Porto – die Küste lebt

Porto – die Küste lebt

Die Frage, in welcher Stadt ich mein Auslandssemester verbringen möchte, war für mich ziemlich schnell klar: Porto! Der Atlantik, die Natas, der Portwein und vor allem die unfassbar freundlichen Portugiesen. Hier wollte ich hin. Ein knappes Jahr später lebe ich jetzt seit September in dieser wundervollen Stadt.

Porto begeistert. Wie der Douro sich wie eine Schlange in Eile Richtung Atlantik bewegt, wie die Brücken sich elegant über zwei Stockwerke über den Fluss legen, die steilen, schmalen Gassen in Ribeira, die Portwein Keller auf der gegenüberliegenden Seite des Douro in Gaia, die salzige Luft. Porto und Umgebung haben viel zu bieten. Der Herzensbrecher schlechthin ist sicherlich Ribeira, Weltkulturerbe. Vom Jardim do Morro (welcher auf der anderen Flussseite in Gaia liegt) hat man einen fantastischen Blick auf die bunten, windschiefen und ein wenig maroden Häuserfronten.

Auch bei Nacht verzaubert Porto. Vor allem in den noch sehr warmen Herbstmonaten spielt sich auch bei Dunkelheit das Leben draußen ab. Der Studententreff ist nahe des Torre dos Clérigos, immer wieder sieht man merkwürdige Gestalten mit langen Umhängen (Verbindungen-Mitglieder) und riesigen Löffeln durch die Gassen huschen, in der Livrario Lello kann man förmlich sehen, wie sich die Wendeltreppe abends anders ausrichtet und die Straßen leuchten im goldenen Licht der Straßenlaternen.

Porto und Umgebung haben allerdings noch viel mehr anzubieten. Im Norden der Stadt an der Atlantikküste liegt Matosihnos, ein Paradies für Surfer (vor allem für Leute, die gerade mit dem surfen beginnen, so wie ich). Mit dem Fahrrad kann man von dort aus immer entlang der Küste in Richtung Süden, der Sandstrand von Matosihnos weicht schnell steinigen und raueren Stränden, an welchen sich das Wasser unermüdlich aufschäumt. Mit der Fähre lässt sich der Douro überqueren und in Gaia fährt man immer weiter an der Küste entlang eines sehr gut ausgebauten Fahrradweg. Strandcafés laden zum Galão ein, und in Miramar lässt sich eine absurd gelegene Kirche besichtugen (allerdings nur bei Ebbe). Von Miramar aus kann man dann ganz entspannt der Zug zurück nach Porto nehmen.

Auch im Norden von Porto gibt es viel zu sehen. Etwa eine knappe Stunde Autofahrt entfernt liegt Viana do Castelo, ein kleines Städchen direkt am Atlantik gelegen. Die Hauptattraktion dieser Stadt liegt allerdings etwa eine knappe halbe Stunde Fußmarsch bergauf entfernt. Die recht moderne Kathedrale (die auch schon vom Papst besucht wurde) liegt in luftiger Höhe und der Ausblick von dort aus ist einzigartig. Von der Kathedrale aus kann man auch gut wandern, mit der Chance Wildpferde zu sehen.

 

Lasse Schmidt
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