Schwedische Gardinen

Schwedische Gardinen

Bei solch einer Rallye entscheidet Motivation und Maschine über Erfolg oder Misserfolg. Unsere Motivation war nicht mehr, als eine abenteuerliche Entdeckungsfahrt rund um die Ostsee zu machen – und doch landeten wir in Dänemark fast schon hinter schwedischen Gardinen – und in Schweden fast schon wieder.

Zugeparkt - wer hat gesagt, dass man eine Rallye mit fairen Mitteln gewinnt?

Zugeparkt – wer hat gesagt, dass man eine Rallye mit fairen Mitteln gewinnt?

Doch eins nach dem anderen. Tag 3 der Rallye bricht im schwedischen Örebro gerade an und wir haben immer noch Kameramann Martin an Bord. Heute früh müssen wir zu Golden-Bulli aufschließen, um Martin zu übergeben – und wenn das mal das Einzige wäre, das wir tauschen müssten!

Denn unsere Motivation bei dieser Reise hat sich in dem Moment geändert, als wir auf Strand Pauli das Roadbook erhalten haben. Es ist voller schräger Aufgaben, die uns den Ländern, die wir durchreisen werden näherbringen sollen (nur hat darüber wohl keiner die Landsleute informiert) und uns Rallyepunkte auf dem Weg zum Sieg verschaffen – und plötzlich ist das wichtig geworden…!

Wikingertaufe

Wikingertaufe

So tauschen wir schon auf dem Fischmarkt eine blaue Büroklammer gegen einen Hammer. In jedem Land muss weitergetauscht werden und am Ende sollen wir dann von Polen aus eine Rolex oder einen Kleinwagen oder sowas mit zurück bringen. Aber am besten echt und vom wahren Eigentümer ertauscht! In Dänemark passieren wir eine Hochzeitsfeier und wollen aus dem Hammer mindestens ein Strumpfband machen. Doch leider werden wir von unseren freundlichen und ach-so-glücklichen Nachbarn schon des Parkplatzes vertrieben. Vom Restaurantbesitzer, nicht von der Hochzeitsgesellschaft. Die Braut lernen wir leider nie kennen. An einer Tankstelle werde ich beim nächsten Anlauf darauf hingewiesen, dass in Dänemark das Betreten einer Tankstelle mit einer Waffe eine Straftat ist. Und dieser Hammer sei eine Waffe. Wir einigen uns darauf, dass ich Scheibenreiniger benötige und immer haben wir noch nichts getauscht. Letzte Chance, die Fähre nach Helsingborg/Schweden. Wenn wir jetzt nicht tauschen, haben wir’s verrissen. Die Opfer: Deutsche Camper aus dem Badischen. Während die Fähre schon die Luke zur Auffahrt öffnen, durchwühlen wir gemeinsam den Hausstand der Camper. Tauschergebnis: Eine Flasche Trollinger, selbst gekeltert vom Nachbarn aus Korb. Alkohol für die Schweden – das muss funktionieren!

Mission: Etwas schweres Abschleppen

Mission: Etwas schweres Abschleppen

Doch damit nicht genug, in Dänemark müssen wir eine Wikingertaufe (das Bild sagt alles) absolvieren, in Schweden Pipi Langstrumpf nachstellen (das Bild zeigen wir lieber nicht, als Undank an die Astrid Lindgren Welt, die uns den Zutritt verweigert hat) und wir sollen auf dieser Reise eine Szene stellen, bei der wir das Schwerste abschleppen, was wir finden konnten. Und was stellen die in Schweden auch einfach so einen Panzer an die Zufahrt ihres Militärgeländes? Und Ihr ahnt es vielleicht schon, dies waren die nächsten schwedischen Gardinen. Denn noch bevor wir das Abschleppseil am Haken hatten, hatten wir die Militärpolizei an den Hacken. Diesmal haben wir Michels Personalien abgegeben…

Sibirien - fast am Ziel

Sibirien – fast am Ziel

Und kann mir jetzt nochmal einer erklären, wie man bei diesem Stress Strecke machen soll? Aber was soll’s, bei dem Vorsprung den wir haben… Schließlich haben wir gestern schon in Sibirien übernachtet – ein so genannter Strand an der Westküste Schwedens.

6:50 Uhr, wohl Zeit, dass ich mal mein Team wecke ;-)

traveldiary
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