Glück im Unglück ~ Blessing in disguise

Glück im Unglück ~ Blessing in disguise

Die letzte Woche verlief bei mir etwas ruhiger als sonst…oder auch nicht, wie man’s nimmt…für euch gibt es jedenfalls weniger Reiseabenteuer zu berichten…Dafür war es bei mir wie verhext, aber ich hatte in allen Situationen Glück im Unglück…

Wie schon angekündigt, fuhr ich am Dienstag in den Süden Lomboks nach Kuta, um die südlichen Strände zu erkunden. Ich war die grauen Berge etwas satt und hoffte auf Sonnenschein im Süden. Mein großes Glück war es, dass ich dort im Gästehaus Fabrizzio aus Chile traf, der meine Woche gerettet hat. Ohne ihn könnte ich euch heute nicht schreiben, aber dazu später. Fabrizzio ist 38 Jahre alt und reist seit knapp 2 Jahren durch die Welt. bis zum Ende dieses Jahres. Er ist ein digitaler Nomade aber arbeitet auch hier und da, um sich das Reisen zu finanzieren. Er besuchte Lombok gemeinsam mit seinem Kumpel Giovani aus Italien, den er während seiner Reise in Thailand kennengelernt hatte und seitdem kreuzten sich ihre Wege hin und wieder. Während Giovani den ganzen Tag mit Arbeiten beschäftigt war, hatten Fabrizzio und ich vor, die umliegenden Strände zu entdecken. Leider regnete es am Dienstag nachmittag ohne Ende in Strömen, und statt baden im Meer, sind wir nach dem Mittagessen quasi zurück zum Gästehaus geschwommen. Mein Glück im Unglück war es, dass Fabrizzio seine Regenjacke dabei hatte und mir diese für den Rückweg geliehen hatte, daher sah nur einer von uns beiden im Anschluss aus wie ein begossener Hund ;-)

Zu unserer ‚großen Freude‘ liegt das Gästehaus übrigens direkt neben einer Moschee, was uns den Ramadan noch intensiver spüren ließ. Ab der 4. Nacht schaffte ich es sogar mal, die Gebete im Morgengrauen von 4 bis 5.15 zu überhören und weiter zu schlafen – Man gewöhnt sich eben an alles.

Wie es scheint, machte mein Körper auch einen Ramadan-Verwandlungsprozess durch, denn den Mittwoch verbrachte ich damit, NIX zu essen. Ich hatte mir offenbar am Vortag mit irgendetwas den Magen verdorben und musste mich morgens übergeben. Nun war endlich schönes Strandwetter, aber ich kam nicht aus dem Bett, weil mir schlecht und schwindelig war. Glücklicherweise war ich nicht alleine, denn Fabrizzio kümmerte sich ganz lieb um mich. Ich musste mich echt zwingen, abends blanken Reis und trocken Weißbrot zu essen, um überhaupt wieder zu Kräften zu kommen. Ich sah zwischenzeitlich schon schwarze Punkte vor mir und hatte Angst, umzukippen. Doch am nächsten Morgen hatte ich die Ramadan-Transformation überstanden und fühlte mich zum Glück wieder besser ;)

Also mieteten Fabrizzio und ich am Donnerstag ein Moped, um zum Strand Selong Belanak zu fahren. Und wie sollte es auch anders sein, wir ließen es uns nicht nehmen, wie tausend andere Touristen mit dem Moped auf Lombok zu stürzen, aufgrund der schlechten Straßenbedingungen (wie z. B. Isaac und Silvia, das Pärchen aus Barcelona, ihr erinnert euch?). Unterwegs lag jedenfalls ein großer Stein auf der Fahrspur und wir konnten wegen des Schotterwegs nicht ausweichen und fielen mitsamt dem Moped hin. Wiedermal Glück im Unglück, dass Fabrizzio so vorsichtig gefahren ist und wir uns mit 30km/h lediglich ein paar Schürfwunden zugelegt haben und uns nix Schlimmeres zugestoßen ist. Trotzdem saß uns der Schock in den Knochen und wir brauchten erstmal etwas Zeit, um uns zu beruhigen. Später haben wir unsere Wunden mit Alkohol desinfiziert und mit Betadine verarztet und seitdem fühlen wir uns wie 2 Invalide auf einer Insel, aber wir nehmen es mit Humor ;)

