32. Kärntner Schneerallye für historische Geländewagen

32. Kärntner Schneerallye für historische Geländewagen

Dieser Beitrag nimmt an der Wahl der besten Reiseberichte 2009 teil. Am Ende des Berichts könnt Ihr Eure Wertung abgeben!

Eine Übersicht der teilnehmenden Berichte findest Du hier.

23.01.2009

12 Uhr mittags – irgendwo auf der Tauernautobahn:

Er brauche mal wieder was hochprozentiges, signalisiert uns der alte Schwede schon eine Weile immer eindringlicher und endlich, nach rund 5,5 Stunden Fahrt lassen wir uns erweichen und fahren von der Autobahn runter auf einen Rastplatz. Es ist genau 12 Uhr mittags, seit 6:30 Uhr sind wir nun schon ohne größere Pausen unterwegs, daher finden wir hat er sich den Stoff wirklich verdient. Der Schwede ist wirklich schon ein etwas älteres Semester, aber er schlägt sich wacker auf dieser Tour die eigentlich nur ein erster, schwacher Vorgeschmack auf das sein kann was uns noch in den nächsten Tagen erwarten wird.

Beim „alten Schwede“ handelt es sich übrigens übrigens um einen Volvo C303 / TGB11 (manchen vielleicht auch als „Volvo Lappländer“ bekannt). Gebaut wurde dieser hier Mitte der 70er Jahre und diente dann viele Jahre in der schwedischen Armee, bevor er endlich in den Ruhestand versetzt wurde und über einige Umwege nach Deutschland gelangte.

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Uli wuchtet die großen Benzinkanister aus der Hecktüre und füttert den Volvo mit rund 60 Litern feinstem Superbenzin – und wie das nunmal so ist bei Kanisterbetankungen, läuft das eben nie so richtig glatt: Irgendeinen „Schwupp“ opfert man meist doch dem Gott der Autobahn und wenn man den Guss richtig platziert, dann kühlt er auch recht wirkungsvoll den eventuell heiß gewordenen Gasfuss des Fahrers. Aber als Fans [Zitat Rolf:]“gusseiserner Geländewagen“ [Zitat Ende] ist man die verschiedensten Gerüche von Betrieb und Wartung der älteren Fahrzeuge ja gewöhnt, da stören uns ein paar Minuten Benzingeruch im Fahrerhaus wirklich nicht weiter.

Nachdem der Volvo wieder seinen „Pegel“ hat, rollt er kurz darauf auch schon wieder genüsslich brummend mit ca. 90-95 km/h dem Ziel St. Urban in Kärnten entgegen. Dort wollen wir uns mit ihm bei der seit 32 Jahren jährlich stattfindenden Kärntner Schneerallye beweisen. Diese Rallye, ausgerichtet vom Kärntner Motor Veteranen Club (http://www.kmvc.at), richtet sich an die Fahrer von klassischen, allradgetriebenen Fahrzeugen bis Baujahr 1980.

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Rückblick: Vom Navi geführt fuhren starteten wir um 6:30 Uhr in Reutlingen, fuhren dann auf der A8 bis nach München, dann weiter auf der Autobahn am Chiemsee vorbei nach Salzburg wo wir auf die Tauernautobahn wechselten und nach dem Passieren des Tauern- und des Katschbergtunnels (Gebühr zusätzlich zur österreichischen Autobahnvignette: 9,50 Euro) am Ufer des größtenteils zugefrorenen Ossiacher Sees endlich den Eindruck hatten dem Ziel näher gekommen zu sein. Hier wird noch eine Tankstelle angefahren, schliesslich wollen wir nicht mit fast leerem Tank an den Start der Rallye fahren. Und endlich, endlich: Gegen 14 Uhr passieren wir das Ortsschild von St.Urban und hängen uns der „Einfachheit halber“ hinter einen kleinen Puch Haflinger der vor uns die Straße langhoppelt – wir sind uns sicher das er das gleiche Ziel hat wie wir: Das Hotel Alpenblick der Familie Kogler. Und wir behalten Recht: Auf dem Parkplatz des Hotels versammelt sich dann auch schon das „who-is-who“ der klassischen Geländewagen. Natürlich ist es für uns keine Überraschung das die meisten der hier versammelten Fahrzeuge aus österreichischer Produktion stammen:

Vom bereits angesprochen Minigeländewagen Puch Haflinger,

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über den Puch G (bei uns als Mercedes G bekannt) bis hin zum Puch Pinzgauer in der 4 und auch in der 6-rädrigenVersion.

