Alt bekannt und doch wieder anders!

Alt bekannt und doch wieder anders!

Wir freuten uns auf die kleine unscheinbare Wiese am Ende der Türkei. Ein Tag Ruhe, ein Tag Entspannung, vielleicht Wäsche waschen oder einfach mal Nichts tun. Von Weitem konnten wir sie schon erahnen! Murat Camping lag direkt vor uns! Jetzt nur noch durch Dogoubayazit und den Berg hoch. Puh. Den Berg hatte ich gar nicht so steil in Erinnerung! Doch der Käpt´n schaffte es hoch! Wir fuhren an der ersten Campingplatz-Einfahrt vorbei und dachten, wir nehmen wieder die bequeme Einfahrt direkt auf die Wiese. Falsch gedacht. Mit weit aufgerissenen Augen standen wir staunend vor unserer kleinen schüchternen Wiese, die inzwischen nicht schüchtern und auch wohl kein Overlander-Treffpunkt mehr war. Dort, wo wir damals mit Anja und Chris standen und uns über unsere Reiseerfahrungen austauschten, standen jetzt: ein Kettenkarussell, eine Schiffsschaukel, eine Eisenbahn, ein Trampolin und ein Autoscooter. Dazu dröhnte türkische Popmusik in indischem Lautsprecher-Geknarze über den gesamten Platz. Hilfe! Was war aus unserem Entspannungs-Ort geworden? Die Biker waren vor uns da und in ihren Gesichtern stand geschrieben: Warum sucht ihr diesen Platz für uns aus? Wer kann ahnen, dass aus diesem ruhigen Fleckchen innerhalb drei Jahren ein dröhnendes Spielparadies für Kinder wird? Glücklicherweise war am nächsten Tag Montag und das war scheinbar Jahrmarkt-Ruhetag! Der Tag ging recht schnell um, Werner und Sven bastelten an Goawolffs Bike, der Rest der Truppe war in Dogoubayazit unterwegs und wir suchten unseren gesamten Alkoholvorrat zusammen. Prosecco am Nachmittag geht immer! Am Abend saßen wir dann alle zusammen am Lagerfeuer und genossen die letzten Alkoholischen Reste, bevor es dann am nächsten Morgen in den Iran ging.

Mal wieder Murat Camping

Mal wieder Murat Camping

Wir waren gespannt auf den Grenzübergang. Vor drei Jahren war es einfach nur nervig und anstrengend! Die Ausreise aus der Türkei ging mal wieder richtig schnell. Doch dann standen wir mit unseren Pässen in der Schlange zur Personeneinreise. Die ersten drei kamen durch. Der Rest musste warten. Und warten. Und warten. Und warten. Und warten. Und warten…. Das Computerprogramm für internationale Einreise war abgestürzt. Till zählte zu den ersten dreien und so konnten wir wenigstens schonmal den Käpt´n beim Zoll vorführen. Der Super-Chef vom letzten Mal, der damals meine Kamera haben wollte und sich ordentlich den Kopf rammte, wollte mit Till gar nicht erst sprechen. Zwei andere Zoll-Jungs hingegen schauten sich den Bus an und – oh Wunder – sie wollten NICHTS sehen! Sie warfen einen Blick in den Bus. Als ich Ihnen sagte, sie möchten bitte ihre Schuhe ausziehen (der Teppich war fünf Tage lang nicht gesaugt…) lächelten sie mich an, bedankten sich, stiegen wieder aus und stempelten das Carnet! Dann wieder das Drama mit der Tankkarte. Doch wir hatten einen Helfer. Er kam mit uns zum Tankkarten-Terminal, erklärte, wir wollten nach Armenien und so zahlten wir nur 125 Euro für die Karte. Damit konnten wir wunderbar leben. Unsere grüne Versicherungskarte ging wieder als weltweite Versicherung durch und schwupps hatten wir alle Stempel zur Ausreise. Meinen und die Kinderpässe hatten wir inwzischen auch wieder und nun warteten wir auf die Biker. Und warteten. Und warteten. Und warteten. Und warteten…. Wir warteten 3 Stunden! Dann hatte sich der Ober-Zoll-Chef endlich dazu durchgerungen, die Carnets zu stempeln, sein Bakschisch auf 1/8 zu reduzieren und die Biker konnten endlich zu uns an den letzten Schlagbaum! Ach, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es dank der strahlenden Sonne ganz schön heiß war und die Motorradfahrer trugen lange Unterhosen, Radlerhosen und dicke Biker-Klamotten….

Amelie de Boer
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