Trike-Globetrotter

In 988 Tagen die Welt entdecken – die etwas andere Weltumrundung in einem fliegenden Motorrad… Der Trike-Globetrotter Andreas Zmuda berichtet auf traveldiary.de regelmäßig in Wort und Bild!

Paraguay – Feuertaufe, Soja und deutsche Landsmaenner!

02.07.2014
Auf nach Paraguay! Take off mit den ersten Sonnenstrahlen in Posadas.

Auf nach Paraguay! Take off mit den ersten Sonnenstrahlen in Posadas.

Von Concordia ueber Curazu und Posadas (Argentinien) fliegen wir  bis nach Ciudad el Este  in Paraguay, dem 15 Land auf unserer Welttour, und landen vor der TAM auf dem Guarani International Airport. Hier in Paraguay wollen wir unserem Regenwaldaufforstungsprojekt  einen Besuch abstatten. Allerdings sind fuer die naechsten Tage heftige Gewitterstuerme im Anmarsch und es ist nicht sicher ob wir ueberhaupt in Richtung Colonia Independencia fliegen koennen. Es gibt dort keinen Hangar und nur eine provisorisch vorbereitete Piste, die bei starken Regenfaellen wortwoertlich im handumdrehen davon gespuelt wird.

Weite Wiesen und Felder. Hauptanbauprodukt ist Soja.

Weite Wiesen und Felder. Hauptanbauprodukt ist Soja.

Doch zunaechst muessen wir uns um die Einreiseformalitaeten kuemmern. Der Empfang ist auch hier sehr herzlich, niemand hat anscheinend das El Capital gelesen und ruck zuck haben wir unsere Stempel. Wir machen Gunther gerade bei den Feuerwehrleuten  wetterfest, als gelbe Panzerwagen auf das Vorfeld rollen. Ich zaehle 1,2,..5,…15 – das nimmt kein Ende. Eine kleine Chessna steht dort auf dem Vorfeld und ich kann es nicht richtig erkennen, irgendetwas wird dort verladen. Gold, Diamanten, …? Ich staune nicht schlecht, was alles in die kleine Maschine passt. Mit dieser Fracht ist das ein millionenschwerer Goldvogel. Doch dann werde ich abgelenkt. Was ist denn da drueben bei den Feuerwehrleuten los? Ein junger Flugschueler wird zuerst mit Wasserfontaenen aus den Feuerwehrautos bespritzt. Wie ein begossener Pudel steht er da. Aber damit nicht genug, seine eigenen Pilotenkollegen schuetten ihm dickes, triefendes, schwarzes Motorenoel ueber den Kopf , einer nach dem anderen. Das pechschwarze Oel tropft von ihm herab und er steht da wie die Pechmarie aus Frau Holle. Dann kommen wieder die Wasserfontaenen zum Einsatz. Eine echte Feuertaufe! Nikolas, der Flugschueler hat heute seinen ersten Soloflug absolviert und das soll nun Glueck bringen. “Ja und heute Abend feiern wir bei einem zuenftigen Asado auf seine Rechnung und  Ihr seid herzlich eingeladen”, ruft uns sein Fluglehrer zu.P1310674_neu

Nach einigen Tablas und noch mehr geleerten Biersaeulen ist Marios, der kleine dicke schon etwas in die Jahre gekommene Flugleher, nicht mehr zu stoppen. Zuerst schwaermt er von seinem herrlichen Land, aber noch mehr schwaermt er von den wunderschoenen Frauen hier. Seine aktuelle Freundin ist 30 Jahre juenger als er. “In Paraguay gibt es so vieeel mehr Frauen als Maenner, auf 10 Frauen kommt ein Mann – ich liebe dieses Paradies!” und mein Kapitaen? Der spitzt die Ohren.

Ein richtig zuenftiges, paraguayisches Asado gibt es am naechsten Abend mit viel Johnny Walker und eine Huehnersuppe, im grossen Kessel ueber dem offenen Feuer zubereitet, am naechsten Morgen, lecker! Nur der Typ der uns mindestens 99 mal ins Haus seiner Eltern zu einem gegrillten Amarillo (Guerteltier) eingeladen hat, hat das wohl nach dem 10 Glas Johnny Walker nun doch vergessen. Aber wir sind ohnehin genudelt und haben nun etwas Zeit um die Stadt zu erkunden.

Paraguay - Rote Erde und Soja!

Paraguay – Rote Erde und Soja!

Ciudad el Este ist fuer mich eine der haesslichsten Staedte die ich je gesehen habe. Das Zentrum ist ein riesengrosser Shoppingmoloch. Nobelkaufhaeuser eingekeilt zwischen schmutzigen Strassenstaenden. Uberteuerte Taxis, millionen “fliegender Strassenhaendler”, Penner und eine Armada an Sicherheitskraeften und Polizei mit schwerer MP. Pures Chaos. Verstopfte Strassen und Gassen und meterhohe Muellberge. Ich fuehle mich hier sehr unwohl, halte meine Hosentaschen zu und fluechte ins erstbeste Kaufhaus, das Mona Lisa. Hier ist etwas Zivilisation, ich atme durch und staune nicht schlecht. Hier gibt es bekannte Markenartikel und vor allem Parfuem und Kosmetikartikel sowie erlesene Weine alles vom allerfeinsten und zu Superschnaeppchenpreisen. Beispielsweise kostet hier mein Lieblingsparfuem, auf das ich nun schon zwei Jahre verzichte, 22 USD statt 65 Euro. Ich neble mich mit einer dicken Probewolke ein. Wie in Trance wandeln wir durch diese Glitzerwelt. Laufen die Rolltreppen empor und wundern uns nicht das diese nicht mehr funktionieren, wundern uns auch nicht das ausser uns nur noch Sicherheitskraefte und 1-2 Verkaeufer im Geschaeft sind. Wir erreichen das oberste Stockwerk, den Restaurantbereich und hier werden wir jaeh von einem schwarzbekleideten Sicherheitsmann gestoppt. Wir moechten ihm doch bitte hinunter folgen und das Kaufhaus verlassen. “Wieso dass, ich bin doch noch gar nicht fertig mit gucken!” Elegant und dezent weisst uns der Mann in schwarz darauf hin, das das Kaufhaus bereits seit einer halben Stunde geschlossen ist. Aber es ist doch erst 16.30 Uhr? Als ich an dem schwerbewaffeneten Wachmann hinaus auf die Strasse trete, traue ich meinen Augen nicht. Alle Strassenstaende sind verschwunden, alle Geschaefte geschlossen, geblieben sind die Berge voll Muell und unheimliche Gestalten. Mit dem Dunkelwerden werden die Buergersteige hochgeklappt und alle fluechten aus dieser Zone. “Schatz, komm wir sollten hier lieber auch schnell verschwinden!”P1310736_neu

Fliegen oder nicht fliegen, das ist wieder einmal die Frage aller Fragen. Die Gewitterwolken haben das Gebiet um Colonia erreicht, die Piste ist sicherlich unbenutzbar und das Risiko festzusitzen und nicht rechtzeitig in Brasilien zu sein viel zu hoch. Totzdem wollen wir einen besseren Eindruck von Paraguay bekommen. Immerhin sind fast 120.000 Deutsche hierher ausgewandert und jaehrlich werden es mehr. So auch Peter (Ultraleichtpilot) mit seiner Familie. Sie leben in der deutschsprachigen Kolonie Independencia mit 5600 Einwohnern. Das Gebiet liegt rund 180 km östlich von der Hauptstadt Asuncion und wurde 1919 durch Winzer aus Baden gegruendet. Wein finden wir hier allerdings nicht mehr. Dafuer gibt es im zuenftigen Wirtshaus mit antiker Kegelbahn ein ordentliches Weissbier, Kartoffelsuppe mit Frankfurter Wuerstchen, Rinderleber Berliner Art und vieles mehr. Es gibt einen deutschen Baecker, Fleischer, Friseur, Hotel, Zahnarzt, Schule – einfach alles. Eine deutsche Enklave in einer fremden Welt. Doch nach ein paar Tagen der herzlichen Gastfreundschaft muessen wir weiter. Brasilien und die WM ruft und der Flug ueber die Iguazu Wasserfaelle.

Eure Trike Globetrotter

Doreen

 

 


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Argentinien – Uruguay und “Du” Herr Gouverneur!

26.06.2014
Nur ein Hopser ueber den Rio Uruguay und wir sind in Uruguay

Nur ein Hopser ueber den Rio Uruguay und wir sind in Uruguay

Endlich koennen wir den Trubel in Rosario hinter uns lassen. Hier oben in ca. 3500 ft hoeren wir nur das vertraute brummen unseres Motors. Ca. 3,5 Stunden dauert der Flug. Unter uns sehe ich Wiesen, Felder, weite flache Landschaften, das Ganze wirkt sehr beruhigend auf mich. Lasse meine Gedanken fliessen, als wir uns Concordia naehern. Beim Landeanflug fliegen wir direkt ueber eine Autorennstrecke,die Motoren droehnen fast so laut wie unserer. Einige Testfahrer sind auf der Piste unterwegs und ich hoffe das es Schumi bald besser geht. Der Funk reisst mich aus meinen Gedanken. Das darf doch nicht wahr sein! Wieder sitzt uns ein zweites Flugzeug im Genick. Ich spuere wie sich mir die Nackenhaaerchen aufstellen und ich bin sofort hellwach. Der andere meldet bereits “Final” und so werden dieses Mal Wir auf eine Ehrenrunde geschickt. Geschaetzte 500 Meter unter uns, auf 3 Uhr sehe ich das Flugzeug landen. Ok, keine Gefahr mehr.

