OHO – OHIO

OHO – OHIO

…aber vorher: Indiana’s Süße

Der Herbst kann kommen-Ich sammle schon mal

Der Herbst kann kommen-Ich sammle schon mal

Hinterweltler?

Böse Zungen behaupten, der Sptizname dieses Staates „Hoosier-State“ bedeutet „Staat der Hinterweltler“. Da halten wir uns doch lieber an die neutrale Namensherkunft „Land of Indians“ oder die schon etwas aufregendere „Land of the Screeching Tires / Land der quietschenden Reifen“. Diese letztere Bezeichnung hat natürlich ihren Ursprung in den Autorennen in Indianapolis, die immer am amerikanischen „Memorial Day“, also am letzten Montag im Mai veranstaltet werden. Halb böse Zungen meinen, dass die meisten Zuschauer nur kommen, um Augen- und Ohrenzeugen eines Crashs  bei 300 km/h zu werden, untermalt durch jene quietschenden Reifen, Schwaden von Rauchwolken und herumfliegenden Trümmerteilen. Nun gut, Jedem das Seine. Das „Hinterweltlerland“ bietet vielfältige, ruhigere Anziehungspunkte.

Süßes in Hülle und Fülle

Schokoprobe South Bend

Schokoprobe South Bend

Alles Handarbeit-Pralinenherstellung

Alles Handarbeit-Pralinenherstellung

Von Süßem umgeben findet man sich wieder in der „Chocolate Factory“ in South Bend. Eine Besichtigungstour mit Museum und Film durch die Fabrik führt an die Stätten der „süßen Verführung“. Kostproben sind nicht verboten. Heimlich nennt sich Indiana deshalb auch „The Chocolate State“ mit seinen 22 Schokoladenfabriken.

Das „süße Leben“ in und mit Luxusklasse-Fahrzeugen aus der Vergangenheit  lässt sich im „National Studebaker Museum“ studieren. Es befindet sich gleich um die Ecke  der Schokoladenfabrik.

Studebakermodell

Studebakermodell

Dabei sind dort nicht nur die Studebaker Autos bis hinein in die 60ger Jahre ausgestellt, sondern auch die luxuriösen Pferdekutschen der Vor-Auto-Ära. Egal ob Kutsche oder Auto, die Firma Studebaker hatte sich seinerzeit einen Namen zur Herstellung von „Präsidentenkutschen und Luxusautos“ erworben. So kann u.a. die Originalkutsche von Präsident Abraham Lincoln besichtigt werden, in der er am Abend seiner Ermordung (1865) ins Theater fuhr. Ein anderer Museumsteil widmet sich der Übergangsperiode „From Horses to Horsepower / Von Pferden zu Pferdestärken“. Und unbedingt besichtigen sollte man die Extraausstellung „Art and the Automobile – The Rolling Canvas / Kunst und Auto – Die rollende Leinwand“. Unter den künstlerisch verzierten Autos befand sich auch ein illustrer VW mit einer Karosserie aus zaunförmigen Kunstschmiedeeisen.

Süße Sehnsucht nach Unabhängigkeit

Wohnmobil mit Ofenheizung

Wohnmobil mit Ofenheizung

Als eingefleischte Wohnmobilisten folgten wir natürlich auch dem Lockruf der „RV/MH Hall of Fame / Ruhmeshalle für Wohnmobile“ in Elkhart. Die Wohnmobilideologie mit der Sehnsucht nach Unabhängigkeit hat sich in den vergangenen 100 Jahren nicht verändert, die Ausstattung schon. Bevor die erste Matratze in einem Fahrzeug ausgelegt wurde, begnügte der Freiheitssuchende sich mit einigen wenigen ausklappbaren Fächern und Außenbordküchen. Neben dem Fahrzeug stand dann ein Zelt. Je geräumiger die Wohnmobile wurden, je mehr verzog man sich ins Fahrzeuginnere, bis dann schließlich das Reisen auch winterfest gemacht wurde. Ein kluger Kopf kam auf die Idee, einfach einen Ofen samt Schornstein in eines der schon bald größeren Fahrzeuge zu montieren.

Kurze Lebensdauer

Aber eigentlich handelte es sich bei dem Kanal um einen Wasserweg für Warentransport. Vom Eriesee bis an den Ohio-River  ist bzw. war er mit seinen 482 Meilen, also rund 750km,  nicht nur der längste der USA, sondern er hatte auch die kürzeste Lebensdauer. Und sein Bau forderte die meisten Opfer!

