Erleuchtung, Klassentreffen und Schokoeis

Erleuchtung, Klassentreffen und Schokoeis

Alpenradlers Eindrücke von der Leipziger Buchmesse

Leipzig mal anders: Stand der Besuch der Buchmesse bei mir im letzten Jahr noch ganz im Zeichen davon, das eigene Buch vorzustellen, war ich 2017 hier eher als ganz normaler Besucher unterwegs. Fazit: Es ist auch mal nett, ganz ohne Veranstaltungs-

Hektik durch die zahlreichen Hallen zu schlendern. Nur ein einziger offizieller Termin stand auf dem Programm: eine Signierstunde am Stand meines Verlages traveldiary, den die Verlegerinnen Cornelia Reinhold und Mady Host netterweise am Samstag organisiert hatten. Der Termin war dann eher ein Klassentreffen der traveldiary-Autoren. So eine Messe bietet eben auch eine prima Gelegenheit, sich einmal auszutauschen.

Schließlich gab es spannende News von:
Nati Rasch (aktuelles Buch: Ragazza motorizzata: Auf einer halben Vespa um ganz Italien), der ich für ihr neues Buchprojekt über Pilgern auf Norddeutsch alles Gute wünsche.

Heiko Meyer.  Sein gerade eben erst erschienenes Buch „Wandern auf Korfu“ klingt fantastisch. Ich freue mich schon auf die Lektüre. Sie könnte eine wertvolle Anregung für den nächsten Urlaub sein.

Jens Freyler und Benjamin Gorentschitz. Für mich als Gelegenheits-Geocacher liefert ihr neues Werk „Der Offizielle Geocaching-Guide“ spannende Inspirationen.  Ach ja, Co-Autoren sind Bernhard Hoëcker und Tobias Zimmermann.

Astrid Müller. Die Autorin hat gerade ihr Buch über einen Trip durch Südostasien veröffentlicht. Titel: „Erleuchtung für Zweifler: Eine spirituelle Reise nach Thailand, Laos und Kambodscha„.  Ihre Lesung auf der Buchmesse klang wirklich sehr spannend. Beeindruckend war dabei auch die Schilderung der Strapazen, die stundenlanges Meditieren so mit sich bringen können. Stechmücken machen leider eben auch nicht vor Leuten halt, die einfach nur dasitzen und sich auf den Bereich um die Nase konzentrieren.

Die Lesung von Astrid sollte nicht die einzige bleiben, die ich mir auf der Messe angehört habe. Da also sonst keine besonderen Termine anstanden, bot sich mir die Gelegenheit, auch mal bei anderen Kollegen „in die Töpfe zu schauen“.

Katty Salíe im Gespräch mit Andreas Altmann.

Besonders beeindruckt hat mich dabei Andreas Altmann, der von Katty Salíe am Samstag auf dem blauen Sofa zu seinem neuen Buch „Gebrauchsanweisung für das Leben“ befragt wurde. „Das Leben ist wie ein Schokoladeneis: Wenn du es aufleckst, ist es weg. Wenn du es nicht isst, ist es es auch weg.“ Der Ausspruch von Peanut Charlie Brown  zählt zu Altmanns Lieblingsweisheiten. Scherzhaft bezeichnet er den Pedant gar als „meinen Chefideologen“. In Altmanns eigenen Worten lautet das Fazit so: „Suche keine Ausreden, gehe hinaus ins Leben, denn du hast nur das eine“. Für Altmann heißt das: reisen und darüber schreiben. „Die Gabe des Schreibens hat mir das Leben gerettet, und das Ergebnis ist das einzige, wofür Leute bereit sind, mir Geld zu geben.“

Das allerdings läuft schon seit einiger Zeit prima, denn Altmann zählt neben Helge Timmerberg wohl zu den erfolgreichsten deutschen Reiseliteraten. Seine Bücher liegen in den Bestsellerlisten weit vorne, im Rundfunk ist er Dauergast, und seine Lesungen in der Republik sind gut besucht – und das zu recht. Denn Altmann erzählt packend, präzise und schnörkellos. Das sind Eigenschaften, die man in der Reisejournalismus-Szene nicht immer vorfindet. Oder, um es in seinen Worten zu sagen: „Ein einfacher klarer Satz ist eine hohe Kunst.“ Altmann sei der Erfolg daher bei allem Hype gegönnt. Zumal es auch ein gutes Zeichen für das Genre der Reiseliteratur ist, dass sich offenbar so viele Menschen für Reisegeschichten interessieren. In diesem Sinne sei mit dem traveldiary-Verlag gesprochen: „Entdecke Deine Abenteuerlust!“

 


Holger Nacken
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