Auch hier in Concordia liest man das El Capital! Der Empfang ist herzlich, “Ihr seid doch die beiden Deutschen die fast mit der TAM zusammen gestossen sind!” “Ha, ha” – lautes Gelaechter. Nun, mit 3,5 Flugstunden Abstand koennen auch wir darueber lachen. Der Tankwart, mit seinem grossen Kullerbauch, beweist Managerqualitaeten. “Dort koennt ihr parken, einen Hangar besorge ich euch, aber jetzt fahren wir schnell Mittagessen, ihr seid bestimmt hungrig und ach, ein billiges Hotel kenne ich auch. Alberto, da drueben der mit dem Hangar, der nimmt euch mit in die Stadt! Also der  Mann weiss was wir zwei Flieger jetzt brauchen!

Autorennstrecke vorgelagert dem Flughafen in Concordia

Autorennstrecke vorgelagert dem Flughafen in Concordia

Doch die Dusche muss noch warten. Wir wollen ja von Concordia, Argentinien, nach Salto in Uruguay ausfliegen und Concordia ist kein internationaler Flughafen. Damit das moeglich ist, muss in Buenos Aires beantragt werden, das der Flughafen fuer einen bestimmten Zeitraum als internationaler Flughafen autorisiert wird. “Und das soll funktionieren?, frage ich skeptisch. Ueberraschend schnell und unbuerokratisch ist das per e-mail und Telefon geklaert. Auch Uruguay haendelt das sehr entspannt. Nur der Zoll in Concordia hat heute kein Personal, so dass  wir erst am naechsten Morgen fliegen koennen. Schade, nun ist Uruguay schon so nah, das wir fast hinueber spucken  koennen.

Rio Uruguay - die Grenze zwischen Argentinien und Uruguay

Rio Uruguay – die Grenze zwischen Argentinien und Uruguay

“Was solls, den kleinen Huepfer ueber den Grenzfluss schaffen wir auch morgen frueh” sage ich zu meinem Kapitaen und wir machen uns auf das nette Staedtchen zu erkunden. Bislang hat sich Andreas ja erfolgreich davor gedrueckt Mate, das bittere Nationalgetraenk der Argentinier zu probieren. Jung und Alt trinkt es, von frueh bis spaet und an allen Orten wird es zelebriert. Ohne Thermoskanne und Matebecher geht hier niemand aus dem Haus. Durschnittlich betraegt der Jahreskonsum ca. 6,8 Kg (getrocknete Blaetter) pro Kopf. Der Jahreskonsum an Bier betraegt ca. 126 Liter pro Kopf in Deutschland.

Aber nun stand da diese nette, junge Dame, mit den knallroten Lippen und einem umwerfenden Laecheln mitten auf der Plaza und bereitwillig folgte Andreas ihr in ihren Truck – zur Mateverkostung. Brav trinkt er Mate traditionell, schoen bitter, Mate gekocht (aehnlich wie Teebeutel) und loeffelt seinen geeisten Mate in sich hinein. Dabei klebt er foermlich an den Lippen der Dame um ihren Erlaeuterungen zu folgen. Nun jedenfalls hat das Getraenk eine recht belebende Wirkung auf uns.

Salto Uruguay - Das 14 Land auf unserer Tour

Salto Uruguay – Das 14 Land auf unserer Tour

Am naechsten Morgen fragt Uruguay schon ungeduldig nach, wo wir denn bleiben. Schnell das bisschen Papierkram erledigen, Flieger gucken, 25 USD an den Fahrer vom Zoll abdruecken (natuerlich ohne Quittung) und ab geht die Post bzw. Gunther. Hop`s ueber den Rio Uruguay und schon sind wir drueben. Pass auf, Stempel rein, 30 USD Einreisegebuehr und ab zu den heissen Quellen.

Wir goennen uns eine Nacht in Dayman. Dieser kleine Ort kommt mir geisterhaft skuril vor. Alles was die Leute hier tragen sind Bademaentel. Ob jung oder alt, Mann oder Frau, ueberall weisse Bademaentel. Im Hotel, im Restaurant, im Supermarkt, an der Tankstelle, an der Bar – ueberall Leute im weissen Bademantel. Nur wir fallen aus dem Rahmen, denn in unserem Minigepaeck ist kein Platz fuer einen Bademantel.

Neuer Fashiontrend - "Alles Bademantel, oder Was?"

Neuer Fashiontrend – “Alles Bademantel, oder Was?”

Wie neu geboren und um 100g schwerer treten wir den Rueckflug nach Argentinien an. 100g schwerer weil ich nun einen Amethyst, den Nationalstein Uruguays, bei mir trage. Ein Geschenk vom Barmann. Dasselbe Prozedere wie zuvor, Flughafen Concordia internationalisieren, Ausreisestempel, Hops ueber den Fluss, Einreisestempel. Ich staune nicht schlecht was hier fuer ein Empfangskommitee auf uns wartet. Ein supermoderner Hubschrauber steht abflugbereit auf dem Vorfeld und da kommt ein schnittiger Laerjet angedonnert. Wir plaudern etwas mit dem Passagier, verteilen unser Kaertchen, der mit der Profikamera schiesst ein paar Fotos und dann verabschiedet sich auch schon unser Passagier mit den schwarzen auf Hochglanz polierten Lackschuhen, der eleganten schwarzen Buegelfaltenhose, dem bluetenweissen Hemd und dem leicht grau meliertem Haar: “Ich muss leider weiter, ich bin uebrigens der Gourverneur”. Mit diesen Worten steigt er in seinen Privathubschrauber und fliegt nach Hause. Tschuess “Du” Gouverneur denke ich, aber ich glaube er hat uns das “Du” nicht uebel genommen. “Naechstes Jahr kandidiert er als Praesident”, verraet uns Alberto. “Schatz drei Tage keine Haende mehr waschen” ;).

Eure Trike Globetrotter

Doreen

 


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“TAM GO AROUND” Fastzusammenstoss beim Landeanflug in Rosario Argentinien

18.06.2014

P1310082 Wo war ich doch gleich stehen geblieben? Ja, richtig Rufino und Venato Tuerto in Argentinien. Sorry das wir euch so vernachlaessigt haben, aber wir mussten unbedingt puenktlich zum WM Start unser Domizil in Brasilien erreichen und das zweite Buch “Vogelfrei” fertig stellen. Wir  sind geflogen, was Gunther und das Wetter nur so her gaben und haben unglaublich viel erlebt. Also, wo fange ich nun an zu berichten, Argentinien, Uruguay, Paraguay oder beim WM Fieber in Brasilien? Ok, eins nach dem anderen, schliesslich moechte ich euch nichts vorenthalten.

Wir sind Argentinien. Es ist der 04.05.2014. Wir lassen Rufino mit den Millionen von Moskitos und Venato Tuerto mit all unseren Freunden hinter uns. “Que barbaro” was soviel heisst wie “unglaublich” klingt noch in unseren Ohren nach. Wir nehmen Kurs auf den internationalen Flughafen Fisherton in Rosario. 30 Milen entfernt vom Flughafen nimmt Andreas Kontakt mit dem Tower auf. Er teilt dem Tower unsere exakte Position und unsere Absicht dort zu landen mit. Der Tower antwortet: “N217TG please report 10 miles out.”

P1310083Einige Zeit spaeter und 10 Milen vom Flughafen entfernt meldet Andreas wie vorgegeben unsere Position. Der Tower antwortet nun:”N217TG please report 4 Miles out, airport insight. Nur Sekunden spaeter meldet ein Airbus von der brasilianischen Fluglinie TAM: “40 miles out for landing in Rosario”. “40 Meilen entfernt zur Landung in Rosario?!” Mir wird heiss und kalt zugleich, das bedeutet der Airbus landet zur gleichen Zeit wie wir! Gut, waehrend unserer Tour hatten wir bereits solche Erlebnisse und so beruhigte ich mich. Schliesslich gibt es ja einen Tower. Bestimmt schickt uns der gleich auf einen anderen Kurs, so dass wir einige Minuten nach dem Airbus landen. Angestrengt lausche ich auf meinen Funk. Nichts. Keine Reaktion vom Tower!? Also fliege ich weiter auf meinem Kurs in Richtung Rosario und weise Doreen an Ausschau zu halten nach irgendwelchem Verkehr.

Ich bin nur noch 4 Meilen entferntund melde dem Tower: “Rosario Tower, N217TG. I`m 4 miles out from your airfield”. ATC antwortet:”report short final”. Dann hoere ich nur wenige Sekunden spaeter die TAM:”10 miles out”. Und der Tower? Nichts! Keine Reaktion. Ich habe ein ungutes Gefuehl, fliege seitlich, nicht auf der direkten Linie in Richtung Landebahn und immer absteigend um in letzter Minute wegdrehen zu koennen. Krampfhaft suche ich den Himmel ab, kein Airbus hinter mir zu sehen. Die Landebahn ist bereits in Sicht. Scheiiiisseee, was ist das? Direkt vor uns. Ich hoere gerade noch wie der Tower schreit:“TAM GO AROUND”!!! und der riesige Airbus zieht steil fast gerade wie eine Rakete, nach oben weg.