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Hinzu kamen noch einige Willys-Jeeps (Typen MB und CJ3B)

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und als „Exoten“ ein rechtsgelenkter Landrover 109 Pickup

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und natürlich unser treuer Volvo.

Schnell checken mir im Hotel ein und holen bei der Gelegenheit auch gleich unsere Startunterlagen incl. Startnummer, Cap, Pins und die weiteren Accessoires beim Startkommitee ab. Dann gehen wir auch sofort daran unser Fahrzeug vorzubereiten, denn auch wenn am Hotel kaum Schnee liegt, so empfehlen uns die anderen Teilnehmer dringend die vier (für die Rallye übirgens vorgeschriebenen!) Schneeketten bereits hier am Hotel aufzuziehen. Uli hatte dies zuhause schon mal geübt, so klappt die Aktion zu zweit noch besser und schon nach 20 Minuten sind wir startklar. Die Fahrer der 6×6-Fahrzeuge haben dank mehr Rädern natürlich ein wenig mehr Arbeit, Schönheit hat eben ihren Preis!

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Im Programm der Rallye ist für den heutigen Freitag just-for-fun (oder zum Aufwärmen) eine Nachtetappe geplant. Start: 16:30 Uhr. Auf unsere Frage wie lange die Etappe denn normalerweise geht, erklärt man uns schmunzelnd dass das davon abhänge wieviele Fahrzeuge im Schnee steckenbleiben würden. Na, dann nutzen wir die Zeit bis zum Start noch schnell für ein vorgezogenes Abendessen im Hotelrestaurant, denn wenn wir wirklich im Schnee stecken bleiben sollten, wollen wir zumindest nicht mit knurrendem Magen Schnee schaufeln müssen!

Dann endlich: Gegen 17 Uhr geht es los! Diese Nachtetappe wird noch in frei zusammengewürfelten Gruppen gefahren, egal zu welcher Größenkategorie der Wagen gehört. Zusammen mit einigen anderen Fahrzeugen kämpfen uns also die Waldwege hoch und tatsächlich, die Schneemenge nimmt schon wenige Meter oberhalb des Hotels drastisch deutlich zu – ohne Schneeketten wäre hier ganz schnell Schluss! Aber so geht es ohne nennenswerte Probleme immer weiter bergauf und gegen 18:30 Uhr wird Rast in der bekannten Jausenstation „Stubinger am Buggl“ gemacht. Hier oben auf dem Berg gibt es natürlich bei Bedarf auch etwas zu Essen für die hungrigen Fahrer, die meisten aber begnügen sich mit etwas zu Trinken und dem Austausch der mit den jeweiligen Fahrzeugen zwischenzeitlich gemachten Erfahrungen. Kontaktprobleme gibt es hier keine, alle sind ein vergnügtes Team, ganz egal welches Auto man fährt. Und auch die Fahrzeuge stehen, egal woher sie stammen, einträchtig nebeneinander:

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Gegen 19:30 Uhr kommt Unruhe in die Gruppe: Für die „ganz wilden“ wird eine Sonderetappe angeboten, sie wird noch höher auf den Berg hinauf führen. Natürlich lässt sich da kaum jemand zweimal bitten! Vor der Tür der Jausenstation erwartet uns aber eine Überraschung: Es schneit in dicken Flocken und es bereits jetzt schon einige Zentimeter Neuschnee!

