On Tour 27- GB WA 2 – Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch

On Tour 27- GB WA 2 – Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch

Ortsname

Ortsname

Dieses Wort ist wahrhaftig keine Legende, sondern der leibhaftige Ortsname eines kleinen walisischen Straßendorfes wenige Kilometer nordwestlich von Bangor. Er besteht aus 58 Buchstaben. Ins Englische übersetzt bedeutet er ganz einfach „The Church of Mary in the Hollow of the White Hazel near the Fierce Whirlpool and the Church of Tysilio by the Red Cave“. Aber das wussten Sie ja bereits. Und die Übersetzung? Lässt sich leichter merken: „St. Marienkirche am Teich der weißen Haselsträucher in der Nähe des schnellen Strudels an der roten Grotte der Kirche des Heiligen Tysilio“. Na, da freut sich doch jeder Navi.

Powis Castle hingegen birgt keine Ausspracheprobleme. Wäre auch schade darum, wenn ein Besuch dieses pittoresken Schlosses mit seinem märchenhaften Terrassengarten wegen seiner Bezeichnung erschwert würde.

Powis Castle & Gardens

Powis Castle & Gardens

Besonders stolz präsentiert der Schlossherr die Suite, in der Prince Charles während seiner Walesbesuche residiert. So etwas adelt, bringt aber auch sämtliche Besucherströme heillos durcheinander.

Erholung liefert der Badeort Barmouth am Südwestende des Snowdonia National Parks. Der von Palmen gesäumte Strand zieht auch zu dieser Jahreszeit Mitte September noch zahlreiche Touristen an. Kaum zu spüren, dass die Strandsaison eigentlich doch lange vorbei sein soll.

Oder bilden die massive Kathedrale am Felsenhang bzw. das Rundhaus „Ty Crwn“ einen Publikumsmagneten? Kann schon sein, denn besonders die legendenhafte Geschichte des Rundhauses hat es in sich. Es diene früher, d.h. in der 2.Hälfte des 18.Jh’s als Gefängnis für betrunkene Seeleute.

Barmouth

Barmouth

Zwei Eingänge gewähren Einlass, einer für die Seeleute, der andere für deren weibliche Begleitung. Und in der Mitte dank geschickter Türarchitektur treffen sich dann alle wieder. Und warum rund? Damit der Teufel in Form von Trunksucht und Lasterhaftigkeit sich nicht in irgendeiner Ecke verstecken kann.

Da ist er wieder, unser Freund Belzebub. Ebenfalls quasi hautnah kommt er der Menschheit im Ort Devil’s Bridge in Mittelwales. Der aus 900m Höhe in mehreren Stufen herabstürzende Wasserfall des Mynach-Baches bildet den Rahmen für das teuflische Spektakel, genauer gesagt die älteste der drei übereinander gebauten Brücken.

Und so soll es geschehen sein: Irgendwann im 11.Jh. besuchte der Teufel Wales. Dort begegnete er an eben jenem Wasserfall einer aufgeregten, alten Frau. Gefragt nach dem Grund für ihre Erregung, erklärte diese, dass auf der anderen Seite des Baches ihre Kuh sei und nicht mehr zurück fände. Der Teufel versprach, über Nacht hier eine Brücke zu erbauen, unter der Maßgabe, dass ihm das erste Lebewesen gehören werde, welches die Brücke überquere. Und so geschah es dann auch.

Three Bridges

Three Bridges

Als die alte Frau, begleitet von ihrem alten Hund am nächsten Morgen den Bach wieder erreichte, überspannte eine stattliche Steinbrücke die Wasser. Eingedenk des Teufels Bedingung schickte sie zunächst ihren alten Hund hinüber. Schnell erkannte der auf Menschenseelenjagd versessene Unhold, dass er ausgetrickst worden war. Unter Flüchen verließ er den Ort seiner Niederlage und soll in Wales nie mehr gesehen worden sein. Geblieben sind die echte „Teufelsbrücke“ aus dem 11.Jh., eine zweite aus dem 18.Jh. und die heutige moderne. Alle drei stehen direkt übereinander wie Bausteine. Ein von steilen Treppen geprägter Rundwanderweg führt auf der „Jakobsleiter“ in den Taleinschnitt hinein und wieder hinauf, immer um den Wasserfall herum.

Von dort ist es nur noch ein Steinwurf bis zum mondänen Badeort Aberystwyth. Die dem Strand nahen Castleruinen und die Zahnradbahn zum Constitution Hill sichern auch dieser Stadt einen stetigen Besucherstrom. Eine gewichtige Rolle hierbei spielt auch die Marine Terrace, die zwei Kilometer lange Wasserfrontpromenade mit den Prunkbauten im Viktorianischen Stil sowie die hölzerne Vergnügungspier.

Devils's Bridge Wasserfall

Devils’s Bridge Wasserfall

New Quay

New Quay

Und als dritte Meeresperle wollen wir das ein wenig südlichere New Quai nicht unerwähnt lassen. Enge, steile Sträßchen und Gassen, gesäumt von Imbissen mit leckeren „fish & chips“, führen hinab zu einem malerischen Hafen. Kurz gesagt, ein Touristenstädtchen wie im Bilderbuch. Selbstredend wird auch hier eine große Persönlichkeit als Aushängeschild ins Feld geführt. Es handelt sich um den Dichter Dylan Thomas (1914-1953), über die Grenzen hinaus bekannt durch seine Gedichte, Essays und Drehbücher.  Sein einziges Theaterstücke „Under The Milkwood“, für das er sich Anregungen eben in dieser Küstengegend verschaffte, heimste zahlreiche internationale Preise ein. Sein Londoner Leben als Bohemien bewahrte ihn vor der Einberufung in die Armee (WWII), da er sturzbetrunken zur  Musterung gekommen sein soll.