Ich lande! Der Airbus dreht eine Extrarunde und landet ca. 15 Minuten spaeter. Das war aber knapp denke ich bei mir und will mit dem Tower sprechen. Doch Operation erklaert uns sofort das das ein Fehlverhalten des TAM Piloten gewesen ist und der Tower alles richtig  gemacht hat. Naja, wie auch immer wir sind heil unten und froh in Rosario zu sein.

P1310099

Einen Tag spaeter ist in allen Zeitungen  zu lesen: “Schwerwiegender Zwischenfall…..”; “Ein Flugzeug der TAM ist fast mit einem Ultraleichtflugzeug bei der Landung in Fisherton kollidiert”; “Tower gab uns ok zur Landung aber hinter uns kam ein grosses Flugzeug”; …… . Der Vorfall ist auf allen Titelseiten zu lesen und auf den Innenseiten der Zeitungen auch noch.

Schlagartig waren wir ueberall bekannt, die Telefone ruhten nicht und wir mussten das Hotel wechseln um den zudringlichen Journalisten zu entgehen. Ungewollt waren wir in einen politischen Konflikt zwischen Flughafenleitung und der Presse / Zeitung geraten und standen nun zwischen den Fronten. Der Flughafen wollte den Ball flach halten und moeglichst von einer grossen Untersuchung ablenken, die Presse wollte alles haarklein an die Oeffentlichkeit bringen. Und wir? Wir wollen ja eigentlich nur fliegen und keinen Aerger!

Andreas musste bei der Sicherheitsabteilung des Flughafens eine Schilderung der Situation abgeben, von einer Anzeige haben wir abgesehen. Trotzdem waren wir froh als wir endlich nach Concordia, dem letzten argentinischen Ort vor Uruguay, weiterfliegen konnten. Hoffentlich liest hier niemand das el Capital :).

Eure Trike Globetrotter

Doreen


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Blutruenstige Monster, Tango und Boca Juniors

11.05.2014
Morgenstimmung beim Flug ueber die Weiten der Pampa

Morgenstimmung beim Flug ueber die Weiten der Pampa

Wir erreichen Santa Rosa, was auch noch in La Pampa liegt, aber etwas mehr Kleinstadtcharme versprueht. Kaum sind wir gelandet werden wir auch schon vom Kapitaen der Aerolinas Argentinas auf einen Freiflug nach Buenos Aires eingeladen. Wir ueberlegen nicht lange und ab geht die Post mit dem grossen Vogel in die Metropole des Tangos und des Fussballs. Einmal war ich bereits in dieser lebendig, charmanten Stadt und ich freue mich darauf Andreas seine Stadtfuehrerin zu sein, aber auch darauf mit ihm gemeinsam Neues zu entdecken und diese Stadt einfach zu fuehlen.

Morgennebel ueber den Wiesen

Morgennebel ueber den Wiesen

Ich sage nur San Telmo – beruehmt fuer den riesengrossen Antiquitaeten- und Troedelmarkt und die Tangobars, La Boca – mit El Caminito (dem kleinen Weg) der bekannt ist fuer die bunten Wellblechhaeuser die aus dem Blech alter Schiffswrackes gebaut wurden und dem beruehmten Fussballstadion “La Bombonera” (Pralinenschachtel) des Fussballclubs Bocas Juniors, die von den Argentiniern als groesste Strasse der Welt bezeichnete Avenida 9 de Julio mit dem Teatro Colon und dem Obelisken, das Stadtzentrum mit den schoenen historischen Gebaeuden, aber auch moderner Architektur am Puerto Madero, Palermo Hollywood mit seinen  vielen Restaurants, Clubs, Cafés, Strassenmusikanten und seinem aktivem Nachtleben, Recoletta mit dem Geschichten erzaehlenden Friedhof und dem Grab von Eva Peron und vieles mehr ……..Plattfuesse! Ob wir ein Fussballspiel der Bocas Juniors live gesehen haben, Andreas nun Tango tanzen kann und was wir noch so erlebt haben, das koennt ihr im Buch nachlesen dafuer reicht der Platz hier nicht aus. Auf jeden Fall war dieser Ausflug kulturell, kulinarisch und sportlich gesehen ein Abenteuer fuer sich.

Grandiose Stimmung in den Weiten der Pampa

Grandiose Stimmung in den Weiten der Pampa

Von Santa Rosa aus heisst unser heutiges Flugziel Rufino. Eine kleine Graspiste die ca. 3 Flugstunden von Santa Rosa entfernt liegt und wo wir zelten koennen. Noch ist starker Nebel und der Flughafen in Santa Rosa gesperrt, aber wenigstens warten wir dieses Mal nicht alleine, sondern die Mannschaft vom Militaerhubschrauber mit uns. Die duerfen naemlich auch nicht starten. Die Piloten sind genauso ungeduldig wie Andreas. Zu Dritt marschieren Sie nun alle 30 Minuten zu Operaciones und erkundigen sich nach der aktuellen Wetterlage. Gegen 11.00 Uhr bekommen wir endlich Startfreigabe. Wir geniessen den Flug, alles ist ruhig und entspannt. “Schatz das sieht alles sehr sumpfig aus da unten”, bemerke ich so nebenbei. Die Kuehe stehen im Wasser, die Felder sind ueberschwemmt. Alles sieht aus wie ein endloses Sumpfgebiet.

Ueberschwemmungen nach starken Regenfaellen

Ueberschwemmungen nach starken Regenfaellen

“Schnuddelbacke, davorne siehst du unsere Piste? Auf der linken stehen Pfuetzen. Ich nehme die Grosse rechts. Wenn ich weiter vorne aufsetze, das sieht doch ganz gut aus!” Wir landen soft im weichen Rasen und sind prompt umzingelt von Millionen von ausgehungerten Blutsaugern. Wir springen und tanzen wild um uns schlagend herum, nehmen weder die Helme noch die Brillen ab. Unsere Geheimwaffe “OFF” versagt total. Nur mir wird schwindlig von dem beissenden Duft des Antimueckensprays. “Zelten hier, kannst du vergessen. Los lass uns abhauen hier!”, meutere ich. “Einsteigen bruellt mein Kapitaen.”   Wir heben ab ohne Plan wohin, mit nicht mehr sehr viel Benzin im Tank. Mir egal, ich will nur weg hier. Unendlich lange Minuten vergehen bis der Kapitaen mitteilt: “Hier in Venado Tuerto ist eine Asphaltpiste, das koennen wir mit unserem Benzin schaffen”. Asphaltpiste, ich kann unser Glueck kaum fassen. Asphaltpiste bedeutet bestimmt weniger blutruenstige Monster. Rufino das muss das argentinische Wort fuer Moskitos sein!

Watermarked Photo 5

Ich muss lachen, bei dem Gedanken, das ich unbedingt ueber die Iberia Suempfe fliegen wollte. Zum Glueck liegt das nicht auf unserer Flugroute.

Nach 4 Stunden und 12 Minuten landen wir mit dem letzten Tropfen Benzin und ohne Navigation, das hatte vorher den Geist aufgegeben, in Venado Tuerto. Zum Glueck klappt das mit der Orintierung meines Kapitaens in der Luft besser als am Boden. Hier werden wir sehr herzlich empfangen, Gunther bekommt seinen Hangar und wir ein zuenftig argentinisches Barbecue.

Gut, ein paar von den kleinen Blutsaugern piesacken uns auch hier……..

Fortsetzung folgt

Eure Trike Globetrotter

Doreen


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Von den Anden, auf der Suche nach den XXL Ostereiern in die tiefste Pampa Argentiniens

08.05.2014
Flughafen General Acha inmitten der Pampa Argentiniens

Flughafen General Acha inmitten der Pampa Argentiniens

Goldener Herbst in Argentinien

Goldener Herbst in Argentinien

In uns tragen wir immer noch das Hochgefuehl von der erfolgreichen Andenueberquerung. Das haben zu dieser Jahreszeit und von Puerto Montt nach Bariloche im offenen Ultraleichtflugzeug noch nicht viele gewagt. Eigentlich kenne ich Keinen. Aber nach ein paar schoenen Tagen, mit neuen Freunden in dem wunderschoenen San Martin de los Andes heisst es nun heute Abflug. Aufbruch zu neuen Abenteuern und “Land gewinnen” denn die Laubbaeume zeigen bereits eine sehr herbstliche Faerbung und verlieren bereits ihr Blaetterkleid.

Wir entfernen uns immer weiter von den weissgekroenten Gipfeln der Andencordillere, befinden uns aber immer noch in Patagonien. Die Landschaft wird karger, trockener, flacher. Riesige Weiten. Egal wohin man schaut, es ist nichts als tristes Land und hier und da eine Offroadpiste oder eine Erdoelpumpe zu sehen. Wir fliegen in Richtung Neuquen, der Hauptstadt der Provinz Neuquen. Diese Gegend ist neben Erdoel vor allem bekannt fuer Aepfel, Wein und Dinosaurier. So unwirklich wie diese Gegend hier ist, schaue ich hinunter und kann mir gut vorstellen wie eine Herde von Brachiosaurussem, ein  Titanosaurus oder ein Tyrannosaurus durch die Weiten stapft und die Erde erbebt. Doch dann leuchtet mir etwas tuerkisblau aus der Ferne entgegen und ich werden aus der Trias und Jurazeit, in der alle Kontinente  noch zu der grossen Landmasse Pangaea vereinigt waren, zurueckgeholt ins Jetzt und Heute.

