Südwärts

Südwärts

Bus nach Salinas Grandes

Nach Ende meines Praktikums an der Universidad La Salle zog es mich in den Süden. Auf dem Weg nach Costa Rica machte ich an zwei Orten Halt, die kaum gegensätzlicher hätten sein können, Salinas Grandes und San Juan del Sur.
Salinas Grandes ist etwa 20km von León entfernt, nicht weit, würde man denken, doch wird schnell eines besseren belehrt, sobald man in den Bus steigt. Dieser kämpft sich die zerfurchte, schlammige Straße nach Salinas Grandes in einem unerträglich langsamen Tempo voran und muss dabei noch alle 10 Meter anhalten um Leute ein- und aussteigen zu lassen. Ob der Zustand des Busses von der Strecke kommt, die dieser zu bewältigen hat oder ob nur ein solcher Bus auf dieser Strecke überhaupt eingesetzt werden kann, bleibt der Spekulation überlassen.  Mit jedem Kilometer Richtung Küste entfernt man sich weiter von der Zivilisation, die Hütten werden einfacher und spärliche und nachdem man die letzten mit Plastikplanen bespannten Hütten passiert hat, kommen erst einmal nur Salzfelder und dann nichts mehr.

Bushaltestelle im Nirgendwo

Der Bus hält nach anderthalb Stunden endlich im Nirgendwo und Schilder weisen die einzigen beiden Hostels aus.  Ich war mit zwei anderen Freiwilligen aus León unterwegs und wir genossen die Einsamkeit und den leeren Strand, an dem weitaus mehr Kühe spazieren gingen als Menschen. Wer hier jegliche Art von Infrastruktur sucht, sei es ein Geschäft oder Surfbretter um die einsamen Wellen zu surfen, der ist hier falsch, aber wer sich damit begnügen kann aufs Meer zu schauen und am Strand spazieren zu gehen, der kann hier ein paar schöne Tage verbringen.

Kühe am Strand

Acht Stunden im Bus später kam ich in San Juan del Sur an, dem größten und beliebtesten Surferort Nicaraguas. Dort gab es alles zuhauf, Restaurants, Surfläden, Supermärkte, Souvenirläden, unzählige Hotels und vor allem unglaubliche viele Touristen. So viele Weiße überall hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Willkommen auf dem Gringo Trail.

Der Strand von San Juan del Sur

Absurderweise fehlte San Juan del Sur, was Salinas Grandes hatte – einen Strand zum Surfen direkt vor der Haustür. Um das auszugleichen werden überall Shutlles zu verschiedenen Stränden in der Umgebung angeboten. Nicht schlecht, aber sich einfach ein Brett unter den Arm zu klemmen und loszugehen ist dort nicht möglich. Dennoch hatte ich zwei gute Tag dort, unternahm einen Surftrip und nutzte die Infrastruktur der Stadt, bevor es Zeit wurde, die Grenze nach Costa Rica zu überqueren, denn ich hatte meine 90-Tage-Visum fast ausgereizt.

Sarah
Sarah Bannholzer

Hallo, mein Name ist Sarah und ich bin seit Mitte August in León, Nicaragua. Dort mache ich ein Praktikum als Deutschlehrerin und versuche in meiner Freizeit Nicaragua so gut wie möglich kennenzulernen. Anschließend werden für mich die Nachbarländer Costa Rica und vielleicht auch Panama in den Fokus meiner Reise rücken. In den kommenden Monaten möchte ich euch hier von meinen Erlebnissen berichten,von meinem Alltag in León, von touristischen Highlights, Surferstränden, einsamen Inseln, unberührter Natur, Bergdörfern, Kolonialstädtchen und natürlich meinen Erfahrungen mit dem Unterrichten.

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