Treidelboot auf dem Eriekanal

Treidelboot auf dem Eriekanal

 Es heißt, der „Blutzoll“ für seinen Bau habe alle 100feet (300m) einen Toten gefordert. Nicht alle waren Unglückfälle. Krankheiten und Seuchen grassierten intensiv, nicht zuletzt wegen der damaligen hygienischen Zustände.

Als Wassertransportweg überlebte er nur gut dreißig Jahre (1843 – 1876). Die Erschließung des Kontinents durch die Eisenbahn machte ihn schlichtweg überflüssig.

National Park als Stiefkind

Eine quasi Miniaturausgabe der Michigan „Sleeping Bear Dunes“ hat sich auch am Südzipfel der Lake Michigan aufgetürmt. Die bezaubernde optische „Süße“ der Ausblicke am eigentlich geschützten National Lakeshore wird allerdings durch das Ringen der Natur mit industrieller bzw. privater Bebauung getrübt. Eingeklemmt am Stadtrand von Michigan City zwischen einer riesigen Fabrikanlage und ausufernder Ferienhausbesiedlung kann dieses „National Lakeshore“ sich kaum noch behaupten. Man findet mehr Schilder mit „Privat Beach“ oder „No Trepassing / Betreten verboten“ als Hinweise auf Wanderwege, Vogel- oder Naturschutzgebiete.

Himmlische Bitternis

Shrine of Christ's Passion

Shrine of Christ’s Passion

Von ernster Natur präsentiert sich gleichfalls der „Shrine of Christ’s Passion“ in St. John. Die 14 Stationen von Jesus‘ Kreuzweg sind durch hervorragende, lebensnahe Skulpturen vergegenständlicht. Dabei folgt der Betrachter, wie biblisch überliefert, einem Pfad hügelaufwärts. Auf der Hügelkuppe steht dann neben den drei Kreuzen eine riesige, sehr malerische Kathedrale.

 

 

Zurück zur uneingeschränkten Süße

Der süße Duft von Rosen umhüllt den Spaziergänger im größten, mit 150 verschiedenen Sorten gespickten Rosengarten der USA, in Fort Wayne. Himmlisch farbenfroh blühen sie auch jetzt noch Anfang September,  einfach nur schön hindurch zu schlendern. Eine dieser Rosensorten wurde „Marion“ getauft, das Stichwort, welches uns als Überleitung zum nächsten Besuchsort sehr gelegen kommt.

Marion, ein kleiner Ort in der zentralen „Indiana-Hinterwelt“ rühmt sich als Erbhalter dreier weltberühmter Persönlichkeiten. Alle drei stammen aus künstlerischen Bereichen.

Der Vater der Lasagne liebenden Comicfigur „Garfield“, James Robert Davis, erblickte hier das Licht der Welt. Natürlich wurde am Ufer des Mississinewa Rivers ein „Garfield Trail“ eingerichtet.

Hi - I am Garfield

Hi – I am Garfield

Von der Musik her gab sich Cole Porter die Ehre, der im nahen Ort Peru geboren hier seine überwiegende Schulzeit erlebte.

Von der Verfilmung John Steinbecks berühmten Romans „Jenseits von Eden“ her kennen wir ihn, den Filmschauspieler James Dean, ebenso aus  „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ und vielen anderen Filmen. Zur filmischen Kultfigur „Rebellischer Heranwachsender“ stilisiert, erlangte er trotz seiner kurzen Filmkarriere Weltruhm. Mit nur 24 Jahren starb er 1955 an den Folgen eines Autounfalls.

Von den Bären zu den Wölfen

Wolfsmutter

Wolfsmutter

In Michigan stießen wir auf einen „Bärenvater“. Hier in Indiana begegneten wir der „Wolfsmutter“. Im Wolf Park in Battle Ground, einem zooähnlichen Gelände mit Freigehegen, ist sie aktiv. Hier betreibt sie in Zusammenarbeit mit der Universität von Indianapolis Verhaltensforschung nicht nur von Wölfen sondern auch von Büffeln und Kojoten.

Forschungsobjekt Wolf

Forschungsobjekt Wolf

Gut informiert zeigte sie sich über die Rückeroberung Europas durch die Wölfe.