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Die Sonderschleife hat es wirklich in sich, ca. 45 Minuten steilste und enge Wege sind zu bewältigen und das alles im Licht der Scheinwerfer, so ist es nicht immer einfach jedes Hindernis auf dem Weg rechtzeitig zu erkennen. Und an einem Aufstieg hat sogar der Volvo mal kurzzeitig nicht genug Leistung, der Motor stirbt ab. Sofort bildet sich ein Stau hinter uns – und der nachfolgende Landrover steht so dicht hinter uns, dass das Wieder-Anfahren wirklich keinen Spaß macht. Aber mit Ulis Tricks klappt es und dank Geländeuntersetzung und erstem Gang kommt der Volvo wieder langsam, ganz langsam in Fahrt und stampft tapfer den restlichen Teil des Anstiegs hinauf. Plötzlich steht der Puch G links von uns unten im Hang zwischen den Bäumen. Ist er abgerutscht? Wir wollen schon aus dem Auto springen um ihm zu helfen, da stellen wir fest: Es ist tatsächlich der Weg der da so steil von unserer Strecke abzweigt und wieder den Hang runter geht. Mit deutlicher Schräglage schlittern wir mehr als das wir fahren zwischen den Bäumen hindurch, so eng stehen die Bäume das kaum noch Platz ist zwischen der Dachkante und den Stämmen, jeden Moment erwarten wir den Einschlag einen knirschenden Einschlag im Blech des Fahrzeugs zu hören. Da sind vom Fahrer wirklich Nerven gefragt – und ein bisschen Glück braucht es bei dem Untergrund natürlich auch. Aber alles geht gut, Uli und der Volvo schlagen sich bravurös und über beide Ohren grinsend treffen wir alle wieder wohlbehalten auf dem Parkplatz der Jausenstube ein. Ein Teil der Fahrer entscheidet sich nun für einen zweiten „Einkehrschwung“, der andere Teil (darunter wir) entscheidet sich für den Abstieg Richtung Hotel. Es schneit noch immer und völlig mit Schnee bedeckt kommen die Fahrzeuge dort um 21 Uhr an und die Fahrer (und Beifahrer) fallen kurz darauf todmüde in die Betten.

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24.01.2009

7:30 Uhr: Gemeinsames Frühstück der Teilnehmer, dann Treffen auf einem größeren Parkplatz unweit des Hotels zur Zusammenstellung der Teams. Inzwischen sind insgesamt ca. 30 historische Geländewagen zusammengekommen, auch hier fällt natürlich die Übermacht der Pinzgauer in allen Variationen auf, aber auch andere Allrad-Klassiker sind hinzugekommen. Aufgrund des Neuschnees, den vorher schon schwierigen Streckenverhältnisse (zwei Orgafahrzeuge haben sich bei der Streckenüberprüfung festgefahren) und begünstigt durch die überraschend geringe Teilnehmerzahl (man rechnet sonst mit ca. 60 Fahrzeugen) werden die ursprünglich geplanten 5 Gruppen zu 3 zusammengelegt. Somit wird die erste Gruppe aus den Puch Haflinger gebildet, die zweite Gruppe besteht aus den Pinzgauern und die dritte Gruppe ist eine sehr interessante gemischte Gruppe aus drei Willys Jeeps, dem 109er Landrover (übrigens mit 6-Zylinder Benzinmotor), einem klassischen Range Rover mit 3,5 Liter V8, sowie unserem Volvo (übrigens auch ein 6-Zylinder Benziner). Begleitet wird unsere Gruppe dann noch von zwei Fahrzeuge des Orga-Teams: Einem Puch G 320 Turbodiesel und einem 110er Landrover TD5.

Nach all den ganzen organisatorischen Aktionen geht es dann endlich los, wir fahren als Schlussfahrzeug da man unser großes Auto auch vom Führungsfahrzeug aus prima sehen kann.

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In einer der vielen Kurven an der Strecke steht ein Fotograf und knipst unsere Karawane. Uli und ich schauen uns kurz an, wir stoppen und ich frage ihn ob er nicht mitfahren will. Er schaut erstaunt, dann nimmt er unser Angebot freudig an und hat so Gelegenheit die nächsten Fotos direkt aus dem Fahrzeug heraus zu machen.

Einige Minuten aber später steht unser Konvoi mitten im Hang blockiert: Der Willys des Guides steht an einer Engstelle mit Vergaserproblemen, er will einfach nicht mehr anspringen.