Aberysthwyth

Aberysthwyth

Das wohl Wertvollste, was Wales zu bieten hat, ist neben der Landschaft sein Gold. „The Welsh Gold“ soll erheblich kostbarer sein als alle anderen Goldgesteine dieser Welt. Das müssen auch bereits die alten Römer erahnt haben, denn während ihrer Besatzungszeit vor rund 2.000 Jahren schürften sie es aus riesigen Tagebaugruben oder besser Löchern in der Nähe des zentralen Gebirgslands der Brecon Beacons – heute ebenfalls ein Naturnational Park. Wer mehr hierüber erfahren möchte, nicht nur über die Goldgewinnung aus der Zeit der Römer, sondern bis hinein in die 1930ger Jahre, der besuche die „Dolaucothi Gold Mines“ nahe der Stadt Lampeter.

Atlantik Abenstimmung

Atlantik Abenstimmung

Es muss einen realen Hintergrund haben, dass das walisische Gold etwas ganz Besonderes darstellt. Denn wer mag sich vorstellen, dass die königliche Familie sich mit „gewöhnlichem“ Gold zufrieden gibt. Das Edelmetall für die Eheringe der Queen, von Prince Charles und Lady Diana jedenfalls stammt aus walisischen Gruben, aus Dolgellau etwas nördlich der ehemaligen Römergrube gelegen.

Wer an Bergbau denkt dessen Gedanken sind nicht weit entfernt von den damaligen Arbeitsbedingungen in den Stollen. Kinderarbeit war üblich, auch Untertage. Die tägliche Arbeitszeit betrug mindestens 12 Stunden, sechs Tage pro Woche. Die Lebenserwartung der Grubenarbeiter überstieg die 40Jahre kaum.

Derartige Arbeitsbedingungen, sowohl im Bergbau, stärker noch in den vielen Wollspinnereien des Landes riefen den ersten „wirklichen“ Sozialisten Englands auf den Plan, Robert Owen (1771-1858). Seine Geburts- und Sterbestadt Newtown ehrt den großen Sozialreformer mit Museum, Statue und Memorial. Dabei war dieser Mann kein Sozialträumer, sondern als erfolgreicher Unternehmen auch knallharter Kapitalist. Die Arbeitsbedingungen seiner Arbeiter und die anderer Unternehmen verlor er dabei allerdings nie aus dem Auge. Für seine Zeit gingen die angestrebten Reformen noch zu weit. Nur 10 ½ tägliche Arbeitsstunden waren in jener Epoche undenkbar, Arbeit von Kindern unter 10 Jahren an der Tagesordnung. Doch geblieben sind die Ideen für menschlich angepasste Arbeitszeiten und das Verbot der Kinderarbeit. Nun- bahnbrechende Ideen benötigen viel Zeit bis zu annähender Realisierung.

Wolf Leichsenring
Wolf Leichsenring

Gabriele & Wolf Leichsenring „Die Welt ist ein Buch. Und wer zu Hause bleibt, liest nur eine Seite darin“, lautet ein Spruch des weltoffenen Heiligen Augustinus (354-430 AD). Gabriele & Wolf Leichsenring sind lesefreudig. Mit einer einzigen Buchseite haben sie sich noch nie zufrieden gegeben. Wohnmobilisten seit nunmehr 30Jahren – und somit völlig „hoteluntauglich“ - blättern sie stetig im „Buch der Erde“, haben sich darin bereits recht vielfältige Kapitel erarbeitet. Sie reisen überall dorthin, wohin das Wohnmobil sie trägt. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, ihr WoMo auch einmal für eine längere Schifffahrt verladen zu lassen, z.B. nach Nordamerika. Seitdem sie ihren früheren beruflichen Pfaden (Lehrtätigkeiten) den Rücken gekehrt haben, stehen Langzeitreisen in fernere Ecken unseres Erdballs auf dem Programm. Mit der Zeit würden sicherlich viele der gewonnen Impressionen im Nebel der Erinnerungen verblassen oder gar gänzlich verschwinden. Um dem vorzubeugen, werden Berge von Fotos geschossen und regelmäßig Reiseberichte geschrieben. Damit nicht genug! Anfragen von Zeitungsverlagen ließen und lassen sie „live von unterwegs“ berichten. Blogs, sowohl auf der eigenen Website ( http://ga-wo.leichsenring.net/reisen/ ) wie auch schwerpunktmäßig für den Reisebuchverlag „traveldiary“, Hamburg, ergänzen das Schreibprogramm. Somit erscheint es dann nur konsequent, dass derartige Aktivitäten schließlich in der Publikation mehrerer Bücher mündeten mit den Themenschwerpunkten „Nordamerika“ und „Marokko“. Als gefragte Dozenten berichten sie in Form von DiaVorträgen über ihre Reisen, wobei die Zuhörerschaft sich entweder den eigenen Erinnerungen hingeben, auch einmal neue Pläne schmieden, ihren Wissensdurst stillen oder sich einfach in Träumereien fallen lassen kann. Bewährt hat sich Arbeitsteilung der beiden Globetrotter: Mit ausgeprägtem, motivsicherem Blick bannt Gabriele Leichsenring das Gesehene und Erlebte in ihre Kameras. Die entsprechenden Texte stammen aus der Feder von Wolf Leichsenring. Und so arbeiten sich diese neugierigen, vom Fernweh heimgesuchten Weltenbummler durch das dicke Buch des Globus‘. Wer aber auch eine andere – künstlerische – Seite dieser beiden Reiseautoren kennenlernen möchte, der rufe einfach deren weitere Website auf: http://ga-wo.leichsenring.net/kreativ/

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