Über die in Indiana heimischen Kojoten wusste sie zu berichten, dass diese Tiere besonders im Winter zu einer wachsenden Bedrohung städtischer Kleintiere werden. Denn aus Futtermangel wagen sich diese von Natur aus eigentlich sehr scheuen Raubtiere auch in urbanisierte Gebiete, wo sie alles jagen, was nach Kleintier aussieht. Darunter fallen dann auch die kleinen Haushunde vieler Amerikaner, die sogenannten „Toy Dogs“. Der Kojote soll nämlich nicht unterscheiden können zwischen z.B. Ratte und kleinem Hund. Sein Jagdinstinkt folgt dem Muster: „It’s small. It runs. It’s food / Es ist klein. Es läuft, also ist es Nahrung“. Guten Appetit!

OHEO           

Nein, der Druckteufel hat sich nicht eingeschlichen. Dieses „OHEO“ kommt aus dem indianischen Irokesen Wortschatz und bedeutet nichts anderes als „beautiful / schön“. Also ist die Sprachentwicklung bis „OHIO“ nicht mehr weit. Offiziell nennt sich dieser State auch „The Buckeye State“. Buckeyes sind eine Sorte von Kastanien. Der State ist voll von diesen Bäumen.

Deshalb würde man aber sicherlich nicht  extra nach Ohio reisen. Auch nicht, wenn sich die vielen Felder mit Mais und Sojabohnen im Landesinneren in welliges, bewaldetes Hügelland wandeln. Der dortige „Cuyahoga Valley National Park“ bietet zwar eine ganze Palette an Naherholungsmöglichketen, wirkt aber überlagert von rauchender, übel riechender Industrie.

Der eigentlich vielversprechende Scenic Byway am Südufer des Eriesees entlang von Toledo bis Cleveland hat auch so seine Einschränkungen. Für den Durchreisenden gibt es nur wenige Möglichkeiten, wirklich ans Seeufer zu gelangen.

Endlich ein Zugang zum Eriesee

Endlich ein Zugang zum Eriesee

Die gesamte ca. 130km lange Strecke befindet sich fest in bebauter privater, touristischer und teilweise industrieller Hand mit nur wenigen freien Seezugängen. Der sicherlich anmutige State Park mit dem gut instandgehaltenen Marblehead Lighthouse ändert an diesem Gesamteindruck auch nur wenig.

OHO OHIO

Es ist wohl eher das Kürzel „CCC“, welches den Reisenden lockt. Dieses Logo steht für die Städte Columbus, Cleveland, Cincinnati.

COLUMBUS

Strauch- und Gebüschkunst

Strauch- und Gebüschkunst

als Hauptstadt, natürlich nach dem Amerikaentdecker benannt,   wartet neben den üblichen Museen und einer hübschen Downtown mit einem malerischen Ohio Statehouse auf. Als weiteres Kleinod erweist sich die „Santa Maria“, das in originalen Maßen nachgebaute Kolumbusschiff.

Künstlerische Gartengestaltung gilt es im „Topiary Garden“ zu bestaunen. „Sunday Afternoon on the Isle of la Grand Jatte“ nennt sich ein großflächig gestaltetes, aus Büschen und Strauchwerk herausgearbeitetes „Stimmungsbild in Grün“ des französischen Künstlers Georges Seurat.Rote Backsteinbauten leuchten hingegen im German Village, ein bestens erhaltenes, gemütliches Stadtviertel aus ehemaligen deutschen Siedlerzeiten. Und so liegt dann auch neben der Kneipe „Max und Erma’s“ der Versammlungsort „Hausfrauen Haven“, alles gleich am Schillerpark.

Icecream Factory-Wer kann da schon Nein sagen

Icecream Factory-Wer kann da schon Nein sagen

Columbus-German Village

Columbus-German Village

Nach so vielen Besichtigungen hat man sich wirklich eine Ruhepause verdient. Rundum versüßen sollte man sie sich mit dem Besuch in „Greater’s Icecream Factory“ am nördlichen Stadtrand. Die Geschichte und Herstellung dieser berühmten Marke von dem Gründerehepaar Regina und Louis Greater sind sicherlich auch interessant, ebenso die Information, dass die Eistüte zur Weltausstellung 1904 in St. Louis kreiert wurde. Als viel anziehender erweisen sich hingegen die kostenlosen Proben in den zahlreichen Geschmacksrichtungen.

Einen weiten Blick über den Eriesee bietet die Terrasse des Science Centers in CLEVELAND.  Gleich nebenan kommen die Freunde der Rockmusik auf ihre Kosten, in der „Hall of Fame of Rock’n Roll“.   Tower City Center auf dem Public Square und den umliegenden Einkaufsstraßen laden zum Bummeln ein.