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Da wir den Defekt nicht genau lokalisieren können, bleibt der Jeep mit traurigen Augen an einer Ausweichstelle zurück, der Guide steigt zu uns in den Volvo, der am Morgen bereits zum Pressemobil auserkoren wurde, denn Rolf, seines Zeichens Redakteur der „größten Geländewagenzeitung Deutschlands“ hatte uns gefragt ob wir ihn nicht auf der heutigen Tour mitnehmen könnten. Klar, wir hatten ja noch genug Sitzplätze in unserer wohlgeheizten „Hütte“ frei. Langweilig wurde es also bei uns im Auto wirklich nie und dank des Guides an Bord wechselten wir nun an die Spitze des Konvois.

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Gegen Mittag dann wieder eine mal eine kurze aber heftige Sonderschleife: Die Strecke ist noch von tiefem Schnee bedeckt, keine Reifenspuren sind zu entdecken. Es wird entschieden das der Volvo als erster versucht den Abschnitt zu befahren, mit seinen hohen Reifen und der enormen Bodenfreiheit hat er dazu die besten Voraussetzungen. Ich nutze die kurze Abstimmung der Fahrzeugreihenfolge und gehe zu Fuß den steilen Weg nach oben vor um mich an einer Schlüsselstelle mit der Kamera zu platzieren. Kaum hat sich mein keuchender Atem wieder beruhigt, höre ich unten den Motor des Volvo starten, dann schiebt er sich langsam aber stetig durch den Schnee zu mir hoch: Der Motor gibt alles, die schneekettenbewehrten Reifen springen und stampfen im Schnee, dann zieht der schwere Wagen auch schon an mir vorbei und schafft ohne Probleme auch noch den restlichen Anstieg.

Wer sich diese Aktion als kurzes Video anschauen will, kann es unter folgendem Link tun: Volvo in Aktion

Kurz darauf kommen dann auch die anderen Fahrzeuge nach, man erkennt deutlich die auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmten Fahrstile:

Mit seinem wunderbar sonoren 6-Zylinder rauscht der Landrover 109 den Berg hoch, der Range Rover mit seinem kaum hörbaren und kräftigen V8 fährt fast im Leerlauf hoch, er leistet sich sogar den Luxus im Anstieg bewusst anzuhalten  und nochmal anzufahren – völlig ohne Probleme. Einfach bewundernswert!

Nur die Willys haben leider aufgrund der schmalen Spur und der geringen Motorleistung keine Chance auf diesem Streckenstück.

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Nach ein paar erfolglosen Versuchen erwarten sie uns am Start dieser Extra-Schleife, aber auch ihre Fahrer müssen auf den Spass nicht verzichten, denn kaum jemand lässt es ich nehmen diese Tour nicht noch ein paar mal zu fahren und so gibt es genug Gelegenheit in fast in jedem Auto mal probeweise mitzufahren, und sei es auch nur auf der Pritsche des 109er Landrovers.

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Kurz darauf treffen wir an einer zentralen Weggabelung im Wald auf den Havlinger-Treck. Sie kommen den Hohlweg hoch den wir eigentlich gerade hinunterfahren wollen. Der Hohlweg wird aber von unserem Weg durch einen großen Schneewall getrennt den die Haflinger bergauf also überwinden müssen. Keine leichte Aufgabe mit den meist dünnen und kleinen Rädchen! Die Show wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir stellen unsere Fahrzeuge ab und schauen den Fahrern der Mini-Geländewagen zu. Der Schneehaufen ist eine wirklich Herausforderung, die Oberfläche des Schnees ist verharscht, darunter fühlt er sich an wie Styroporkügelchen. Viel Schwung muss man also holen, denn der Schnee kostet jede Menge Kraft – von der die Haflinger mit ihren kleinen Motoren nicht gerade viel haben. Eines der letzten Fahrzeuge bleibt daher auch nach mehreren zu zaghaften Versuchen immer wieder stecken.

