Bis hier hör‘ ich die Motoren – MOGO 2015

Bis hier hör‘ ich die Motoren – MOGO 2015

IMGP9299Als 1983 Pastor Reinhold Hintze zu einem Motorradgottesdienst vor die Tore der Hamburger Hauptkirche Sankt Michaelis eingeladen hatte und 80 Biker erschienen, wird er sich wahrscheinlich ob der Resonanz auf seine Idee gefreut haben. Was daraus einmal wird, dürfte er zu diesem Zeitpunkt aber wohl kaum geahnt haben. Er durfte jedoch 17 Hamburger MOGOs miterleben und konnte verfolgen, wie aus einem ersten Saatkorn eines der größten deutschen Motorradevents wurde.

Ob es bei verhangenem Himmel und einigen verstreuten Regentropfen am heutigen Morgen tatsächlich die anvisierten 30.000 Motorradfahrer waren, die es aus allen Himmelsrichtungen vor den Michel zog, das lassen wir mal dahin gestellt, im Michel, der immerhin 3.000 Besuchern Platz bietet, zeigten sich die Bänke und Emporen allerdings gut gefüllt, inklusive einiger versprengter asiatischer Reisegruppen, die wohl nicht ganz wussten, wie ihnen geschah.

In dem immer wieder prächtig anzusehenden Hamburger Wahrzeichen standen im 32. MOGO-Jahr dann auch gleich zwei Premieren auf dem Plan. Einerseits bestand die Aufgabe, einen neuen Pastor einzuführen, der in die sicherlich großen Fußstapfen treten sollte, die der langjährige MOGO-Prediger Erich Faehling hinterließ, andererseits war es auch Zeit Sängerin Inga Rumpf zu beerben. Und während sich für den einen in Lars Lemke ein würdiger Nachfolger präsentierte, der gleich für 7 Jahre in dieses Amt bestellt worden ist, trat mit Jördis eine junge Musikerin auf die Bühne des MOGOs, die hoffentlich gleich für mindestens eben so viele Jahre verpflichtet wurde.

IMGP928790 Minuten lauschten in Leder und Cordura gekleidete Biker Predigten und Musik, gaben sich fast schüchtern bei den Versuchen mitzusingen und wurden letztlich doch nervös, als die Zeit reif war, zu den Maschinen zurückzukehren, sich in die Startformation einzureihen, zu warten, bis der Lollipop von „Motor aus“ auf grün gedreht wurde und der Vormittag im Dröhnen der Motoren unterging.

Vor ihnen lag nun eine der langweiligsten Motorradstrecken, die man sich vorstellen kann – und die doch etwas Besonderes und Magisches hat, wenn man sie im Konvoi mit Tausenden von Bikern, unter dem Johlen der Passanten am Straßenrand und unter den winkenden Händen der Pilger auf den Autobahnbrücken zurücklegt.

Kein Wunder, dass der jüngste Träger des MOGO-Engels Hans-Nissen Andersen die Bühne mit den Worten verlässt: „Ein Jahr 2016 ohne MOGO kommt überhaupt nicht in Frage!“

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