Sommer, Sonne, Strand und Meer, Baguette, Bourdeux und Camembert in Guadeloupe!

Sommer, Sonne, Strand und Meer, Baguette, Bourdeux und Camembert in Guadeloupe!

 

Wo zum Teufel ist Guadeloupe?

Wo zum Teufel ist Guadeloupe?

Yippi, wir haben Guadeloupe erreicht. Guadeloupe gehört zu Frankreich und ist Teil der Leeward Islands, die wiederum zu den Lesser Antillen zählen. Wir sind also fleißig dabei die Länderliste auf unseren T-Shirtrücken abzuarbeiten und einige Domizile wie Martinique dürfen wir auch zusätzlich ergänzen. Ich weiß der Vergleich ist nicht ganz korrekt, aber zähle ich Martinique und Guadeloupe separat mit, so haben wir nun Land Nummer 27 erreicht. 27? Klingt nicht soviel bei fast 3 Flugjahren die hinter uns liegen, aber außer Bolivien und Venezuela haben wir jedes Land in Mittel- und Südamerika durchflogen.

Überflug Maria Galante, die größte Insel Guadeloups

Überflug Maria Galante, die größte Insel Guadeloups

Bevor wir glücklich auf dem Boden von Guadeloupe, in Saint Francois, aufsetzen konnten, gab es wieder einmal ein paar ungeahnte Hürden zu überwinden. Unser personifizierter Alptraum heißt Martinez. Martinez ist 1,60m groß und wichtig. Martinez ist der am heutigen Morgen Dienst habende Sicherheitsbeamte hier am Flughafen Melville Hall in Dominica. Und Martinez hat Regeln, viele Regeln, die er natürlich einhalten muß. Eine dieser Regeln heißt „Keiner kommt an mir vorbei, nicht vor 6.00 Uhr!“ „Aber warum?“, fragen wir nach. „Wir haben doch gestern mit dem Tower, Zoll, Ausreisebehörde und deinem Kollegen gesprochen, den Flugplan gemacht, 4 fach die General Declaration Form hinterlegt und alle Gebühren gezahlt. Alles war klar!“ Da plustert sich Martinez auf, stemmt seine Hände in die Hüften und stampft mit den Füßen auf dem Boden auf, wie Rumpelstilzchen der sich die Fußsohlen verbrennt, sein Gesicht läuft puderrot an und er verhaspelt sich fast als er immer wieder sagt: „Ich habe keine Information. Der Flughafen öffnet 6.00 Uhr und solange niemand vom Tower da ist, kommt hier niemand an mir vorbei. Es gibt Regeln. Basta! Samt unserem Gepäck werden wir aus seinem Büro hinaus komplementiert. Danach verschanzt sich Martinez in seinem Büro, verriegelt die Tür von innen und wir stehen draußen. Nichts zu machen!

Landeanflug Guadeloupe - Saint Francois

Landeanflug Guadeloupe – Saint Francois

Regenwolken sind im Anmarsch und der Wind nimmt zu. Wie ein Löwe auf der Jagd tigert Andreas die Zufahrtsstraße zum Flughafen hoch und runter. Sein Puls ist auf 580, ich nehme lieber Abstand.  Wegen einem, einen einzigen Querschläger, einem einzigen Martinez kann doch nun nicht alles umsonst gewesen sein, denke ich. Die ersten Mitarbeiter vom Flughafen kommen. Emsig wird überall geputzt und gewienert, selbst der Mann von der Autovermietung hat seine Ladenluke schon geöffnet. „Wer hat heute Dienst? Ach Mr. Martinez.“ Wir bekommen mitleidige Blicke, Mr. Martinez erntet nur Kopfschütteln. Völlig unbeteiligte Leute entschuldigen sich bei uns. 40 Minuten warten wir nun schon und drehen Däumchen. Da kommt die Rettung, da kommt der Mann vom Tower: „Hi, Guten Morgen, wie geht es heute?, strahlt er mich an. „Nicht so gut“, sage ich. „Mr. Martinez läßt uns nicht in den Flughafen und dicke, schwarze Regenwolken sind im Anmarsch“. Noch bevor der Mann die 15 Stufen zu seinem Tower emporsteigt, marschiert er direkt zu Mr. Martinez.