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Dann versucht man es mit der Winde die vorne auf der Stoßstange des Haflingers montiert ist, aber das kleine Ding hat kaum mehr Leistung als ein kleines Küchen-Handrührgerät, sie kann also nichts ausrichten. Daher versucht unser Range Rover zusätzlich an dem Stahlseil zu ziehen, aber auch das hilft dem kleinen Fahrzeug nicht über den Hügel hinweg. Als wir anstelle des dünnen Stahlseils einen richtigen Bergegurt am Haflinger befestigen, machen wir uns den Spass und ziehen zu zweit mal kräftig an dem Seil … es ist nur als Spaß gedacht, aber obwohl wir nicht ernsthaft ziehen bewegt sich der Haflinger spürbar nach oben!! Wir fordern noch weitere Fahrer auf uns zu helfen und tatsächlich – zu sechst ziehen wir das kleine Fahrzeug mit dreimal „Hau-Ruck“ über den Schnee hoch auf den Weg. Wir können unseren Erfolg kaum glauben und Kichern noch lange über diese sicher einmalige Bergeaktion. Aber nun ist der Weg frei, wir fahren den Hohlweg hinunter, immer in Richtung des zentralen Parkplatzes von dem wir gestartet sind.

Alle Teilnehmer haben Hunger und freuen sich schon sehr auf die Gulaschkanone die am frühen Morgen bereits mit Holz angeheizt wurde. Die Vorfreude wird nicht enttäuscht: Sehr nette Damen des Clubs servieren uns nach Wahl heiße Serbische Bohnensuppe oder Frankfurter Würstchen, dazu Brötchen und kalte oder heiße Getränke, was will der hungrige „Gipfelstürmer“ mehr?

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Auf Uli aber wartet noch eine tolle Überraschung, denn kaum sind wir auf dem Parkplatz angekommen spricht ihn ein Herr an und drückt ihm eine CD in die Hand. Auf dem Cover sind verschiedene Bilder des Volvos arrangiert. Der Herr stellt sich als der Fotograf von heute morgen heraus den wir so spontan mitgenommen hatten – er ist ein langjähriger Fan der Rallye, wohnt unweit des Parkplatzes und mit der individuellen Foto-CD die er soeben noch für uns erstellt hat, will er sich bei uns für die Mitnahme im Volvo bedanken. Das ist doch mal eine tolle Idee, oder? Vielen Dank dafür nochmal an den unbekannten Fotograf!

Hinter der Gulaschkanone wartet auf die Fahrer übrigens noch eine Sonderprüfung: Sie müssen verschiedene Schraubenschlüsselgrößen auf einer Tafel richtig zuordnen, jeder richtig zugeordnete Schlüssel gibt Plus-Punkte.

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13:30 Uhr: Die Nachmittagsrunde startet, wieder geht es hoch auf den Berg, an einer Sägemühle wechseln wir auf einen neuen Weg, drehen eine Runde um ein Gebäude und stellen die Fahrzeuge hintereinander auf. Die zweite Sonderprüfung steht an: Es geht darum eine in Metern vorgegebene Strecke (20, 25 oder 30 Meter) mit verbundenen Augen möglichst auf den Meter genau abzufahren. Keine einfache Übung, wie man sehen wird, die meisten verschätzen sich ganz erheblich (teilweise um das doppelte der Strecke). Uli fährt nur 5 Meter zu weit und liegt damit auf Platz drei, eine tolle Leistung!

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Dann fahren wir im Konvoi weiter, oben auf den Bergen haben wir tolles Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, unten im Tal sieht man eine dicke Wolkendecke, es sieht aus als wären die Täler dick mit Watte gefüllt.

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15:15 Uhr: Wir treffen auf einer Jausenstation ein. Eine dreiviertel Stunde Pause um etwas zu Trinken oder auch ein Stück Kuchen zu essen, dann fahren wir den gerade genommenen Weg wieder ein Stück zurück, aber bald geht es wieder auf neue Strecken und Wege. Diese sind teilweise so brutal, daß uns eine Dose Benzinzusatz im Handschuhfach undicht wird und der Inhalt erst mal schnell in den Tank entsorgt werden muss. Naja, den Inhalt der Büchse wollten wir eigentlich schon viel früher in den Tank kippen, nun machen wir es halt jetzt. Gut geschüttelt sind Büchse und Tankinhalt auf jeden Fall.