Musik der ganz anderen Art ertönt in dem Vorort Euclid. „The National Cleveland-Style Polka Hall of Fame“ bietet alles, was die „Polka-Welt“ zu bieten hat, optisch wie akustisch. Und ob es nun angebracht war, das „Slovanian Polka Sausage Festival“ im benachbarten Kirtland ausgerechnet an 9/11 auszurichten, mag dahin gestellt bleiben. Den rund 500 Teilnehmern war die Prämierung der „besten Bratwurst“ offensichtlich erheblich näher als der Gedenktag.

Und als dritte im Bunde der großen Städte darf die Metropole CINCINNATI natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Wo kann man sonst schon durch den „Garten Eden“ spazieren, wenn nicht hier. Nicht ein Schilderwald aber ein Einblick in die Geschichte von Hinweisschildern wird dem Besucher im „American Sign Museum“ vermittelt.

Die bereits vorher erwähnte Fluchthilfeorganisation für frühere Sklaven, die „Underground Railroad“ findet auch hier ihren Niederschlag, und zwar im „National Underground Railroad Freedom Center“. (In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unser Buch „Atlantik – Pazifik – Atlantik“ über unsere große Nordamerikarundreise. In dem Kapitel über „Dresden“ lässt sich hier Genaueres nachlesen).

Und immer wenn von dem früheren Sklaventum die Rede ist, fehlt auch eine Besichtigungsstätte der „Mutter der Sklavenliteratur“, Harriet Beecher-Stowe („Onkel Toms Hütte“) nicht. Hier in Cincinnati ist es das entsprechende Hausmuseum in der Montgomery Road.

Zane Grey

Karl May gilt als einzigartiger Schriftsteller der Western-Literatur. Aber wir wissen, er hat den wilden Westen nie gesehen, konnte also nicht authentisch schreiben.

Dieses tat hingegen Zane Grey, der als „Father of the American Western“ gilt. Mehr als 80 Bücher hat er veröffentlicht, viele davon wurden verfilmt. Karl May hingegen ist hier an der Wiege dieses Literaturgenres entweder unbekannt oder wird mit einem müden Lächeln quittiert. Machen wir uns also auf nach Norwich in das dazugehörige Zane Grey Museum. „Used Books / Bücher aus zweiter Hand “ –  von ihm können für  $2/Stk erworben werden.

Verharren wir noch ein wenig beim Filmgenre. Zwei weitere cineastische Berühmtheiten kann Ohio aufbieten, Dean Martin (mit alljährlichem Festival) und Clark Gable. Der eine wurde in Steubenville, der andere unweit davon in Cadiz geboren.

Passionsspiele unter freiem Himmel

The Living Word

The Living Word

Reverend Frank Roughton Harvey schrieb 1975 „The Living Word Outdoor Drama“. Seit nunmehr 39 Jahren kommt es alljährlich auf die wunderschöne Naturbühne des Städtchens Cambridge. Dieses dreistündige Passionsspiel über die letzten drei Jahre im Leben Jesu vermischt geschickt biblischen mit nicht biblischem sondern historischem Inhalt. Die Organisatoren und Darsteller hätten mehr Applaus verdient. Denn es war, wie wir es bereits öfter erlebt hatten: Die Vorstellung ist zu Ende, man steht kommentarlos auf, manchmal auch bereits kurz vor dem Ende, und verlässt rasch die Spielstätte.

Mme Tussaud religiös

Fast wie ein Theaterstück ist der „Bible Walk“ in Mansfield inszeniert. „Bible comes to Life“ heißt das Motto. Vier verschiedene Ausstellungen mit lebensechten Wachsfiguren widmen sich dem Neuen und dem Alten Testament, jeder Schaukasten wird begleitet von Lichteffekten, erzählerischer Darstellung und Musikuntermalung.

„Our Lady of Consolation“ hat sich das Franziskanerkloster in Carey verschrieben. Kathedrale und angrenzender Park mit einer riesigen Statue geben ein eindrucksvolles Bild hiervon.

Fortbewegung aus eigener Kraft

Die Entwicklung des Fahrrads wird veranschaulicht in Amerikas größtem Fahrradmuseum in New Bremen. Auf drei Etagen werden mehr als 300 dieser Vehikel ausgestellt. Vom dem ersten Gefährt des ehemaligen Freiherr von Drais (Draisine) bis zum High-Tec-Zweirad ist alles vertreten, was auch nur annähernd die Bezeichnung „Fahrrad“ verdient.

