On Tour 26-GB WA 1 „Im Land des Drachen – Wales“

On Tour 26-GB WA 1 „Im Land des Drachen – Wales“

Wallisischer Drachen

Wallisischer Drachen

Rund 200km südlich des Lake Disricts öffnet uns Wales seine Pforten, die westliche Region Englands ziemlich in der Mitte zwischen John o‘ Groats am „Nordkapp“ Scottlands und Land’s End an der Südspitze Cornwalls.

Ein roter Drachen ziert die Flagge von Wales, wohinter sich natürlich eine – wenn auch m Laufe der Geschichte vielfach angepasste – Legende befindet. Zurück geht die gesamte Symbolik auf King Arthur, der ewige Kampf gegen Eindringlinge nach Britannien, d.h. gegen die früheren Sachsen. Auf der Welt erschien der Drachen zum ersten Mal in den Bergen von Snowdonia, als man zum Burgenbau einen Sumpf trockenlegen wollte. Natürlich hatte dabei der große Zauberer Merlin seine Hand im Spiel. Eine modernere Interpretation besagt, dass es zwar immer noch um den Kampf gegen Eindringlinge geht. Die unter der Hand verbreitete Deutung zieht als Konfliktparteien aber nunmehr England versus Wales ins Blickfeld. Geblieben ist lediglich der Drachen als Symbol für Kraft. Mut und Stärke.

Ein Wales-Wunder Die Kathedrale von Wrexham

Ein Wales-Wunder Die Kathedrale von Wrexham

Sicherlich kann man sich Wales erobern auf der Basis von Legenden. Es gibt genügend Märchenschlösser, die sie erzählen könnten. Als weitere Möglichkeit bietet sich eine Rundfahrt mit Besuch der „Sieben Wunder von Wales“ an. Der Wegweiser aus dem 18.Jh. gibt diesen Hinweis in Versform:

Great Ornes Halbinsel-Panoramastraße

Great Ornes Halbinsel-Panoramastraße

„Pistyll Rhaeadr and Wrexham steeple,

Snowdon’s mountain without its people,

Overton yew trees, St. Winefride’s well,

Llangollen bridge and Gresford bells.

 

Wir gestalten es weniger prosaisch und werden dieses und jenes „Wunder“ auf unserer Tour sicherlich streifen.

Die erste Wales–Etappe führt uns tourlogisch in die Nordwestecke. Im Anmarsch auf den mondänen Badeort LLandudno im Norden passieren wir die Stadt Wrexham sowie malerische Dörfer wie LLangollen, Ruthin oder Denbigh.

Von Badegästen voll wie im Hochsommer zeigt sich LLandudno mit dem exklusiven Great Ornes Head, ein Touristenmagnet. Der Ort selbst mit seiner beliebten Pier und der zwei Meilen langen Strandpromenade, gesäumt von eleganten Hotels, lässt bestimmt keine Langeweile aufkommen.

Walisischer Hobby-Kanalbootfahren P1170179Allein um den reizvollen Great Ornes Head zu erklimmen gibt es mehrere Möglichkeiten. Natürlich sind zuerst die vielfältigen Wanderwege zu nennen, alle mit Panoramablick. Für alle anderen bietet sich die bequemere Zahnradbahn „Trafford Tramway“ oder der Gondellift an. Eine mautpflichtige Panoramastraße umrundet die gesamte Felsenhalbinsel.

Mit dem Fernblick von der Bergspitze herab lassen sich dann auch weitere lohnende Ziele in der Umgebung ausmachen. Nur knapp 5km entfernt erhebt das mächtige, achttürmige Conwy Castle. Um diese Mittelalterfestung zu betreten, muss man sich erst einmal über eine Hängebrücke schaukeln.

Erholung und Augenschmaus gibt es später im nahegelegenen „Bodnant Garden“. Das leibliche Wohl kommt später fast nebenan im „Welsh Food Center“ zu seinem Recht.

Conwy Castle

Conwy Castle

Holy Island Felsküste

Holy Island Felsküste

Die nordwestlich angrenzende „Anglese Isle“ mit dem „Holy Island“ wird charakterisiert durch zunächst gefälliges Wiesen- und Weideland. Die Spitze von „Holy Island“ zeigt sich hingegen mit schroffen Felsklippen am „Ellin’s Tower“.