imageWir müssen draußen bleiben. Nach wenigen Minuten ist er wieder zurück, entschuldigt sich bei uns und nun kann es wohl losgehen, oder? Oder etwa nicht? Mr. Martinez taucht wieder aus seiner Verschanzung auf und möchte mit uns über Etiquette diskutieren. Dafür haben wir nun wirklich keine Zeit. „Kann ich nun rein oder nicht!“, versucht Andreas das Ganze abzukürzen. Da wird Mr. Martinez bockig, fährt seine Hörner aus und verschanzt sich abermals hinter seiner Tür. „Er lässt uns hier nicht rein!“ „Aber Mr. Martinez, es gibt doch wohl Regeln!“, versucht es Andreas mit dessen eigenen Argumenten. Unsere einzige Rettung ist der Schichtwechsel. Der  Kollegin scheint das alles sehr unangenehm zu sein, Sie schmeißt sofort die Kontrollgeräte an und die Abfertigung ist ruck zuck erledigt.

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Auf Wunsch des Towers schnell noch etwas Posen vor dem Start

Wir packen in Rekordzeit. Noch bevor die Regenwolken den Flughafen erreichen erhalten wir Startfreigabe. Der Tower bittet uns noch um ein kurzes Fotoschooting, für ein paar Schnappschüsse, dann heben wir auch schon ab und Mr. Martinez, der ebenfalls unten am Zaun steht, der kann uns mal! Die Sicht ist schlecht, starker Dunst erschwert die Sicht, immer noch Sand der aus Afrika, aus der Sahara, herüber geweht wird. Lange sehen wir nichts.  Zu lange! Nun müsste doch langsam mal Guadeloupe vor uns auftauchen. Andreas wird ganz nervös. Das GPS zeigt an, das Guadeloupe nur 10 Meilen direkt vor uns ist. Aber außer blauer See, direkt unter uns, ist nichts zu sehen. „Mist, spielt das GPS verrückt?“ Schnell prüft er das Zweite GPS. Guadeloupe 10 Meilen vor uns, das gibt es doch nicht!“, flucht er. „Kann es denn sein, daß beide GPS Geräte versagen?“ Nach weiteren 3 Meilen dann die Erlösung. Wie aus dem Nichts tauchen die Umrisse von Guadeloupe aus dem Dunst auf. Wir parken Gunther beim Flugclub ULM Caraibes in Saint Francois und haben die nächsten Tage ein paar Dinge am Trike zu tun und wollen natürlich auch Guadeloupe erkunden. Zoll und Einreisebehörde sind nicht da, so werfen wir die General Declaration Form in den Briefkasten und sind frei zu gehen. Das nenne ich UNBÜROKRATISCH!

"Oh man, jetzt kann ich Guadeloupe endlich sehen!

„Oh man, jetzt kann ich Guadeloupe endlich sehen!

Guadeloupe wird auch als Schmetterlingsinsel bezeichnet, da die beiden Inselhälften aus der Luft betrachtet wie ein Schmetterling aussehen. Wir freuen uns auf die französische Gelassenheit, den Rotwein, Baguette und Camembert. Das ganze gepaart mit Sommer, Sonne, Strand und Meer, da bleiben keine Wünsche offen. Aber auch hier kann man einen aktiven Vulkan, der ebenso wie der in St. Vincent und in Martinique Soufriere heißt, besteigen und Wanderfreunden sind keine Grenzen gesetzt.

Typische Häuser auf Les Saintes

Typische Häuser auf Les Saintes

Eure Trike Globetrtotter

Doreen

 

 

 

Andreas Zmuda
2 Comments
  • Birgit Andreas und Teresa aus Kiel
    Posted at 20:34h, 11 Mai Antworten

    Hallo ihr 2, nun habe ich auch mal wieder einiges gelesen, wir waren ja etwas hinten an. Nun aber wieder up to Date. Mr Martínez hat aber keine gesundheitlichen Schäden zurück behalten?
    Man wie anstrengend können Menschen sein…
    Aber da geht noch was in Europa denke ich.
    Guadeloupe scheint echt hübsch zu sein, sehr nette Bilder mal wieder .
    Bis bald, schöne Tage noch, wir träumen mit.

    • Andreas Zmuda
      Posted at 16:14h, 12 Mai Antworten

      Liebe Kieler,

      Wir freuen uns wieder etwas von euch zu hören. Die Karibik insgesamt ist wunderschön, nur schwierig zum Fliegen mit dem vielen Wind und auch heftigem Regen. Ja so einen Mr. Martinez kann man wohl überall treffen und einer der sich querstellt reicht ja. Andreas muß sich dann immer sehr beherrschen. Aber boxen tun wir nur in Gedanken ;).

      Wir wünschen euch alles Gute und Drücken euch ganz fest
      Andreas und Doreen

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