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17:30 Uhr: Unser Guide hat in Abstimmung mit der Gruppe den Rückweg zum Parkplatz so gewählt, daß wir wieder an seinem immer noch traurig am Wegesrand stehenden Willys Jeep vorbeikommen. Die anderen Teilnehmer des Konvois fahren schon mal weiter, wir binden den Jeep hinten an den Volvo und schleppen das Pannenfahrzeug hinunter zum zentralen Parkplatz wo er später mit einem Anhänger abgeholt werden wird.

20:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen und Siegerehrung im Hotel. Humorvoll werden die Teilnehmer in Stimmung gebracht, dann werden die Urkunden und Pokale verteilt. Uli hat durch tolle Leistungen beim Schraubenschlüssel-Schätzen und beim Blind-Fahren einen zweiten Platz in der Wertung errungen und bekommt unter großem Beifall einen Pokal und eine Urkunde überreicht. Aber kaum hat er sich gesetzt wird er schon wieder aufgerufen, denn unter den ausländischen Teilnehmern haben wir mit rund 580 km Anreise die zweit-weiteste Anreise zur Rallye zurückgelegt.

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Getoppt wurden wir nur von einem polnischen Pinzgauer-Team das mit sechs(!) Mann in einem Planen-Pinzgauer gut 900 km angereist war. Die sechs haben übrigens und auch das gesamte Wochenende in diesem Fahrzeug übernachtet (fragt mich nicht wie sie das in dem doch recht kompakten Fahrzeug organisiert haben!) Unsere Bewunderung haben sie auf jeden Fall und der Pokal für diese Leistung ist auf jeden Fall verdient!

Noch einige Zeit sitzen wir zusammen mit den anderen Teilnehmern, tauschen Adressen und Erfahrungen aus und vereinbaren uns alle gemeinsam wieder nächstes Jahr hier zu treffen, denn es hat uns allen viel Spaß gemacht und die kameradschaftliche Stimmung unter den Teilnehmern ist wirklich einmalig!!

Sonntag, 25.01.2009

7:00 Uhr: Der Weckel klingelt, nach dem Frühstück sind Uli und ich um 8:15 Uhr startklar – fast zumindest, denn die Fenster am Auto sind über Nacht innen und außen total vereist und während Uli die Fenster wieder einigermaßen durchsichtig macht, schreibe ich noch schnell ein Briefchen an Rolf den wir beim Frühstück irgendwie verpasst haben, und hinterlassen den Zettel an der Windschutzscheibe seines Wagens. Dann geht es los Richtung Tauernautobahn.

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Kurz vor der Autobahn wird nochmal richtig vollgetankt denn der Liter Superbenzin kostet hier in Österreich schließlich nur 0,95 Euro/Liter!

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13 Uhr: Mittagspause in München in einem Fastfoodrestaurant, dann Weiterfahrt Richtung Stuttgart.

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16:30 Uhr: Ankunft in Reutlingen. Uli und ich tauschen noch schnell die gemachten Bilder am PC aus, dann bin ich auch schon unterwegs nach Hause zu meiner Familie.

Rund 1300 km sind wir in den drei Tagen mit dem braven Volvo gefahren, davon gut 85 km über härteste Berg- und Waldwege. Auf der Autobahn haben wir (incl. Pausen) eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 80 km/h erreicht. Der Verbrauch lag dabei bei 18-20 Litern Benzin – für einen großen und schweren Oldtimer mit Allradantrieb durchaus ein annehmbarer Wert der sich sofort nochmal reduziert wenn man nur ein klein wenig schonender mit dem Gaspedal umgeht, dabei aber den Durchschnittswert netsprechend reduziert.

Interessant war auch, daß schon wenige schalldämmende Maßnahmen den alten Kämpfer zu einem durchaus brauchbaren Reisefahrzeug gemacht haben. Dazu hat Uli hat das Dach, die Motor- und Getriebehauben sowie den Spalt zwischen Armaturenbrett und Windschutzscheibe mit Iso-Matten-Material beklebt bzw. ausgestopft. Als nächste Maßnahmen sind die Dämmung der Wände und des Fußbodens geplant, das wird das Geräuschniveau sicher noch weiter drücken.