Groesste Wasserkraftanlage Patagoniens in Villa el Chocon

Groesste Wasserkraftanlage Patagoniens in Villa el Chocon

Wir fliegen gerade auf El Chocon, die groesste Wasserkraftanlage in Patagonien zu. Mit ihr wird  der Abfluss im Río Limay bis hin zum Río Negro kontrolliert und gesteuert und was da so herrlich tuerkisblau in der Sonne leuchtet ist der zugehoerige Stausee Ezequiel – Ramos – Mexia. Ich recke meinen Hals, denn hier in dem Gebiet wurden nicht nur die Fossilien des Giganotosaurus entdeckt, sondern (passend zu Ostern) auch die ganz dicken Eier und es sind originale Fussabdruecke im Freien, am See zu besichtigen. Der Giganotosaurus zaehlt uebrigens zu einen der größten bekannten landlebenden Fleischfresser der Erdgeschichte. Waehrend in mir so richtig das Dinofieber entflammt, kaempft mein Kapitaen mit der Landung. Ich lasse ihm keine Zeit zum verschnaufen, auf zu den Dinos! Ich schleppe ihn ins Stadtmuseeum nach Villa Chocon um den Giganotosaurus aus der Naehe zu sehen, sowie die Eier und die Riesenfussabdruecke. Danach weiter nach Plaza Huincuil ins Museeum Carmen Fumes, wo eine Replik und Knochen des Argentinosaurus zu bestaunen ist.  Diese Región zaehlt zu den ergiebigsten Dinosaurierfundstellen Suedamerikas, leider oder  zum Kapitaensglueck sind die aktuellen Ausgrabungsstaetten fuer Besucher geschlossen. “Auf die Dinos!” zur Abrundung unserer Dinojagd stossen wir mit einem ausgezeichneten argentinischen Malbec “Saurus” vom Weingut Schroeder an. Und wie der Name es schon verraet wurde beim Erbau des Weinkellers ebenfalls ein Dino gefunden “Dino Schroedi” und dieserm verdankt der edle Tropfen nun seinen Namen.

Achtung die Dinos sind los! Jurassic Park auf Argentinisch.

Achtung die Dinos sind los! Jurassic Park auf Argentinisch.

“Das Wetter sieht gut aus. Heute machen wir Strecke. Wir fliegen am Vormittag ca. 3 Stunden bis General Acha und am Nachmittag gleich noch weiter nach Santa Rosa. Los einsteigen!” Die Landschaft bleibt trostlos. Wir verlassen die Provinz Neuquen und sind nun in der Provinz La Pampa. Der Flug ist ruhig und entspannt und planmaessig landen wir auf der grossen Asphaltpiste in General Acha. Hier ist alles verlassen, die Gebaeude stehen leer und sind verfallen, eine alte Tanksaeule hat Museeumscharakter. Weit und breit kein Mensch. Das Dorf ist ca. 3,5 km entfernt. Die einzige und auch so genutzte Asphaltstrasse ist die Landepiste, sonst gibt es hier nur Sand. Nun weiss ich wo das Sprichwort herstammt “ab in die Pampa” und diese hier mach ihrem Namen alle Ehre. An der Tuer zum ehemaligen Flughafengebauede befindet sich eine Telefonnummer vom Flughafenmanager Charlos. Flughafenmanager, hier? Aber es funktioniert. Carlos kommt ueber die Landepiste mit seinem Auto angebraust und so klaert sich das Problem Benzin zu holen. Allerdings ist inzwischen sehr starker Wind aufgekommen und ein Weiterflug heute unmoeglich. Wir sitzen also fest, inmitten der Pampa. Stolz schliesst uns Carlos das Flughafenbuero auf. Ohje, denke ich. Wir kaempfen uns durch Spinnenweben, ueberall schwirrt und krabbelt etwas, hier hat schon Jahre niemand mehr geputzt.

Aepfel, Wein und Gummibaerchen - Región Neuquen

Aepfel, Wein und Gummibaerchen – Región Neuquen

Es gibt einen alten verstaubten Tresor, “Welche Schaetze sich darin wohl noch verborgen?”, frage ich mich. Einen Kamin sogar mit Feuerholz und einen voellig verklebten Plastiktisch mit zwei Stuehlen. “Also ich schlafe im Zelt” lautet meine klare Ansage und Andreas widerspricht mir nicht. waehrend ich unser Nachtlager vorbereite marschiert Andreas die in Summe 7 km auf der Suche nach Nahrung und einer Flasche Wein fuer den romantischen Abend in absoluter Zweisamkeit zum Dorf. Im Gegensatz zu meinem Kapitaen bin ich optimistisch das der Wind nachlaesst und wir morgen Santa Rosa erreichen werden. Erst nach langer, sehr langer Zeit kehrt Andreas zurueck, “Und was hast du mitgebracht? Voller Vorfreude auf einen leckeren Wein  schaue ich neugierig in den Beutel und enttaeuscht wieder zu Andreas, eine Flasche Bier und 500 g Hundefutter, fuer unseren neuen Streuner. “Wie, du laeufst 7 km fuer eine Flasche Bier? Wieso hast du nicht wenigstens zwei mitgebracht oder hast du Deine schon unterwegs getrunken? Er ist voellig fertig und ich maule ihn auch noch an. Mit haengenden Ohren steht er vor mir. Ich druecke ihn und wir machen es uns gemuetlich. So sitzen wir nun unter dem suedlichen Sternenhimmel, inmitten der Pampa, geniessen unsere Flasche Bier und hoffen auf Morgen.

Fortsetzung folgt.

Eure Trike Globetrotter

Doreen

 

 


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Endlich… wir haben die gewaltigen, schneebedeckten Anden erfolgreich überquert!

14.04.2014

Titel

 

11.April 2014, 16.12 Uhr – Anruf beim meteorologischen Institut, Abteilung Flugwetter, Puerto Montt / Chile.

“Hallo Andreas, Morgen früh wird noch starker Nebel in Puerto Montt sein aber am Nachmittag sehe ich vom Wind und der Bewölkung ein kleines Wetterloch für Dich über den Anden”

“Okay dann komme ich so gegen 11 Uhr zum Flughafen? Reicht das oder soll ich früher kommen”

“Ja 11 Uhr, vorher hat das keinen Sinn. Tschüss”

12.April 2014, 07.28 Uhr – Ich werde auch ohne Wecker wach, sehe aus dem Fenster und … kein Nebel, dafür Sterne und einen Vollmond. Ich springe mit 200 Blutdruck aus dem Bett und rufe das meteorologischen Institut an:

“Morjen wie ist das Wetter bei Euch?”

“Freier Himmel, kein Wind. Berge frei, keine Wolken auch in Argentinien. Nur in den Bergen etwas Wind. Komm so schnell Du kannst”

Ich könnte die Dame von gestern würgen. Leider war Schichtwechsel und daraus wird wohl nichts werden. Umgehend rufe ich bei der Flugaufsichtsbehörde in Chile an, die jetzt schnell die Beamten vom Zoll und der Ausreisebehörde aus dem Bett klingeln müssen, damit die wegen uns schnell zum Flughafen kommen. Auch verschicke ich noch schnell ein eMail nach Bariloche / Argentinien und bestelle auch hier extra nur für uns die Beamten vom Zoll und der Ausreisebehörde zum Flughafen.

Dicht am aktiven Osorno Vulkan vorbei.

Dicht am aktiven Osorno Vulkan vorbei.

54 Minuten später fährt das Taxi am El Tepual International Flughafen vor. Meine Freunde vom meteorologischen Institut zeigen mir die Grafiken der Hervorsagen an ihren Bildschirmen. Zur Zeit sind es auf 1.400 Meter Höhe 0°C und erst am Nachmittag steigt das auf 2.000 Meter. Auch der Wind wird am Nachmittag nachlassen. Zur Zeit ist es noch recht windig in den Bergen. Wolkenfrei soll es den ganzen Tag sein.

Nun wartet ein ganz neues Problem auf uns… unser Segel ist vereist und muss erst auftauen! Okay wir müssen eh erst die ganze bürokratischen Hürde hier nehmen. Zoll, Ausreisestempel im Paß, Flugplan… um 9.42 Uhr sind wir fertig zur Ausreise. Unser Trike ist inzwischen auch bepackt und jede Schraube von mir überprüft. Auch das Segel ist vom Eis befreit und halbwegs trocken.

Wieder zu meinen Freunden vom meteorologischen Institut. Lage ist immer noch die gleiche. Ich beschließe mit dem Flugzeug zum anderen Ende des Flughafens zu fahren um den Tank gänzlich voll zu machen. Es fehlen nur 4,5 Liter aber Flugzeugbenzin (AvGas) hat 99,6 Oktan und ich habe zwei Monate altes 95 Oktan Autobenzin im Tank. Die Oktanzahl baut sich ab, wenn Benzin lange im Tank ist. Wenn die Oktanzahl unter 92 geht, könnte der Motor kleine Aussetzer haben. Da würde ich einen Herzinfarkt bekommen wenn uns das über diesen riesigen Bergen ohne Notlandeplatz passiert. Der Motor springt sofort an – was für ein tolles Gefühl. Der Tower genehmigt meinen Ausflug vorbei an den riesigen Airbussen der LAN zur “Tankstelle”. Der Tankwart grinst als ich ihm sage das ich 4,5 Liter haben möchte. Er betankt die anderen Flieger ansonsten nur ab 1000 Liter.

