Wo zum Geier liegt eigentlich Kokomo?

Wo zum Geier liegt eigentlich Kokomo?

Kokomo kennt jeder. Naja zumindest jeder aus unserer Generation. Tom Cruise war gerade mit „Top Gun“ in den Starhimmel geschossen, da legte er mit „Cocktail“ eine spätestens-jetzt-bin-ich-der-Schwarm-aller-Frauen-Liebesschnulze nach, die zwar nicht die Rekordkassen in den Kinos klingeln ließ aber zumindest den schon etwas ergrauten Beach Boys zu einem späten ersten Nummer-1-Hit verhalf: Kokomo.

Kaum konnte man Karibikfeeling besser formulieren als mit dieser Melodie, diesem Text, kaum ein Ort verkörperte die Karibik mehr als Kokomo. Und natürlich wollte jeder von uns dahin. Die einen wegen Tom Cruise, die anderen eher wegen der weiblichen Schönheiten. Und natürlich wegen des paradiesischen Kokomos an sich. Und? War jemand von Euch schon mal dort? Habt Ihr nachgeschaut, wo Kokomo liegt? Was Flüge dahin kosten?

Dann fällt wohl nun uns die undankbare Aufgabe zu, Euch dieses karibischen Traums zu berauben: Kokomo gibt es gar nicht! Es ist ein Fantasiegebilde, die künstlerische Freiheit der Beach Boys.

Aber wie beginnt das Lied noch gleich?

„Aruba, Jamaica, uuuh I wanna take ya to Bermuda, Bahama, come on pretty mama …“

Diese Traumziele gibt es tatsächlich. Glauben wir. Und zumindest von Aruba können wir das auch behaupten, denn von dort schreiben wir gerade diese Zeilen. Am Strand, mit Blick auf die türkisblaue karibische See, ein dunkleres Blau weiter hinten, wo nicht heller Sand sondern Korallenbänke den Boden bedecken. Kokospalmen links und rechts von uns. Am Horizont Schiffe, die wohl aus dem Panama-Kanal hervor gestoßen sind und entlang der Küste Südamerikas nach Brasilien steuern oder nach Afrika übersetzen. Dazu der Cerro Santa Ana, dessen Silhouette bei klarer Sicht gut auszumachen ist. Der Berg gehört bereits zu Venezuela, nur 25 Kilometer trennen Aruba von seinem Nachbarland.

Einige Menschen sind am Strand, Touristen, hauptsächlich aus den USA, Einheimische, wahrscheinlich auch ein paar Holländer, denn irgendwie gehört Aruba zwar nicht mehr zu den Niederländischen Antillen aber immer noch zur holländischen Krone. So gibt es neben karibischer und amerikanischer Küche auch Poffertjes. Im Supermarkt ist der Gouda deutlich günstiger als in den USA und Niederländisch ist die erste Amtssprache, vor Papiamento. Daneben scheint aber auch jeder Englisch und Spanisch zu sprechen.

Am Strand stehen Liegen, vereinzelt, unter palmblattbedeckten Holzschirmen, die Schutz vor der Sonne bieten wegen der man eigentlich hier ist. Denn Aruba hat viel Sonne zu bieten, gehört zu den „Inseln unter dem Wind“, die außerhalb der gerade in diesem Jahr besonders fürchtenswerten Hurricane Alley liegen, und hat – nur 14 Breitengrade von Äquator entfernt – das ganze Jahr über konstante 30-35 Grad Celsius.

Unsere Freyschwimmer-Weltreise hat uns also tatsächlich ins Paradies geführt. Dabei ist nur ein Teile der Insel – die südwestlichen Strände – touristisch, der Rest ursprünglich, karibisch, das Inland mit Kakteen überzogen, die Nordküste wild und felsig. Tatsächlich findet man hier Orte, an denen die Preise nicht in US-Dollar ausgewiesen werden sondern in Fiorin, die einheimische Währung, die es unter Münzsammlern zu einiger Berühmtheit gebracht hat, da die 50er Münze quadratisch ist. Warum auch nicht? Wer hat aller Welt gesagt, dass Geldmünzen rund sein sollten?

Hier, auf diesem holländischen Eiland in der Karibik ist nunmal manches anders – und manches genauso wie man sich das Paradies erträumt. Die Mischung dessen nennt man hier in Anlehnung an den Inselnamen gerne Karubik 😎

Und natürlich erklingt hier von den typischen Steel Drums immer wieder ein Lied …

„Aruba, Jamaica, uuuh I wanna take ya to Bermuda, Bahama, come on pretty mama …“

Jens Freyler
Jens Freyler
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