Ach und noch was zu den Kosten der Veranstaltung: 60,- Euro beträgt die Nenngebühr für das Fahrzeug und den Fahrer, jeder Beifahrer kostet 20,- Euro. In den Nenngebühren sind Samstags das Mittagessen an der Gulaschkanone (incl. Getränke) und das Abendessen im Hotel enthalten. Da kann man wirklich nicht meckern, der KMVC betreibt wirklich einen enormen Aufwand für diese einmalige Veranstaltung und schafft es trotz der großen Teilnehmerzahl eine entspannte und familiäre Atmosphäre zu schaffen. Das hat uns so gut gefallen, daß wir den anderen Teilnehmern gerne versprochen haben im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei zu sein. Vielleicht ja dann auch mit Frauen und Kindern? Und vielleicht gibt es ja bis dahin weitere Oldtimer-4×4-, oder gar Volvo-Fahrer die sich uns anschließen wollen? Wer weiß!? Verraten wird das erst im nächsten Jahr!

Euer Markus

Dieser Beitrag nimmt an der Wahl der besten Reiseberichte 2009 teil.

Aktuelle Jury-Wertung: 2,83

Auch Ihr könnt im nachfolgenden Textfeld Eure Bewertung abgeben. Bitte orientiert Euch am Schulnotensystem (1=sehr gut, 6=ungenügend).

Markus Koebler
9 Comments
  • Uli
    Posted at 19:33h, 04 Februar

    Schöner Bericht. Für mich eine 1, da er die Stimmung und die Erlebnisse nochmal so richtig nacherleben läßt.

  • V 8
    Posted at 16:58h, 05 Februar

    Allererste Sahne, inhaltlich und zusammen mit den Bildern ergibt dies einen Eventbericht aus einem Guß, für so eine tolle, einmalige Veranstaltung geradezu perfekte Werbung dank der chronologischen Aufarbeitung der Erlebnistage in St. Urban.
    Keine Frage, eine klare 1=sehr gut.

  • Boulderhund
    Posted at 17:13h, 05 Februar

    Markus versteht es ausgezeichnet in Wort und Bild dieses Erlebnis so nachzuzeichnen als wäre man selbst in dem C303 mitgefahren. Der Bericht besticht zudem durch seinen sehr detailierten Inhalt mit feinem Schreibstil, deshalb die Schulnote „1“.

  • Swagman
    Posted at 20:11h, 05 Februar

    Super, glatte 1 – und bitte setzen! ;))
    Macht Lust auf mehr und Interesse an eigener Telnahme ist geweckt!!

  • MF.
    Posted at 02:11h, 07 Februar

    Schöner Bericht, macht Lust auf mitfahren und neidisch auf die Mitgefahrenen…
    Auf jeden Fall einen „1“ für mich.

  • PzJäger
    Posted at 12:29h, 20 Februar

    Sehr schöner Bericht !
    Toll geschrieben mit dem richtigen Mix aus Bildern.
    Ich überlege im nächsten Jahr daran teilzunehmen.
    Fahre ebenfalls einen C303, aber die offene „PzJäger Version, Tgb 1111-A.

    Matthias

  • Helmut Prommer
    Posted at 11:06h, 27 Februar

    Top Reisebericht!

    Sowas können Sie gerne mal für mein Oldtimer Magazin schreiben!

    Herzliche grüße Helmut Prommer

  • Ludwig
    Posted at 17:37h, 07 März

    Hallo Markus!

    Wir waren das Willy`s Team in Eurer Gruppe. Gratuliere zu dem tollen Reisebericht.
    Ich hoffe wir sehen uns 2010 wieder bei der 33. Kärntner Schneerallye.

    natürlich eine glatte 1+

    Liebe Grüße

    Ludwig u.Stefan

    P.S. wenn du noch andere Fotos hast kannst Du mir diese mailen?

  • Wojtek
    Posted at 13:28h, 01 Juli

    Hallo,
    sehr schöner Bericht, tolle Bilder. Macht Lust auf mehr in nächste Kärntner Schneerallye 2010.
    Leider haben wir nicht im Pinzgauer geschlafen aber trotzdem uns sehr gefallen hat. :)

    Liebe Grüße aus Polen
    Wojtek