Einen guten Einblick in die Aktivitäten der Seenotrettungskreuzer (eine Nonprofit-Organisation) gewinnt man im sogenannten „Lifeboat Center“ im Ort Moelfre an der Nordküste.

Caernafon Castle

Caernafon Castle

Caernafon-Prince Charles' Krönungsort

Caernafon-Prince Charles‘ Krönungsort

Das überwältigende „Küsten-Castle Caernafon“ dann weiter südlich bietet nicht nur Mittelaltergeschichte aus dem 13.Jahrhundert. Hier wurde auch jüngere Geschichte geschrieben, zumindest für England. An diesem historischen Fokus krönte die Queen 1969 ihren Sohn Charles zum „Prince of Wales“. Auf dem Burgrundgang wird viel in Bild und Ton über die Krönungszeremonie gezeigt und erzählt, gar nichts aber darüber, wie die Waliser dazu stehen. Da klettern wir doch lieber eine der Burgstiegen hinauf zur „Queen’s Gate“, um den Blick über die ersten Gipfel des Snowdonia National Parks schweifen zu lassen, dem Herzstück von Nordwales.

Vom Snowdon Gipfel

Vom Snowdon Gipfel

Als zentraler Ort schält sich das Dorf LLanberis heraus. Gleich vier Attraktionen ziehen Besucherströme an. Gut sichtbar zeigt sich der mittelalterliche Turm eines Burgrestes. Am Dorfende wird die Geschichte des Schieferbergbaus im „National Slate Museum“ aufgeblättert. Die meisten Gruben sind heute zwar stillgelegt, als Baustoff ist Schiefer jedoch nach wie vor begehrt.

Einen ehemaligen Schieferstollen hat Wales Electric Company zur größten, von Menschenhand geschaffenen Felshöhle ausgebaut: 180m lang, 25m breit, 60m tief. Ein Größenvergleich besagt, dass in ihr die Londoner St. Paul’s Cathedral untergebracht werden kann.

Heute beherbergt die Höhle das mächtigste britische Wasserkraftwerk, das Elektrizität für ganz Wales und darüber hinaus produziert. Mit dem Bus geht die geführte Tour in den „Electric Mountain“, zu besichtigen sind die sechs riesigen Turbinen in Aktion.

Und nun geht es hinauf in die „Cambrian Mountains“ des National Parks. „Mount Snowdon“ nennt sich der höchste Gipfel mit seinen 1.085m. Wanderschuhe und Mountain Bike spielen für den Auf- und Abstieg eine große Rolle. Mindestens ebenso eindrucksvoll gibt sich das „Majestic Mountain Top Adventure“. Per historischer Dampfbahn nach Schweizer Vorbild stampft der Zug in der einstündigen Fahrt bergan mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10km/h. Meist führt die Strecke auf Bergkämmen entlang mit unbeschreiblichen, vielfältigen Ausblicken in die umliegenden Schluchten und Täler. Bergdorf Beddgelert im Snowdonia NP P1170522Ebenso hurtig bremst sich die Bergbahn dann wieder hinab. Alles in allem ist dieses rund zweieinhalbstündige Fahr- und Bergvergnügen guten Herzens zu empfehlen. Man sollte sich jedoch rechtzeitig um Tickets bemühen, am besten per online-Vorbestellung. Denn, obwohl die Züge von 9 bis 17 Uhr halbstündig fahren, sind sie derart ausgebucht, dass Wartezeiten bis zum Folgetag keine Seltenheit sind.

Mit Legende haben wir begonnen, mit Legende werden wir diesen Abschnitt beenden. Dazu begeben wir uns in das Bergdorf Beddgelert. Hier soll sich im 13.Jh. folgende, tragische Begebenheit zugetragen haben:

Grab des treuen Hundes

Grab des treuen Hundes

Der damalige Prince of Northwales, ein Duke Llewelyn begab sich eines Tages auf die Jagd, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit ohne seinen Jagdhund „Gelert“. Natürlich begrüßte sein treuer Weggefährte freudig den Duke nach dessen Rückkehr. Herrchen musste jedoch entdecken, dass der Hund über und übe mit Blut beschmiert war. In dunkler Vorahnung eilte der Hausherr an die Wiege seines Söhnchens, fand diese leer vor, die Bettwäsche und den Fußboden hingegen blutbefleckt. Voller Verzweiflung durchbohrte der Vater seinen Hund mit dem Schwert in dem Glauben, dass das Tier das Kind getötet hätte. Noch im Todeskampf des Hundes vernahm der Duke ein schwaches, kindliches Wimmern aus einem Nebenraum. Neben dem unverletzten Baby lag ein toter Wolf. Wie sich herausstellte, hat der Hund das Baby vor dem Wolf gerettet. Jetzt erst sah der Duke seine Fehleinschätzung ein. Doch es war zu spät, seinen Hund konnte er nicht mehr retten. Erfüllt von tiefer Trauer und Reue, für den Rest seines Lebensgezeichnet und niemals mehr lächelnd, gestaltete er seinem Hund ein heute noch zu besichtigendes Grabmal.

Porthmeirion

Porthmeirion

Und wie können wir uns und die Leserschaft wieder aufheitern?

Die malerische Umgebung tut ihr Übriges. Oder wir besuchen „Italien in Wales“.

Portmeirion schafft die entsprechende Stimmung. Was den walisischen Architekten Sir Clough Williams-Ellis (1925-1973) bewegt haben mag, an felsiger Gebirgsküste eine naturgetreues „italienisches Dorf“ zu erbauen, bleibt ein Rätsel. Doch schön ist diese mediterrane Oase mit bunten Palästen, Parks, Teichen, Kirche und Terrasse mit Meeresblick anzuschauen und in ihr zu wandeln.

Wolf Leichsenring
Wolf Leichsenring

Gabriele & Wolf Leichsenring „Die Welt ist ein Buch. Und wer zu Hause bleibt, liest nur eine Seite darin“, lautet ein Spruch des weltoffenen Heiligen Augustinus (354-430 AD). Gabriele & Wolf Leichsenring sind lesefreudig. Mit einer einzigen Buchseite haben sie sich noch nie zufrieden gegeben. Wohnmobilisten seit nunmehr 30Jahren – und somit völlig „hoteluntauglich“ - blättern sie stetig im „Buch der Erde“, haben sich darin bereits recht vielfältige Kapitel erarbeitet. Sie reisen überall dorthin, wohin das Wohnmobil sie trägt. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, ihr WoMo auch einmal für eine längere Schifffahrt verladen zu lassen, z.B. nach Nordamerika. Seitdem sie ihren früheren beruflichen Pfaden (Lehrtätigkeiten) den Rücken gekehrt haben, stehen Langzeitreisen in fernere Ecken unseres Erdballs auf dem Programm. Mit der Zeit würden sicherlich viele der gewonnen Impressionen im Nebel der Erinnerungen verblassen oder gar gänzlich verschwinden. Um dem vorzubeugen, werden Berge von Fotos geschossen und regelmäßig Reiseberichte geschrieben. Damit nicht genug! Anfragen von Zeitungsverlagen ließen und lassen sie „live von unterwegs“ berichten. Blogs, sowohl auf der eigenen Website ( http://ga-wo.leichsenring.net/reisen/ ) wie auch schwerpunktmäßig für den Reisebuchverlag „traveldiary“, Hamburg, ergänzen das Schreibprogramm. Somit erscheint es dann nur konsequent, dass derartige Aktivitäten schließlich in der Publikation mehrerer Bücher mündeten mit den Themenschwerpunkten „Nordamerika“ und „Marokko“. Als gefragte Dozenten berichten sie in Form von DiaVorträgen über ihre Reisen, wobei die Zuhörerschaft sich entweder den eigenen Erinnerungen hingeben, auch einmal neue Pläne schmieden, ihren Wissensdurst stillen oder sich einfach in Träumereien fallen lassen kann. Bewährt hat sich Arbeitsteilung der beiden Globetrotter: Mit ausgeprägtem, motivsicherem Blick bannt Gabriele Leichsenring das Gesehene und Erlebte in ihre Kameras. Die entsprechenden Texte stammen aus der Feder von Wolf Leichsenring. Und so arbeiten sich diese neugierigen, vom Fernweh heimgesuchten Weltenbummler durch das dicke Buch des Globus‘. Wer aber auch eine andere – künstlerische – Seite dieser beiden Reiseautoren kennenlernen möchte, der rufe einfach deren weitere Website auf: http://ga-wo.leichsenring.net/kreativ/

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