rosinen. Man das war lecker! Und zur besonderen Freude hat uns unser Freund Hardy auch noch einen Christstollen aus Deutschland mitgebracht. Was für ein Fest!

Endlose Weite - Atacames Wüste

Endlose Weite – Atacames Wüste

Es gibt übrigens unterschiedliche Geschichten warum Arequipa die “Weiße Stadt” genannt wird und das historische Stadtzentrum zählt zum Unesco Weltkulturerbe. Die eine Version ist, dass sich dieser Beinamen auf das weiße Vulkangestein bezieht , mit dem viele der alten historischen Gebäude im Stadtzentrum erbaut wurden. Die andere Version ist, das sich dieser Name auf die hellere Hautfarbe der einstmals im Stadtzentrum lebenden spanischstämmigen Bewohner bezieht, die es den Einheimischen verboten in der Innenstadt zu leben oder diese zu betreten.

 

Arequipa hat viel zu bieten, neben der schönen Bergwelt mit den großen Vulkanen Misti, Chachani und Pichu Pichu (hier in den Bergen entspringt auch die Quelle des Amazonas),  lädt der herrliche Plaza mit der Kathedrale zum verweilen ein und ein Klosterbesuch in Santa Catalina ist ein muss. Das Kloster Santa Catalina ist eine Stadt in der Stadt, 20426m² groß, und die Nonnen durften diese früher nie verlassen. Viele der reichen spanischen Familien gaben ihre zweite Tochter für „Gott und Himmelreich“ ins Kloster. Die Erste hatte zu heiraten, die Dritte musste zum Militaer und die Vierte kümmerte sich um die Eltern. Für die Aufnahme ins Kloster musste eine Mitgift von mindestens 1.000 Goldpesos gezahlt werden. Die Nonnen lebten dort in eigenen kleinen Häusern ausgestattet mit englischen Teppichen, spanischen Seidenvorhängen, flämischen Spitzentüchern, gepolsterten Stühlen, Damast, feinem Porzellan und Silber und ließen sich von Sklavinnen bedienen. Erst nach der Reform im Jahre 1871 wurden auch Novizinnen ohne Mitgift aufgenommen und man ging mehr zu einem Gemeinschaftsleben über.

Immer hungrig!

Immer hungrig!

Aber genug der Schwärmerei. Am 28.12.2013 haben wir dann Chile, das 12 Land auf unserer Route erreicht. Von Arica, Iquique ging es nach San Pedro de Sula in die Atacames Wüste. Hier haben wir Neujahr bei Mariano und Mati bei einem eher argentinischen Barbeque (Mariano stammt ursprünglich aus Argentinien) verbracht. Und das wird richtig zelebriert. Bei perfekter Glut wurde mit viel Ausdauer, 3,5 Stunden lang, eine halbes Rind gegrillt. Das Fleisch wird nur gesalzen und hat einen extrem guten, puren Geschmack. Happy New Year unterm dem geballten Sternenfeuerwerk mitten in der Atacames Wüste, einzigartig schön!

Ein glückliches neues Jahr 2014 euch allen!

Eure Trike Globetrotter

Andreas und Doreen


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Frohe Weihnachten aus Peru, Gutes Neues Jahr hoffentlich aus Chile!

23.12.2013

Bitte hier drauf klicken:
Trike Globetrotter - Weihnachtsgrüße 2013

photoENG


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