US Südstaaten

US Südstaaten

Atlanta bei Nacht, USAEs ist 4:30 Uhr nachts und ich sitze auf dem Balkon des schon etwas abgetakelten Days Inn in Atlanta und schaue auf die Silhouette der Hauptstadt Georgias vor einem Himmel schwarz wie die Nacht, schwarz wie die Menschen hier. Es ist meine 5. USA-Reise, aber wenn ich mich bisher noch gefragt habe, warum man Schwarze „schwarz“ nennt und nicht ihrer Hautfarbe entsprechend „braun“, hier beantwortet sich die Frage. Der schwarze Bevölkerungsanteil ist absolut dominierend und die Hautfarbe ist es wirklich: schwarz.

Doch wie kann man überhaupt in die USA fliegen, während in Deutschland die Fußball-Europameisterschaft 2008 tobt? Nun, als ich vorgestern auf der Toilette saß, hatte ich mich das auch gefragt und dann auf das Euro2008-Toilettenpapier gestarrt, dass Claudia gekauft hat – mit Fußballmotiven und Rasenduft!

Okay, raus aus dieser übermerchandiseten Welt, den angenehm dünnen Deutschland-Schal einer Zahnpastamarke eingepackt und rüber in die USA.

Die Südstaaten sind diesmal unser Reiseziel und die Route steht noch nicht genau fest, aber Georgia, South Carolina, Florida, Missouri, Lousiana, Tennesse, so in dieser Gegend werden wir uns die nächsten 2,5 Wochen bewegen.

Und dabei touristischer, als wir dies sonst gewohnt sind. Was das heißt? Nun, wir haben gestern, gleich am Ankunftstag damit begonnen und in Atlanta die New World of Coca Cola besucht. 15 USD Eintritt pro Person sind nicht gerade ein Schnäppchen für ein Erlebnismuseum, in dem sich eine Marke selbst feiert, aber immerhin ist inklusive, dass man im Tasting Room 65 Produkte der weltweit führenden Softdrink-Marke kostenlos probieren kann.

Doch los geht es mit einem Raum, voll gepflastert mit Werbung aus aller Welt, deutschsprachige ist dabei, ebenso wie französische, spanische, arabische und asiatische. Ja, ein paar Unternehmen dürfen sich wohl wirklich Weltmarke nennen – und all das entstanden aus dem Gemische eines Apothekers, der nach nur 1 Jahr die Rechte an dem Gebräu weiterverkauft hat…

Ein Film aus dem Innenleben eines Coca-Cola-Automaten, ein Kino in dem die besten Werbefilme aus der ganzen Welt laufen, fotografieren mit dem Coca-Cola-Eisbär, ein 4D-Kino mit bewegten Stühlen, Windmaschinen, Wassereinfall und Insektenangriffen bei der Jagd nach dem echten Rezept des braunen Syrups und Souvenirs, Souvenirs, Souvenirs.

Die Menschen leben hier wirklich für Coca-Cola, sind stolz an der führenden Marke dieser Welt mitzuarbeiten, ein Teil davon zu sein. Und ein Stück weit kann ich das verstehen, schließlich bin ich auch ein Coca-Cola-Markenfan. Muss man vielleicht auch sein, um die 25 USD Eintrittspreis hier für sich zu rechtfertigen. Aber dafür gab es auch eine World-of-Coca-Cola-Spezialabfüllungs-Cola-Flasche in separater Flasche und abgefüllt in der World of Coca Cola auf der kleinsten Abfüllanlage der Welt – und 65 Geschmacksproben und -schocks. Okay, ich habe sie nicht alle probiert, aber über 40 bestimmt.

On the coke side of life, Atlanta USAWie wäre es etwa mit dem japanischen Vegita Beta? Oder der peruanischen Inca Kola? Oder mit Stoney Tangawizi aus Tanzania? Nein, okay, ich will nicht gemein sein, das letzte solltet Ihr nicht probieren. Es schmeckt wie Dr. Pepper mit Erdreich angemischt. Schon beeindruckend, wie verschieden die Geschmäcker der Welt sind! Ich nehme doch nochmal eine Coke Zero, bevor wir den Laden verlassen und uns noch etwas die aufgeblubberten Mägen abspazieren. Durch den Centennial Park der einstigen Olympia-Metropole Atlanta. Und ich glaube auch die olympischen Spiele hatte die Hauptstadt Georgias dem größten Sponsor des olympischen Festes zu verdanken: Coca Cola.

Jens Freyler
Jens Freyler
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