Bellas Reise (Teil 1)

Bellas Reise (Teil 1)

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Bellas Weg zu mir begann im Frühjahr diesen Jahres in der toskanischen Kleinstadt Pontedera als sie feuerrot glänzend die Werkshalle der Piaggio-Produktionsstätte verließ und ihre Reise nach Koblenz antrat.
Zweiradhändler Stefan Mitschke hat sie bestellt – um sie mir als Vorführfahrzeug zu leihen!

„Auf einer halben Vespa um ganz Italien“ und Rettung im Vespaforum
Dieses Glück verdanke ich meiner treuen Piaggio „Mimi“, die mich pannenfrei um ganz Italien trug und zur Heldin meines Buches „Ragazza motorizzata“ wurde. Während ich das Buch schrieb wurde mir Mimi gestohlen, und ich stand plötzlich ohne Roller da – für eine Vespista wie mich ein unhaltbarer Zustand, denn ein Leben ohne Zweirad ist möglich, aber sinnlos!
Als ich in unserer Lokalzeitung meinem Ärger Luft machte, ahnte ich nicht, dass Mimis Diebstahl bereits im „Vespaforum“ öffentlich betrauert wurde. Auf der Leipziger Buchmesse machte mich ein Autorenkollege auf das besagte Online-Forum aufmerksam, ich meldete mich unter dem Pseudonym „Ragazza2015“ an und staunte nicht schlecht, dass mein Buch und Mimis Verschwinden dort längst in aller Munde waren .
Forumnutzer „Ichwarsnicht“ ,alias Vespahändler Stefan Mitschke, lud mich nach Koblenz zu einer Lesung in seinem Laden ein und verzückte mich mit einer Idee: Er würde mir eine fünfziger Vespa Primavera als Vorführfahrzeug leihen und ich darüber schreiben – Musik in meinen Ohren!

Mein erster „Flashmob“
Ich nahm den Zug Richtung Deutsches Eck – von Mecklenburg Vorpommern aus eine kleine Weltreise – und landete mitten in meinem ersten Vespatreffen, das im Forum als „kleines Anrollern am Eck“ angekündigt war. Für den Pfälzer mag ein Treffen mit über sechzig Vespas vielleicht kein großes Ding sein, aber für ein Dorfkind wie mich ohne „Flashmob-Erfahrung“ war diese Begegnung etwa so wie die Gullivers mit einem Riesen kurz nachdem er Liliput verlassen hatte.
Und die pfälzer Vespisti überhäuften mich mit Fragen: Ob ich die Neue denn schon gesehen habe, ob die Neue tatsächlich nur 50 km/h führe und ob ich denn aufgeregt sei. Doch ich konnte nichts weiter als einsilbig antworten, freudig-debil vor mich hin grinsen und dieses Gefühl genießen, das Vorschulkinder am Vorweihnachtsabend verspüren – das Gefühl unglaublicher Vorfreude!

„Das isse“, pfälzerte Stefan und zeigte auf eine feuerrote norditalienische Schönheit im Schaufenster, der ich ohne groß zu überlegen den Namen „Bella“ gab.
Noch ein Foto am Deutschen Eck, Startknopf und Gashebel durchgedrückt, und auf geht`s gen Norden – 630 Kilometer durch die selige Provinz.
Von Bellas Jungfernfahrt liest du in Teil zwei…

Nati Rasch
Nati Rasch

Ich, Nati Rasch, bin eine bekennende "Vespista" - eine Vespaverrückte. Seit ich denken kann sitze ich auf dem Zweirad – erst auf einer milchgrünen Schwalbe namens Lotte, dann auf dem störrischen Chinaroller Paula ... 2012 erfüllte ich mir meinen Lebenstraum und umrundete Italien mit meinem ehemaligen treuen Moped Mimi, veröffentlichte ein Buch im traveldiary Reisebuch Verlag, und jetzt geht das Abenteuer endlich weiter! Mit meiner feuerroten 50er Vespa Primavera (sponsored by Zweirad Mitschke Koblenz) mache ich meine Mecklenburger Heimat unsicher und nehme euch mit auf "Bellas Rücksitz". Also Helm auf, Kickstarter kräftig durchgetreten, Vollgas und los!

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