10.36 Uhr. Wolken ziehen auf. Die Anden kann ich nun schon gar nicht mehr sehen. Wieder zu meinen Freunden vom meteorologischen Institut. Die wundern sich – raten mir aber noch weiter zu warten. Doreen und ich schauen uns an. Nein wir wollen nicht mehr warten. Das ist unser Tag und wenn noch mehr Wolken aufziehen, dann kommen wir heute hier nicht mehr weg.

10.48 Uhr – Einsteigen, Küsschen und hoch geht es! Die Wolken sind schon recht dicht und ich schraube mich zwischen gewaltigen Cumulus Wolken hoch. Ganz dicht an den Wolken dran. Der Flug fängt schon gigantisch an!

Eine halbe Stunde später erreichen wir auf 2.100 Meter Flughöhe den aktiven Osorno Vulkan. Was für eine Aussicht! Es hatte die letzten zwei Nächte geschneit und der Schnee des 2.800 Meter hohen Berges lag bis auf 1.200 Meter runter. Aber nun ging der Wind der über die Anden strömt los und wir wurden von einige Böen erfasst. Mein Blick geht nach unten. Noch sehe ich kleine Felder wo ich meinen Flieger sicher runter nageln kann. Aber nee – hier müssen wir heute einfach durch!

Der Nahuel Huapi See - am anderen Ende muss Bariloche sein!

Der Nahuel Huapi See – am anderen Ende muss Bariloche sein!

Der Blick ist einmalig und mir ist nicht kalt, da mein Blutdruck das Blut im Körper schnell rasen lässt. Einige riesige türkisfarbene Bergseen sind nun unter uns. Herrlich. Am Ufer geht es schnell steil nach oben und ab nun hilft nur auf dem Motor hoffen. Denn notlanden kann ich mein Ding nun nirgendwo hier die nächste Stunde. Immer mehr schneebedeckte Berge sind zu sehen. Wo soll denn da Bariloche sein?

Die Anflugkontrolle in Chile übergibt mich zum Tower nach Bariloche. Eine freundliche Dame heißt uns willkommen. Na wären wir mal schon sicher unten. Denn eine zweite Welle von minutenlangen starken Böen erfordert alle meine Kraft uns oben zu halten. Wird das gut gehen? Ich sage Doreen das wir nun über Argentinien sind und mein Hof-Fotograf schreit “Yuhuuuuuuu” so laut sie kann. Auch Doreen ist heilfroh das wir doch noch vor dem Winter Patagonien über diese verflixten Berge kommen!

“Hey Junge, nun musst du nur die Kiste noch sicher eine Stunde hoch halten”, denke ich mir!

Watermarked Photo2Endlich lassen die Winde nach und ich sehe einen langgestreckten Bergsee. Das ist auch der Grund warum ich heute Schwimmwesten anlegen hab lassen. Der führt uns sicher nach Bariloche! Das hatte ich mir genau auf den Flugkarten aber auch auf Google Earth angesehen. Und tatsächlich! In 60 Kilometer Entfernung hört der See auf und eine kleine Stadt ist südlich des Sees zu sehen – Bariloche! Dahinter muss der Flughafen sein. Und ja – da ist er. Noch 42 Minuten und mir laufen Tränen über die Wangen. Ich schiebe mein Mikro weg vom Mund. Doreen muss das ja nicht hören. Das war solch ein Druck die letzten Wochen. Solch einen Druck genau den Tag und die Stunde, ja die Minute zu wählen, um uns sicher über diese gewaltigen Berge zu bringen. Und nun haben wir es gleich geschafft.

Um 13.09 Uhr und 51 Sekunden landen wir auf dem San Carlos de Bariloche Flughafen in Argentinien – weich, butterweich! Wieder Mikro weg vom Mund. Nun muss ich schreinen. Schreien vor Glück. Wir haben es geschafft!

Zoll und Paß in den Stempel geht schnell und völlig unbürokratisch. Auch die Flugaufsichtsbehörde Argentiniens hat gute Nachrichten für uns: Keine Gebühren für uns in Argentinien und die tauschen gleich zur Schwarzmarktrate unsere USD um! Super! Meine Finanzministerin ist  zufrieden und… ja aber ich noch nicht. Ich will gleich wieder hoch! Gleich noch eine Etappe weiter! Treibstoff reicht noch für einen Flug nach San Martin de los Andes, ein kleines Bergdorf entlang der Anden. Der freundliche Metereologe, der gerade sein kleines Kind auf einigen Stühle zum schlafen gelegt hat, sagt uns das es windstill ist auf der Strecke – super!

Wieder geht es hoch. Aber was ist das? 20 km/h Wind! Normalerweise gehe ich da nicht mehr hoch. Aber ich will es probieren und tatsächlich wird es oben ruhiger. Naja wenigstens die ersten 23 Minuten. Dann erfassen uns extrem starke Windböen. Unter uns nur Wüste, riesige Steine. Normalerweise fliegen wir mit 100 km/h…. nun 189 km/h! Mit einem solchen Wind bringe ich meinen Flieger nie zum landen! Ich verfluche den Meteorologen und stelle die Frequenz des Zielflughafens ein. Nichts – keine Antwort! 12 Minuten fluchen- laut, sehr laut! Dann endlich meldet sich der Tower. Es spricht kein Englisch. Okay dann in Spanisch. Ich brauche gute Nachrichten von dir gebe ich ihm zu verstehen. “Absolute Windstille hier”, kommt es aus dem Funk vom Tower! Puhhhhh…

Sicher landen wir und nun habe auch ich heute genug vom Fliegen! Ein Geschäftsmann lässt unser Trike in seinen Hangar. Was für freundliche Leute hier! Das hat der kleine Flieger auch verdient! Uns bringt es noch die 28 Kilometer in die Stadt und gleich in ein kleines Hotel. Gut so, denn wir beide sind geschafft. Duschen, neue Kleidung an und ab zum Abendessen. Wir belohnen uns mit einem Dreigängemenü in einem netten, gemütlichen Restaurant mit offenem Kamin und … unserer ersten Flasche argentinischen Rotwein.

Es sollte nicht die letzte sein….


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Auf Nebel-Warteschleife in Patagonien…

06.04.2014

Der Nebel wird sich bestimmt bald auflösen...

Der Nebel wird sich bestimmt bald auflösen…

Fünf Wochen sind wir nun schon in Puerto Montt, im Süden von Chile, im grünen Patagonien. So schön es auch hier ist – es ist Zeit weiter zu fliegen.

Das wir hier nach über zwei Monaten in Belize und einem Monat in Panama City die nächste, witterungsbedingte Megawartezeit haben würden, hätte ich nie gedacht. Denn die Flugroute von Puerto Montt nach Bariloche in Argentinen beträgt nur 160 Kilometer oder rund 100 Flugminuten. Aber die haben es klimatisch gesehen in sich, da das atlantische Wettersystem Argentiniens mit dem pazifischen Wettersystem Chiles genau über den Anden zusammen treffen.

So benötigen wir für unseren Flug gutes Flugwetter in Chile, über den Anden und auch in Argentinien selbst. Meist ist es in Argentinien schön, nur in Puerto Montt Nebel oder in den Anden zu windig.

Vorgestern war dann wieder so ein Tag, wo alles zu passen schien! Am Vortag bereiteten wir alles vor. Alle Navigationssysteme wurden überprüft, Batterien geladen, die insgesamt 9 Kameras gecheckt, geladen und gesäubert. Dazu die Flugkleidung hingelegt, Brillen geputzt. Alles muß 100% stimmen! Eine eMail geht an den Zoll und die Einreisebehörden nach Argentinien. Bariloche ist zwar ein internationaler Flughafen aber Zoll und Einreisebehörde kommen nur bei angemeldeten internationalen Flügen vom Stadtbüro in den 15 Kilometer weit entfernten Flughafen. Auch die Zollbehörden in Puerto Montt müssen telefonisch zum Flughafen bestellt werden. Am Abend noch ein Bier – naja zwei, ein Anruf beim Meteorologen und früh ins Bett.

Blog-Met3

Die Wettervoraussage sah super aus! Keine Wolken und kaum Wind über den schneebedeckten Anden!

6.02 Uhr – Der Wecker spielt „Hells Bells“ von ACDC.

6.04 Uhr – Noch nackt, Anruf im Meteorologischen Institut. Keine Wolken in Chile, leichte Wolken in den Anden und in Argentinien. Kaum Wind. Alles im Rahmen für einen tollen Flug! Endlich!

6.48 Uhr – Mit komplettem Gepäck frisch geduscht ins Taxi. Blauer Himmel, Sterne, kein Wind – unser Tag! Hallelujah!

7.22 Uhr – Ankunft am Flughafen. Dichter Nebel. Sch… was ist denn das?

7.26 Uhr – Das mit sechs Personen besetzte Meteorologische Institut im Flughafen kennt uns schon bestens und beruhigt uns. In einer Stunde kommt die Sonne raus und dann geht auch sofort der Nebel weg. Na gut.

Die Wettervoraussagen stimmen so gut wie immer. Nur wie lange der Nebel sich halten wird ist nurgendwo zu ersehen.

Die Wettervoraussagen stimmen so gut wie immer. Nur wie lange der Nebel sich halten wird ist nirgendwo zu ersehen.