Historische Fahrräder-nicht nur im Museum

Historische Fahrräder-nicht nur im Museum

Das ist ein Fahrrad

Das ist ein Fahrrad

Erstaunlich häufig verwandelten sich diese Fortbewegungsmittel in drei- oder vierrädrige Fahrzeuge und galten nicht selten als Statussymbol. Einen bedeutenden Namen haben besonders die Fahrräder des auch in Deutschland bekannten Herstellers Schwinn. Bei annähernd 1.000 amerikanischen Fahrradproduzenten sollte man eigentlich glauben, dass die Straßen von bewegungsfreudigen und sportbegeisterten Fahrradfahrern nur so überquellen. Weit gefehlt, man muss sie (noch) mit der Lupe suchen. Auch in USA gilt Holland als DAS Fahrradland der Welt.

Deutsch-amerikanische Kooperation

Der seinerzeitige Baron von Steuben galt und gilt als einer des besten militärischen Berater und Führer zu Zeiten des ersten amerikanischen Präsidenten, George Washington. Er wird offensichtlich so verehrt, dass man sein damaliges Fort am Originalschauplatz vollständig wieder errichtete und heute als National Historic Site betreibt. Damit nicht genug. Dieses Museumsfort steht obendrein in dem Ort Steubenville. Eher bekannt ist in Deutschland sicherlich die jährlich stattfindende „Steuben Parade“ in New York City.

„Steubenville – where Ohio began / Steubenville, wo es mit Ohio begann“ stellt die Entwicklung seiner Geschichte und des States bunt in nicht weniger als 23 Hauswandbildern dar, von der Washington-Steuben-Ära in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts bis zum leuchtenden Hollywood Star Dean Martin.

Ohios ganzer Stolz

„Mother of Presidents and Astronauts“ lautet eine gern benutzte Eigenbezeichnung für den State. Und in der Tat, nicht weniger als 25 Astronauten und acht Präsidenten kommen aus Ohio.

Als erster amerikanischer Astronaut verließ John Glenn 1961 für wenige Momente die Erdanziehungskraft, wenige Monate nachdem dieser Schritt der damaligen Sowjetunion mit dem Kosmonauten Jurij Gagarin als allererster Nation gelungen war. Der „Space Race / Der Wettlauf um das Weltall“ hatte begonnen. John Glenn erwarb sich auch den Titel,  „Ältester Astronaut der Welt“ zu sein, denn mit 77 Jahren gehörte er noch einmal der  Crew im letzten Space Shuttle Raumflug an. Er war dort zuständig für die Erforschung der „Auswirkungen von Schwerelosigkeit im Alter“, ein sicherlich lebensnotwendiges Forschungsprojekt. Liebevoll wird er geehrt im „The John & Annie Glenn Historic Site“ in New Concord und im Science Center in Cleveland.

Sicherlich bekannter ist  Neil Amstrong, der Astronaut, welcher als erster Mensch den Mond betrat. „Discover The Moon“ heißt denn auch folglich das „Amstrong Air & Space Museum“ in Wapakoneta. Das umfangreiche Gelände zeichnet den – im wahrsten Sinne des Wortes – Aufstieg dieses vom Fliegergeschäft geradezu besessenen früheren (Test)Piloten und  späteren Astronauten nach. Der  o.g. von J.F. Kennedy initiierte „Space Race“ wird hier detailliert dargestellt. Flugsimulatoren vermitteln das Gefühl  eines Weltraumausfluges, ein geschickt illuminierter, verspiegelter Raum lässt den Betrachter eintauchen in die „ grenzenlose Welt der Sterne“. Im Sinne der Ausgewogenheit werden aber auch nicht nur die eigenen Erfolge präsentiert, sondern auch erlittene Niederlagen und zu beklagende Opfer.

Und schließlich die ohioanischen Präsidenten, wie gesagt, acht von den bis heute insgesamt 44, allesamt aus dem Zeitraum um 1850 bis 1920. Zur Erinnerung nennen wir sie kurz: William H. Harrison, Warren G. Harding, William H. Taft, William McKinley (mit Mausoleum in Canton), Benjamin Harrison, Ulysses S. Grant (der Held des Bürgerkrieges), Rutherford B. Hayes und James A. Garfield. Der letztere ist der Präsident mit der kürzesten Amtsperiode von nur 6 Monaten überhaupt. Er wurde von einem „Bittsteller um einen Job“ ermordet, da er dieses Gesuch nicht erfüllte.