 

Was nun noch fehlte, war, dass mein Smartphone in den letzten Tagen meiner Reise kaputt geht. Am Freitag, gab mein geliebtes Handy also einfach so von einem Moment zum anderen den Geist auf, ohne Ankündigung…Ein bekanntes Hardware Problem von LG sorgte für das plötzliche Versagen, es ist leider nicht zu retten. Aber Glück im Unglück, dass ich all meine Fotos regelmäßig gespeichert und meine Kontakte gesichert hatte und dass Fabrizzio mir nicht nur sein Macbook zum Blog Schreiben zur Verfügung stellte, sondern auch sein altes iPhone 5 geschenkt hat, um an meinen letzten Tagen nicht ohne Kommunikationsmittel dazustehen.

Wie ihr seht, war meine Woche leicht verhext, aber das klingt jetzt alles Schlimmer als es ist, wir haben auch schöne Dinge diese Woche erlebt…Ein Highlight war unsere Begegnung mit kleinen Babyschildkröten am Strand. Wir sahen plötzlich einen Einheimischen mit einem Eimer zum Meer laufen, dann buddelte er eine kleine Kuhle im Sand und nahm etwas Schwarzes aus dem Eimer und setzte es in den Sand. Da weckte er unser Interesse und als wir näher kamen, sahen wir kleine Babyschildkröten, so niedlich! Mir wurde erzählt, dass die Meeresschildkröten meist nachts ans Ufer kommen, wenn sie bei Dunkelheit vor Angreifern geschützt sind. Sie legen ca. alle 2 Jahre Eier und nutzen die Flut nachts, um ohne großen Aufwand an Land zu kommen. Dann buddeln sie ein tiefes Loch und vergraben 50 bis zu 200 Eier – Ich wusste nicht, dass es so viele sind, unglaublich…Die Einheimischen beobachten manchmal die Meeresschildkröten dabei, und retten die Eier sobald Mama Schildi sie zurück lässt, da es ansonsten die Hälfte der Eier nicht überleben würden, denn sie werden durch die Flut weggeschwemmt und gehen kaputt. Und wir hatten das Glück solch einen Babyschildkröten-Retter zu treffen :) So etwas Putziges habe ich selten gesehen. Ich durfte auch eine kleine Babyschildkröte auf meine Hand setzen, ein zauberhaftes Gefühl…


Davon abgesehen, probierten wir den leckersten Burger Indonesiens in einer Bar direkt neben unserem Gästehaus. Da überkommt einen ein weiteres Glücksgefühl nach 7 Wochen unentwegt Reis und Nudeln essen :) Wir gönnten uns in einer Woche schon 3 solche Burger, yammi! Und wir schafften es trotz allen Hürden solch schöne Strände wie den Mawun Beach oder meinen Favoriten, Tanjung Aan zu entdecken. Der Süden Lomboks ist auch eine beliebte Surfgegend, aber aus unserem eigentlichen Plan, dass Fabrizzio mir surfen beibringen würde, ist leider nix geworden, da ich aufgrund meines verletzten Knies außer Gefecht gesetzt bin und die Schürfwunden trocken gehalten werden müssen :(


Doch auch wenn ich während der letzten Woche auf Lombok viel Pech hatte, bin ich hier unheimlich glücklich und mich hat diese Insel mit ihrer authentischen Art verzaubert. Allein beim Moped fahren auf Lombok spürt man, dass die Insel authentischer und weniger touristisch ist: überall Schlaglöcher, Schotter, Hühner, Hunde, Kühe oder Bullen mitten auf der Straße – man muss auf alles gefasst sein. Außerdem ist Lombok ein grünes Paradies mit traumhaften Stränden und ich verstehe ehrlich gesagt kaum noch, warum so ein Hype um Bali gemacht wird. Man kann nur hoffen, dass der Tourismus diese Insel nicht auch überrennt und Lomboks authentischen Charme zerstört…