7.38 Uhr – Ich gebe den vorbereiteten Flugplan bei der Flugsaufsichtsbehörde ab. Voraussichtliche Startzeit 8.30 Uhr.

7.43 Uhr – Flugvorbereitungen am Flieger. Doreen: Sachen packen, Andreas: technischer Check. Bei dem Flug darf absolut nichts schief gehen. Immer noch Nebel der irgendwie immer dichter wird.

8.22 Uhr – Wettercheck beim Meteorologischen Institut. Keine Wolken über dem Nebel. Absolute Windstille. In einer Stunde soll der verdammte Nebel, der nun so dicht ist, so daß sogar die Verkehrsflugzeuge nicht starten und landen dürfen, weg sein. Okay.

8.31 Uhr – Wir gehen über das Vorfeld, vorbei an den großen Airbussen der LAN und der SKY-Airline in den großen Flughafenterminal ins Büro des Zolls und sagen Bescheid das sich unser Abflug um eine Stunde verzögern wird und wir erst die Formalitäten abgewickelt haben möchten, wenn fest steht das wir wirklich abfliegen und aus Chile ausreisen werden. Die Beamtin ist nicht begeistert noch zu warten, sagt aber zu eine Stunde zu warten.

8.36 Uhr – Gleiches Spiel Im Büro der Einreisebehörde. Der Typ ist recht freundlich.

8.46 Uhr – Warten auf dem Sofa des Meteorologischen Instituts.

9.03 Uhr – Ich halte diese blöde Warterei nicht mehr aus und spaziere über das Vorfeld des Flughafens. Nebel mit 40 Meter Sicht.

9.08 Uhr – Unser Flieger ist komplett nass vom Nebel. Ich wische alles wieder trocken obwohl ich weiß, daß in drei Minuten alles wieder nass ist.

2000 Meter horizontale Sicht und 150 feet (45 Meter) vertikale Sicht....

2000 Meter horizontale Sicht und 150 feet (45 Meter) vertikale Sicht….

9.14 Uhr – Ich finde meine beiden Müslirigel in meiner Flugjacke. Die Notration.

9.16 Uhr – Keine Notration mehr vorhanden.

9.21 Uhr – Wieder ins Meteorologischen Institut, wo neue Sattelitenbilder zeigen das für den frühen Nachmittag Wolken einen Flug unmöglich machen werden. Wir müssen bald los.

9.34 Uhr – Im Büro der Einreisebehörde ist der Beamte sauer das wir nicht fliegen. Er will gehen und wir sollen doch anrufen wenn wir fliegen können. Ich mache ihm klar, dass wenn der Moment kommt wenn wir fliegen können, ich nicht 70 Minuten warten kann bis er wieder aus dem Stadtbüro zurück kommt. Dann kann sich das Wetter schon wieder zu unserem Ungunsten gewendet haben. Er versteht und sagt zu höchstens noch eine weitere Stunde zu warten.

9.39 Uhr – Gleichen Spiel beim Zoll. Ich gebe mein bestes auch sie zum warten zu bewegen und gebe der Dame unsere Visitenkarte mit unserer Website. Dann hat sie wenigstens etwas zu tun. Sie lächelt.

Ein Blick aus dem Met-Büro... der Nebel verzieht sich nicht aber die Feuerwehr übt vor unserem FLieger....

Ein Blick aus dem Met-Büro… der Nebel verzieht sich nicht aber die Feuerwehr übt vor unserem Flieger….

9.52 Uhr –  Ich beantrage bei der Flugaussichtsbehörde eine neue Abflugzeit: 11.00 Uhr.

10.12 Uhr – Der Nebel wird etwas weniger. Die ersten Linienmaschinen starten und landen. Reger Flugbetrieb. Traurig schaue ich mir jede Landung, jeden Start an. Ich brauche rein rechtlich 500 Meter Sicht nach oben und drei Kilometer horizontal um eine Starterlaubnis vom Tower zu erhalten. Zurzeit sind das 200 Meter nach oben und zwei Kilometer.

10.19 Uhr – Mein Lieblings-Meteorologe sagt, dass der Nebel noch eine Stunde braucht bis er weg ist. Das würde dann geradeso reichen.

10.24 Uhr – Am Flieger zurück wische ich alles wieder trocken. Der Sicherheitschef kommt und will ein Foto mit uns. Gequält lächeln wir. Er sagt, dass der Nebel nie und nimmer vor 14.30h weg geht. Der hat ja gar keine Ahnung denke ich. Man ich will endlich los fliegen!

10.38 Uhr – Zurück zum Zoll. Die Dame packt gerade ihre Sachen. Ich kann sie überreden noch eine weitere Stunde zu warten.

10.46 Uhr – Auch der Beamte der Einreisebehörde putz nun nicht mehr seine Stempel, sondern schließt gerade seine Tür ab. Ich rede ihm gut zu und er schließt sie wieder auf. Eine Stunde mehr nicht!

10.58 Uhr – Ich beantrage 12.15 Uhr als Abflugszeit.

11.06 Uhr – Die Meteorologen können sich nicht erklären warum der Nebel sich wieder zuzieht. Ich mir auch nicht. Aber über dem Nebel sollen keine Wolken sein.

11.14 Uhr – Wir gehen einen Cafe im Hauptterminal trinken. Doreen trinkt einen. Ich nicht. Habe Angst das ich beim Flug pullern muß.

11.36 Uhr – Eine zweimotorige Kleinmachine landet.

11.44 Uhr – Ich spreche mit dem Piloten der kleinen Machine, der mir sagt, dass über dem Nebel eine geschlossene Wolkendecke bis weit in die Anden reicht. Er ist kaum sicher durch die Wolken gekommen und hat die Landebahn erst wenige Meter über dem Boden gesehen. Mir ist klar – kein Flug heute für uns möglich.

11.45 Uhr – Mich k… alles an.

Auch "Otti" unser Glücksbringer-Affe kann uns heute nicht mehr helfen... a next day in paradies....

Auch “Otti” unser Glücksbringer-Affe kann uns heute nicht mehr helfen… a next day in paradies….

11.51 Uhr – Ich schließe meinen Flugplan bei der Flugaufsicht und bitte darum, dass die Zoll- und Einreisebehörde in Argentinien informiert wird, daß sie die ganzen Stunden umsonst gewartet haben und wieder in die Stadt fahren können. Wir fliegen heute nicht.

11.58 Uhr – Wir gehen ins Zollbüro, wo die Dame Verständnis hat das wir nicht fliegen. Wahrscheinlich hat sie an unserer Website viel Spaß gehabt. Ich bedanke mich brav. „Bis zum nächstenmal“

12.03 Uhr – Der Beamte der Einreisebehörde ist weniger begeistert, dass er solange umsonst gewartet hat. Aber was soll´s. Für den blöden Nebel können wir ja auch nichts.

12.08 Uhr – Ich setze mich mit dem Meteorologen zusammen um die Bedingungen der nächsten Tage abzuklären. Sieht sehr schlecht aus. Eine Kaltfront wird Regen und starken Wind bringen. Überall und sehr viel. Es wird in den Bergen schneien. Kein Flug für die nächsten sechs Tage möglich. Sch…

12.39 Uhr – Wir bauen das Gepäck wieder vom Flieger ab und holen das Segel runter, befestigen alles.

12.54 Uhr – Mit allem Gepäck geht es in die Haupthalle die Tickets für den Transferbus kaufen. Der fährt erst um 13.30 Uhr.

13.36 Uhr – Der Bus fährt endlich ab. Ich schließe meine Augen.

14.04 Uhr – Ankunft auf dem Busbahnhof in Puerto Montt und feilschen mit den Taxifahrern.

14.11 Uhr – Taxi ins Hotel.

14.28 Uhr – Ankunft im Hotel und Einschecken. Unser „Ausflug zum versuchten Abflug“ hat 8 Stunden 26 Minuten gedauert.

14.39 Uhr – Duschen und umziehen. Die Dame an der Rezeption hat Mitleid mit uns und gibt uns zum Vorzugspreis die Suite. „Prima Schnuddelbacke, wir haben jetzt eine Wohnung in Puerto Montt“ sage ich zu Doreen.

14.54 Uhr – Wir laufen los um ein Restaurant zu finden wo wir noch etwas zu essen bekommen. Nicht so einfach, da die meisten Restaurants hier von 15.00 bis 18.00 Uhr zu machen.

15.24 Uhr – Erste Nahrungsaufnahme in einem kleinen Restaurant. Es gibt noch ein Mittagsmenü: Klare Hühnerbrühe. Hähnchenschnitzel mit Kartoffeln und Sahnesoße. Dazu einen Pfirsichsaft. Schmeckt gut und meine Laune verbessert sich geringfügig.

16.56 Uhr – Zurück im Hotel.

17.01 Uhr – Ich schreibe ein nettes eMail nach Argentinien zum Zoll und der Einreisebehörde. Die sind nun schon das viertemal umsonst wegen uns zum Flughafen gefahren und haben stundenlang gewartet. Die muß ich bei Laune halten das die uns überhaupt noch in ihr Land lassen!

17.18 Uhr – Beitrag ins Facebook schreiben, eMails beantworten.

19.22 Uhr – Wir gehen noch ein Frustbier trinken. Naja es werden zwei Liter.

21.14 Uhr – Zurück im Hotel rufe ich vorsichtshalber beim Meteorologen am Flughafen an. Man kann ja nie wissen. „Andreas schön das Du anrufst aber bitte begreife, dass ihr die nächsten fünf Tage ganz sicher nicht fliegen könnt. Tschüss“.