Zum Bedauern der Ohioaner kam in den letzten 90 Jahren kein Präsident mehr aus ihrem State. Aber wer weiß! Gerade in diesen Tagen, d.h. im September 2013, hat der aktuelle Präsident, Barak Obama einen ehemaligen ohioanischen Gouverneur zum Botschafter bei den UN in New York bestallt. Und das sind Posten, aus denen oft auch zukünftige Präsidenten hervorgehen.

Seit es die amerikanischen Präsidenten gibt, also von George Washington bis Barak Obama, spielten und spielen die „First Ladies“ immer eine besondere Rolle. Ihnen zu Ehren ist der „First Ladies National Historic Site“ in Canton gestaltet. Allen bisherigen 44 Präsidentengattinnen wird dort ein gebührender Platz eingeräumt. Natürlich spielen die von ihnen getragenen Roben eine unübersehbare Rolle in den Ausstellungsräumen. Akzentuierter jedoch wird ihr Leben als „öffentliche Person“ skizziert, ob und wie sie sich  einbrachten in diese Zeit und, seitdem es Fernsehen und Massenmedien gibt, „First Ladies as Media Celebrities“.  Als männlicher Besucher befand man sich wenig überraschend unübersehbar in der Minderheit dieser sehens- und erfahrenswerten historischen Stätte.

Wolf Leichsenring

 

 

 

 

 

 

Wolf Leichsenring
Wolf Leichsenring

Gabriele & Wolf Leichsenring „Die Welt ist ein Buch. Und wer zu Hause bleibt, liest nur eine Seite darin“, lautet ein Spruch des weltoffenen Heiligen Augustinus (354-430 AD). Gabriele & Wolf Leichsenring sind lesefreudig. Mit einer einzigen Buchseite haben sie sich noch nie zufrieden gegeben. Wohnmobilisten seit nunmehr 30Jahren – und somit völlig „hoteluntauglich“ - blättern sie stetig im „Buch der Erde“, haben sich darin bereits recht vielfältige Kapitel erarbeitet. Sie reisen überall dorthin, wohin das Wohnmobil sie trägt. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, ihr WoMo auch einmal für eine längere Schifffahrt verladen zu lassen, z.B. nach Nordamerika. Seitdem sie ihren früheren beruflichen Pfaden (Lehrtätigkeiten) den Rücken gekehrt haben, stehen Langzeitreisen in fernere Ecken unseres Erdballs auf dem Programm. Mit der Zeit würden sicherlich viele der gewonnen Impressionen im Nebel der Erinnerungen verblassen oder gar gänzlich verschwinden. Um dem vorzubeugen, werden Berge von Fotos geschossen und regelmäßig Reiseberichte geschrieben. Damit nicht genug! Anfragen von Zeitungsverlagen ließen und lassen sie „live von unterwegs“ berichten. Blogs, sowohl auf der eigenen Website ( http://ga-wo.leichsenring.net/reisen/ ) wie auch schwerpunktmäßig für den Reisebuchverlag „traveldiary“, Hamburg, ergänzen das Schreibprogramm. Somit erscheint es dann nur konsequent, dass derartige Aktivitäten schließlich in der Publikation mehrerer Bücher mündeten mit den Themenschwerpunkten „Nordamerika“ und „Marokko“. Als gefragte Dozenten berichten sie in Form von DiaVorträgen über ihre Reisen, wobei die Zuhörerschaft sich entweder den eigenen Erinnerungen hingeben, auch einmal neue Pläne schmieden, ihren Wissensdurst stillen oder sich einfach in Träumereien fallen lassen kann. Bewährt hat sich Arbeitsteilung der beiden Globetrotter: Mit ausgeprägtem, motivsicherem Blick bannt Gabriele Leichsenring das Gesehene und Erlebte in ihre Kameras. Die entsprechenden Texte stammen aus der Feder von Wolf Leichsenring. Und so arbeiten sich diese neugierigen, vom Fernweh heimgesuchten Weltenbummler durch das dicke Buch des Globus‘. Wer aber auch eine andere – künstlerische – Seite dieser beiden Reiseautoren kennenlernen möchte, der rufe einfach deren weitere Website auf: http://ga-wo.leichsenring.net/kreativ/

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