Nun bleiben mir nur noch wenige Tage im Paradies…Nächste Woche Mittwoch nimmt mein Insel-Hopping dann offiziell ein Ende. Diese Reise hat mir soviel positive Energie und Erfahrungen geschenkt, von denen ich hoffentlich noch lange zehren kann :) Aber noch bleiben mir anderthalb Wochen, die ich in vollen Zügen bis zur letzten Minute genießen werde…Sampai Jumpa!

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The last week was a bit quieter than usual … or not … well, at least for you there are less travel adventures to report … For me the last days felt a bit like bewitched, but I was lucky and unlucky at the same time in all situations.

On Tuesday, I drove to the south of Lombok, to Kuta, to explore the southern beaches. I was tired of the grey mountains and hoped for sunshine in the south. My big luck was that I met Fabrizzio from Chile in the homestay, who saved my week. Without him I couldn’t write you today, I’ll explain you later on why. Fabrizzio is 38 years old and has been traveling around the world for almost 2 years, until the end of this year. He is a digital nomad but he also works here and there to finance his travels. He visited Lombok together with his mate Giovani from Italy, whom he had met during his trip in Thailand, and since then, their paths have crossed every now and then. While Giovani was busy working all day, Fabrizzio and I had planned to discover the surrounding beaches. Unfortunately, it rained dogs and cats on Tuesday afternoon and instead of swimming in the sea, we almost went swimming back to the guest house after lunch. My luck in the misfortune was that Fabrizzio borrowed me his raincoat for the way back, so only one of us looked like a drowned dog afterwards;-)

To our „great joy“ the guest house is located right next to a mosque, which let us feel the Ramadan even more intensely. From the fourth night on, I even managed to ignore the prayers in the morning from 4am to 5.15am and continued sleeping – one gets used to everything.

It seems as if my body was also undergoing a Ramadan transformation process, because I spent the Wednesday eating NOTHING. Some food from the day before must have given me an upset stomach and I had to vomit in the morning. Finally it was nice weather, but I didn’t get out of bed because I felt sick and dizzy. Fortunately, I was not alone, because Fabrizzio took care of me all day. I had to force myself to eat blank rice and white bread in the evening, in order to regain strength. But the next morning, I had survived the Ramadan transformation and fortunately felt better again ;)

So on Thursday, Fabrizzio and I rented a moped to go to Selong Belanak Beach. And how could it be otherwise, we wouldn’t miss what happened to a thousand other tourists with a scooter on Lombok, we fell due to the bad road conditions (such as Isaac and Silvia, the couple from Barcelona, ​​you remember? ). There was a large stone lying on the street and we couldn’t get out of the way because of the gravel road, so we fell down with the moped. Once again we’ve been fortunate in our misfortune considering that Fabrizzio went so carefully, only 30km/h, so we just suffered a few grazes and nothing worse happened. Nevertheless, we were a little bit shocked and needed some time to calm down. Later, we disinfected our wounds with alcohol and treated them with Betadine and since then we feel like 2 invalids on an island, but we take it with humor ;)

What was missing now, was that my smartphone would break in the last days of my trip. On Friday, my beloved mobile stopped working from one moment to another without notice … A well-known hardware problem from LG caused the sudden failure and there is nothing I can do to save it. But I’m lucky that I saved all my photos regularly and secured my contacts and that Fabrizzio not only provided me with his Macbook to write this blog post, but also gave me his old iPhone 5 to be able to communicate during my last days.