21.22 Uhr – Zähne putzen, Katzenwäsche und ab ins Bett. Im iPad sehen wir uns Arm in Arm, einer den anderen tröstend den Tatort und die 20 Uhr Tagesschau an.

23.04 Uhr – Gute Nacht, was für ein „toller“ Tag!

Gestern ist dann in den Anden der erste Schnee gefallen und heute am Morgen sogar für einige Minuten hier auf dem Flughafen in Puerto Montt. Naja irgendwann kommen wir hier schon weg….

 

PS: Wir haben alle Tsunamis und Erdbeben wohl überstanden!

 

 


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Chile – Wunderschoene Los Lagos Region!

15.03.2014
Wir lassen die Ohren nicht haengen!

Wir lassen die Ohren nicht haengen!

Wir sind immer noch in Chile, aber lassen den Kopf nicht haengen, so wie dieser kleine Hund hier. Wir brauchen Geduld, denn der schwierige Ueberflug erfordert einfach optimales Wetter. Auch unsere befreundeten Piloten hier in Chile ermahnen uns immer wieder, nur Geduld! Damit uns waehrend der Warterei nicht die Decke auf den Kopf faellt haben wir uns aufgemacht, die herrliche Los Lagos Region zu erkunden. Die Landschaft ist von vielen Seen, Waeldern und Bergen gepraegt. Waeren da nicht die vielen Vulkane mit ihren schneebedeckten Gipfeln wuerden wir uns wie in Thueringen oder im Allgaeu fuehlen.

Los Lagos Region - Vulkan Osorno

Los Lagos Region – Vulkan Osorno

 

Unser bevorstehender Andenueberflug nach Argentinien wird ueber den Llanquihue See, den Lago Todos los Santos und den aeltesten chilenischen Nationalpark Chiles, den NP Vicente Perez Rosales, der weit in die Anden hineinreicht, fuehren. Dieser ist bekannt fuer seine ergiebigen Regenfaelle und dichten Valdivianischen Regenwald. Hier leben sogar noch Pumas. Strassen und somit Notlandeplaetze gibt es hier nicht. Wir werden an den markanten Vulkanen Osorno, Puntiagudo, Tronador und dem Galbuco vorbeifliegen. Der Osorno zeigt seit 2012 wieder erhöhte Aktivität. Wir waren gerade dabei die Saltos del Petrohue, eine Reihe von Stromschnellen und Wasserfaellen im spektakulaer, tuerkisblau leuchtenden Rio Petrohue im Nationalpark zu erkunden, als ein Platzregen ueber uns niederging und selbst die Regenkleidung versagte.

Bauernhof Kasa Ko

Bauernhof Kasa Ko

Zuflucht fanden wir in der Kasa Ko, einem Bauernhof oben in den Bergen bei Ensenada, mit traumhaftem Blick auf den Osorno Vulkan, wenn er sich denn zeigt. Als wir tropfnass an die Tuer klopften loderte bereits ein schoenes Feuerchen im Ofen und der Rotwein stand auf dem Tisch. Genau das was wir jetzt brauchten. Auch war das der perfekte Ort um kreativ weiter am 2 Buch zu arbeiten. Immerhin haben wir uns schon bis Peru vorgearbeitet.

Nachdem die Sonne wieder lachte und der Osorno seine weisse Krone zeigte, es zum Fliegen aber immer noch zu stuermisch war, sind wir bis zum Refugio am Osorno 1300 Meter rauf, um uns den Gletscher aus der Naehe zu betrachten. Der Vulkan ist 2652 Meter hoch und wird auch als kleiner Berg Fuji Chiles bezeichnet.

Refugio Vulkan Osorno

Refugio Vulkan Osorno

Nach der Umrundung des 877km² grossen   Llanquihue See, dem zweitgroessten See Chiles, zum Vergleich der Bodensee ist 536  km² gross, sind wir nun wieder in der Hauptstadt der Los Lagos Region, Puerto Montt. Diese ist mit rund 175000 Einwohnern keine ganz kleine Stadt. Puerto Montt ist vor allem eine Hafenstadt. Einen Besuch wert ist der Angelmo Markt, der Fischmarkt wo man in vielen kleinen Restaurantes fangfrischen Fisch und Krebse probieren kann. Hier werden aber auch Kaese und Handarbeitssachen von den Mapuches angeboten. Puerto Montt wurde im Jahre  1853 von deutschen Einwanderern gegruendet.

Puerto Montt

Puerto Montt

Die Geschichte der Los Lagos Region, mit ihren deutschen Wurzeln reicht weit zurueck und ist wirklich interessant. Ich versuche das mal etwas zusammenfassen.

Im Jahre 1544 erforschten erstmals die Spanier  unter dem italienischen Konquistador Juan Bautista Pastene im Auftrag von Pedro de Valdivia die Gegend um das heutige Valdivia. Diese Gegend wurde von den Mapuche Indianern besiedelt. Es kam immer wieder zu schweren Kaempfen, welche die Spanier oft verloren. Um zu verhindern das europaeische Maechte wie Frankreich oder Grossbritannien das nahezu unbesiedelte Land fuer sich in Besitz nahmen plante die chilenische Regierung die Ansiedlung von Kolonisten suedlich des Herrschaftsbereiches der Mapuche und erliess dazu am 18.11.1845 ein Gesetz. Willkommen waren katholische Europaeer mittlerer und hoeherer Bildung.

9 Hessiche Handwerksfamilien, darunter Schmiede, Zimmermaenner, Muehlenbauer, Schreiner, Branntweinbrenner, Schuhmacher, Gaertner und Schaefer erreichten im August 1846 als erste Deutsche die Region um Valdivia.

Ab 1848 begann die offiziell gefoerderte Einwanderung in den Kleinen Sueden. Der Kolonisationsbeauftragte Philippi wurde nach Deutschland entsandt um150 bis 200 katholische Bauern- oder Handwerkerfamilien, zudem zwei katholische Priester, zwei Lehrer und einen Arzt anzuwerben. Die Kolonisten sollten die chilenische Staatsbuergerschaft annehmen und auf ihre aktuelle Staatsbürgerschaft verzichten. Im Namen der chilenischen Regierung bot er den Auswanderern die Bezahlung der Überfahrt an. Jeder Familienvater sollte 15 bis 23 Hektar Land erhalten, sowie Steuerfreiheit für zwölf Jahre. Die katholischen Priester sollten acht Jahre lang durch die Regierung entlohnt werden. Wer auf eigene Kosten nach Chile kommen wollte, konnte in Versteigerungen Land von der Regierung erwerben und sechs Jahre Steuerfreiheit erhalten.

Allerdings war die Umsetzung nicht so einfach wie gedacht, denn die  katholischen Bischhoefe stellten sich gegen Philippi und rieten ihren Gläubigen von einer Auswanderung ab. Trotzdem gelang es ihm bis zum Mai 1856 fast 600 deutsche Auswanderer, meist Protestanten, in den Sueden zu bringen.

Die Loyalität der deutschen Einwanderer gegenüber ihrer neuen Heimat bei gleichzeitigem Festhalten an den eigenen Traditionen ist bis in die Gegenwart für die Deutsch-Chilenen prägend geblieben.1854 wurde in Osorno die heute älteste Deutsche Schule Südamerikas gegründet. Bis Mitte der 1870er Jahre ließen sich in diesem Gebiet etwa 6000 deutsche Familien nieder. Chile profitierte von der Zuwanderung durch Bevoelkerungswachstum und Wirtschaftsaufschwung. Carl Anwandter gründete hier 1851 die erste Brauerei Chiles, 1852 die auch heute noch bestehende Freiwillige Feuerwehr Germania und  Deutsche Schulen. Es entstanden das erste Stahlwerk Chiles, Industrien des Waggonbaus, der Holzverarbeitung, der Lederherstellung und Werften. Preussische Traditionen wurden in die chilenische Armee uebernommen und 1883 die Einwanderung auf das ganze Land ausgeweitet, nachdem die Mapuche gewaltsam unterworfen wurden. Waehrend der Machtuebernahme der NSDAP und auch nach Ende des zweiten Weltkrieges suchten viele Zuflucht in Chile. Nach dem Militaerputsch unter Augusto Pinochet fluechteten im Gegenzug viele Oppositionelle nach Deutschland und kehrten nach Ende der Militaerdiktatur 1990 zurueck.

Innenstadt Puerto Montt

Innenstadt Puerto Montt

Bis heute haben sich die deutschen Einwanderer und nachfolgende Generationen ihre deutschen Traditionen bewahrt. So wird noch sehr viel deutsch gesprochen, die Haeuser mit ihren gepflegten Vorgaerten voller Blumen erinnern an die Heimat, uebernommene Woerter wie leckeren Kuchen findet man allerorts, ebenso wie deutschen Braten und das Bier schmeckt.

Wir haben Urlauber aus Deutschland getroffen, die nur verstaendnislos, fast verschaemt den Kopf geschuettelt haben, und es nicht fassen konnten wie man hier im Sueden Chiles, so stark an deutschen Traditionen festhalten kann – in einem fremden Land.  Aber um das zu verstehen muss man eben etwas ueber die Geschichte der Deutsch – Chilenen wissen.

Nun schauen wir mal was das Wetter macht. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Eure Trike Globetrotter

Doreen


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Nebel, vertikale Sicht gleich Null, Riesenfrustration!

