100 Dezibel Hamburg

100 Dezibel Hamburg

Es ist ein wunderschöner Sommernachmittag in Hamburg. Die Temperatur kratzt irdendwo an den 30 Grad, die morgendlichen Wolken haben sich verzogen, an belebteren Plätzen steht einem der typische Slalom um die Touristen bevor.

Doch es herrscht ein unglaublicher Lärmpegel in der Stadt. Man hört bestimmt 100 Dezibel Hamburg um sich rum. Ist es das Dröhnen der Vuvuzelas, die man nach Ende der Fußball-WM-Vorrunde schon als Dauerton im Ohr hat? Sind es die Hupkonzerte des Portugiesen-Auto-Korsos, die vom Public Viewing auf den Heiligengeistfeld und aus dem Portugiesenviertel starten und sich über den (ja wohl sehr zu erwartenden) Einzug ihrer Mannschaft in die Ausscheidungsrunden freuen? Ist es das Knattern und Feuern der Harley-Motoren, von denen Hunderttausende in der Stadt sein müssen angesichts der an diesem Wochenende stattfindenden zuerst untersagten, dann verlegten Hamburg Harley Days 2010? Oder sind es die Gitarren von The Boss Hoss, den einzig wahren Berliner Cowboys, die aljems kurzfristig angesagter Überraschungsgast eine der Bühnen der Harley Days rocken?

Es war alles zusammen! Und ich war bei allem dabei. In der Nähe des Millerntor als der feiernde Portugieser-Pulk sich auflöste, mit meiner BMW im Harley-Konvoi, der über die eigene Festmeile tuckerte und gerade in der Nähe der Bühne, als jemand ausrief „Viel Spaß mit The Boss Hoss“.

Und so bleib ich, bei einem der mitreißendsten Konzerte, das ich seit langem gesehen habe, in der dritten Reihe inmitten von Hundertschaften singender, wippender, tanzender und „Yiiiiiiihaaaaah“ johlender Biker und Sozias.

Vielfalt – made in Hamburg!

Jens Freyler
Jens Freyler
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