As you can see, my last week was slightly bewitched, but it all sounds worse than it is, we’ve also had great experiences during the past days … A highlight was our encounter with small baby turtles on the beach. We suddenly saw a local with a bucket walking to the sea, then he dug in the sand and put something black out of the bucket into the sand. When we got closer, we saw little baby turtles, so cute! I was told that the sea turtles usually come to the shore at night when they are protected from attacks in the dark. They lay eggs every 2 years and use the tide at night to get ashore without much effort. Then they dig a deep hole and bury 50 up to 200 eggs – I didn’t know that it would be so many, incredible … The locals sometimes observe the sea turtles, and rescue the eggs as soon as Mama Turtle leaves them. Otherwise half of the eggs wouldn’t survive, because they would be swept away by the flood and break. We were lucky enough to meet such a baby turtle rescuer – I’ve rarely seen anything as cute like that. He even put a small baby turtle on my hand, a magical feeling :)

Apart from that, we tasted the most delicious burger of Indonesia in a bar right next to our guest house. What a feeling of happiness after 7 weeks eating rice and noodles :) We’ve already eaten 3 burgers, in a week yammi! In spite of all the hurdles, we managed to find beautiful beaches such as Mawun Beach or our favourite, Tanjung Aan. The south of Lombok is also a popular surfing area, but unfortunately we couldn’t follow our actual plan that Fabrizzio would teach me surfing, because of my injured knee and the wounds should be kept dry :(

But even though it seems like a week of bad luck on Lombok, I feel very lucky and happy to be here and this island has enchanted me with its authentic style. Only by driving a moped on Lombok you can feel that the island is more authentic and less touristic: everywhere potholes, gravel, chickens, dogs, cows or bulls in the middle of the road – you have to be prepared for everything. In addition, Lombok is a green paradise with fantastic beaches and I honestly hardly understand why there is such a hype around Bali. One can only hope that the tourism doesn’t overrun this island and destroys Lombok’s authentic charm …

Now I’ve only a few days left in paradise … Next week Wednesday my island hopping will officially come to an end. This trip has given me so much positive energy and experiences, which I hope will last for a long time :) But I still have one and a half weeks left, that I will enjoy as much I can until the last minute … Sampai Jumpa!

Sabs
Sabine Runge

Hi, Ich bin Sabs, 31 Jahre alt, komme ursprünglich aus Magdeburg (D) und lebe seit 6 Jahren in Barcelona (ES). Reisen ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens, sowohl beruflich als auch privat. Ich freue mich riesig, mir dieses Jahr einen lebenslangen Traum erfüllen zu können: eine längere Reise ganz allein ohne konkreten Reiseplan :) Frei nach dem Motto: Wir reisen nicht um dem Leben zu entkommen, sondern damit uns das Leben nicht entkommt... Ich möchte einfach mal alles hinter mir lassen, aus der Routine ausbrechen und mich ins Ungewisse stürzen. Es erwarten mich 2 spannende Monate in Indonesien, auf der Suche nach Entspannung, positiver Energie und Abenteuern, fern von Alltagsstress und Sorgen...meine inneren Glücksgefühle schrien nach Abwechslung vom vielen Lindy Hopping, daher versuch ich's die nächsten Wochen mal mit Island Hopping ;-) Wenn ihr Lust habt, mir online auf meiner 'planlosen' Entdeckungstour beginnend auf Bali zu folgen, dann aufgepasst, am 5. Mai geht's los! ________________________________________________________________________________________________ Hi, I'm Sabs, 31 years old, originally from Magdeburg (Germany) and living in Barcelona (Spain) for almost 6 years. Traveling is a very important part of my life, both professionally and privately. This year, I'm very excited to finally be able to fulfill myself a lifelong dream: a longer trip all on my own without concrete travel plans :) Following the motto: We travel not to escape life, but for life not to escape us... I simply want to leave everything behind, break out of the routine and jump into uncertainty...2 months in Indonesia await me, looking for relaxation, positive energy and adventures, far away from the daily stress and worries...My inner feelings of happiness were crying out for a change from all that lindy hopping, so I decided to give island hopping a try ;-) If you'd like to follow me online on my 'aimless' discovery tour starting on Bali, stay tuned, I'll be off on May 5!

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