26.02.2014

Alles ist fuer den morgigen Flug ueber die Anden nach Bariloche vorbereitet. Die Routenplanung steht. Der Flugplan ist ausgefuellt und muss vor dem Abflug nur noch aktiviert werden. Zoll und Ausreisebehoerde in Puerto Montt sind informiert und werden morgen frueh 6.30 Uhr am Fluhafen sein. Zoll und Einreisebehoerde in Bariloche sind ebenfalls informiert und werden uns ab 9.00 Uhr in Argentinien erwarten. Socken, Unterhose, lange Unterwaesche und Flugkleidung haengen ordentlich sortiert ueber dem Stuhl. Die Schuhe stehen parallel nebeneinander unter dem Stuhl. Fast so, wie bei einem Feuerwehrmann. Wenn unser Weckalarm am Mittwochmorgen 4.30 Uhr ertoent koennen wir mit geschlossenen Augen, in sekundenschnelle, in unsere Klamotten schluepfen. Die Kameras habe ich dreimal ueberprueft und die Linsen auf Hochglanz poliert. GPS, Spot, Micros haben alle nagelneue Batterien bekommen. Alles chilenische Geld ist ausgegeben bzw. in US Dollar, als Zahlungsmittel fuer Argentinien, umgetauscht. Noch ein Betthuepferl und ein letzter Wettercheck und 22.00 Uhr liegen wir mit der Gewissheit: “Nichts kann uns aufhalten – Morgen ist unser Tag!”, in der Falle.

Foto: Fog till midday... no way to get over the Andes today... tomorrow and next day rain... Saturday then.... Shit!

Mittwochmorgen. Noch hat kein Wecker geklingelt. Andreas tigert schon ruhelos durch das Zimmer. Es ist 4.00 Uhr morgens. Der Wettercheck in seinem neuen Programm “Weather Track GRIB” zeigt Nebel. Scheisse, flucht Andreas durch die Dunkelheit. Es folgt der Anruf beim Meterologischen Institut beim Flughafen Puerto Montt. Doch auch dieser bestaetigt nur was Andreas eh schon weiss, nur eben noch nicht wahrhaben will. Nebel! Vertikale Sicht gleich Null! Das hatten wir noch nie. Der Flughafen Puerto Montt ist geschlossen. Gegen 10.00 Uhr soll sich der Nebel langsam aufloesen. Doch dann sind in der Vorausschau starke Wolkenbildung zu sehen und es herrscht starke Thermik. Auch fuer die naechsten beiden Tage ist die Vorhersage bescheiden. Regen wird erwartet. Totale Frustration bei meinem Kapitaen. Erst fuer Sonnabend ist die Wettervorhersage besser.

Mensch, du bloeder Wettergott da oben, wir haben unsere Teller doch immer schoen leer gegessen! Also drueckt die Daumen noch ein bisschen weiter.

Eure Trike Globetrotter immer noch aus Chile, Puerto Montt

Doreen

 

 


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Chile – Gartenzwerge, Kuchen und Aufregung vor der Andenueberquerung

19.02.2014
Flug um den Villarica Vulkan

Flug um den Villarica Vulkan

Ich hatte ja bereits berichtet, dass uns das Regenwetter in Villarica einholte und wir nach zwei Campingnaechten im Dauerregen, durchgefroren waren und nicht einmal mehr eine trockene Unterhose besassen. So Klatschnass standen wir im Eingang  des Hostals Mueller in Pucon. Im grossen gemuetlichen Wohnzimmer loderte ein anheimelndes Feuerchen im Kamin und ich sah mich sofort ausgestreckt, in einem der bequemen Sessel, mit einem Buch in der einen Hand und einem Glas chilenischen Rotwein in der anderen. Hier gehe ich heute nicht mehr weg fluesterte ich Andreas entschieden ins Ohr. Wir blieben eine Woche, genossen die Gastfreundschaft von Walter, Pola und seiner Familie und den schoenen Ort Pucon. Vom Seeufer aus hat man einen herrlichen Blick auf den noch aktiven Villarica Vulcan. Vor 15 Jahren war ich schon einmal hier und damals hab ich in einem anstrengenden 7 stuendigen Aufstieg den Villarica Vulcan bestiegen. Oben angekommen wurde ich mit einem faszinierenden Blick ueber den Kraterrand hinweg in das blubbernde, glutrote Lavaloch belohnt. Runter ging es dann einfacher, naemlich per Rutschparty auf dem Hosenboden. Dieses Mal schauten wir uns die Vulkanriesen mit gehoerigem Sicherheitsabstand lieber aus der Luft an. Relaxen kann man hier Abends in einem der herrlichen Thermalbaeder.

Auf dem Flug nach Frutillar

Auf dem Flug nach Frutillar

Das naechste geplante Flugziel war die Flugschow in Rio Bueno. Doch dort kamen wir nie an. Sogenannte Puelche Winde, starke Winde die von Argentinien ueber die Anden herueberstuermen, zwangen uns zur Umkehr und Landung in Valdivia. Niemand von den Piloten, wirklich niemand hatte uns vor diesen Puelche Winden gewarnt. Jetzt sagten natuerlich alle, ach ja das sind doch die Puelche Winde, die treten haeufig dort in den Bergen auf.

Naja, mein Kapitaen hatte jedenfalls die Nase voll, Flugschow ade, und so blieben wir lieber ein paar Tage beim Flugclub in Valdivia. Valdivia wurde zurueckliegend immerhin zur schoensten Stadt Chiles gewaehlt. Am  Rio Calle-Calle, der sich mit dem Rio Cau Cau zum Rio Valdivia vereinigt gelegen, mit viel gruen umgeben, Bergen und  nur einem Katzensprung bis zum Strand.

Hier gibt es Himbeer Streusel, Blaubeer Streusel, Apfelstrudel ........

Hier gibt es Himbeer Streusel, Blaubeer Streusel, Apfelstrudel ……..

 

Ab 1846 siedelten sich in Valdivia deutsche Auswanderer an, die der Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung und Wachstum verhalfen. So kann mann heute im Café Hausmann Toast mit frischem Tartar und einem dunklen Bier geniessen. Allerdings ist Valdivia eine von Wettergewalten wie Tsunamis, Ueberflutungen, Grossbraenden und schweren Erdbeben gebeutelte Stadt. So auch am 22.Mai 1960 als hier das schwerste Erdbeben der Welt 40 % der Stadt voellig zerstoerte.

Gartenzwerge ueberall in Frutillar

Gartenzwerge ueberall in Frutillar

Apropo Strand? Es kingelte in meinen Ohren. Oh Schatzi, bitte bitte lass uns doch noch zum Strand fliegen und dort eine Nacht verbringen¨,  bettelte ich. Vielleicht zum Valentinstag, das waere doch sooooo romantisch. Mein Kapitaen liess sich ueberreden und so starteten wir mit dem ersten Morgenlicht in Richtung Strand. Doch auch dort kamen wir nicht an.

 

 

Wir sahen schon das blau schimmernde Meer unter uns, die weisse Sandbucht lag zu unseren Fuessen und die roten und gruenen Daecher der 10 Haeuser lugten aus dem Wald hervor. Aber die Piste, wo ist nur die Piste? Es wurde sehr ruckelig in der Luft, wieder die Puelche Winde dachte ich mit ungutem Gefuehl im Bauch. Dann sahen wir die Piste, mini, Schotterpiste, genau im Tal zwischen zwei Bergen eingebettet und  Berge bedeuten Rotoren. Ringsherum hohe Baeume und wir baumelten und wackelten jetzt schon, in unserer sicheren Hoehe, hin und her. Das Risiko einer Bruchlandung viel zu gross. Ne, wir fliegen weiter entschied Andreas und so landeten wir in Osorno.

Frau Holle schuettelt die Betten aus ... zum Glueck schneit es nicht!

Frau Holle schuettelt die Betten aus … zum Glueck schneit es nicht!

 

Daten sichern, auftanken, ausschlafen, Flugplan und Routenplanung machen und am naechsten Morgen flogen wir weiter nach Frutillar. Frutillar wurde im November 1856 ebenfalls von deutschen Einwanderern gegruendet und so gibt es Kuchenlaeden, ein Hotel mit dem Namen Frau Holle und sogar Gartenzwerge. Auch wird hier sehr viel deutsch gesprochen.

 

Vom Ufer des Llanquihue Sees hat man einen herrlichen Blick auf den imposanten Osorno Vulkan, wenn er sich traut und aus seinem weissen Wolkenkleid hervorlugt.

Abendstimmung am Osorno Vulkan

Abendstimmung am Osorno Vulkan

 

Nur noch einen Stopp in Puerto Montt, dem suedlichsten Punkt unserer Reise, bevor es Ernst wird und wir mit unserem Gunther die schneebedeckten Anden nach Argentinien ueberqueren werden. Nach anfaenglichen Schwierigkeiten haben wir das Einreisepermitt fuer Argentinien in der Tasche.

 

 

Eine fliegerische Herausforerung und ein echtes Abenteuer. Sicherheitshalber werde ich auf diesem Flug zwei lange Unterhosen tragen, das wird bestimmt saukalt.

Drueckt alle die Daumen fuer den perfekten Tag, wetterseitig gesehen, und das Alles gut geht! Nach dem Ckeck aller Wetterkarten sieht es so aus als ob im Zeitraum 20.02. – 23.02.14 unser Flugtag sein wird.

Ganz liebe Gruesse eure Trike Globetrotter

Doreen

 


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