China – eine Kuriositätenliste

China – eine Kuriositätenliste

Dieser Beitrag nimmt an der Wahl der besten Reiseberichte China teil. Am Ende des Berichts könnt Ihr Eure Wertung abgeben!

Eine Übersicht der teilnehmenden Berichte findest Du hier.

Nur das Lachen ist gleich

Ich fühle mich, als wäre ich zu tief in ein Labyrinth hineingelaufen – ein Flughafenlabyrinth, das sich über die gesamte Erdoberfläche erstreckt. Grelle Hallen, glatte Böden, Drehtüren, Leuchtschrift, Informationsschalter. Mäntel, Koffer, Schuhe. Das Fremde an China offenbart sich mir nicht auf den ersten Blick, als wir müde und entrückt in Ürümqi landen. Vielmehr steht es zwischen den Zeilen in einer Schrift, die ich nicht lesen kann. Nichts regt sich in mir wenn ich sie sehe, diese kleinen harmonischen Zeichen. Wie Deko stehen sie da. Kein Aha in mir, kein Klang, keine Assoziationen, nichts als Leere.

Draußen hat sich eine Schlange aus Menschen und Koffern vor dem Taxistand gebildet, in die wir uns einreihen und warten. Als es so weit ist, halte ich dem Taxifahrer unseren Reiseführer unter die Nase, tippe mit dem Finger auf den Namen eines Hotels. Er schüttelt den Kopf und fährt ab. Beim nächsten Taxi haben wir mehr Glück, der Fahrer versteht und lässt uns einsteigen. Ein milchig grauer Vormittag zieht an uns vorbei.

„No room“, sagt die Rezeptionistin in nüchternem Tonfall und widmet sich wieder ihrer dampfenden Nudelsuppe. Ausgebucht. Wir stellen uns an die Straße und winken nach einem neuen Taxi. Wie eine Endlosschleife wiederholt sich nun ein und dieselbe Szene: ein Taxi hält, Fenster auf, „hello!“, mein Finger auf einem Hotelnamen, energisches Kopfschütteln des Fahrers, als hätten wir versucht, ihn zu einer illegalen Tat anzustiften, das Taxi fährt ohne uns ab. Wir wissen nicht, woran es liegt. An uns, am Stadtteil? Würden wir sie verstehen, wüssten wir, ob sie uns verstehen. Ich verstehe jedenfalls nichts und notiere auf einer Liste irritierender Kuriositäten, die ich still in mir anlege: Nummer Eins: Taxi-Flucht.Schließlich laufen wir. Ab und zu kommen wir an Hotels vorbei, in deren Gegenwart wir uns jedoch wie verwahrloste Vagabunden fühlen: goldene Türrahmen und rote Teppiche, Kronleuchter und Marmorböden. Nicht unsere Liga. Als wir es einmal doch wagen, nach einem Zimmer zu fragen, heißt es: „no foreigners“. Ausländer werden nicht aufgenommen, keine Lizenz. Weitersuchen. Wir laufen an einer verkehrsreichen Straße entlang, das Gewicht des Rucksacks und die anhaltende Müdigkeit ziehen mich dumpf nach unten. Mein Schritt ist schwer, ich schwitze. Plötzlich kommen uns zwei Radfahrer entgegen. Ein Paar aus Tschechien, das seit Monaten durch China radelt. Lächelnde Gesichter, verfilzte Haare, zerrissene Jacken, ein fehlender Zahn und unsere Rettung. Sie erklären uns den Weg zu einem einfachen Hotel, welches wir niemals als solches erkannt hätten.

Chinesische Kuriositäten

Chinesische Kuriositäten

Nirgendwo steht „Hotel“, sondern 酒店. Zimmer im sechsten Stock, kühler Steinboden, dunkler Gang. Ich lege mich aufs Bett, die Matratze ist so hart wie der Boden, nur nicht so kalt. Ankommen. Ein paar Stunden tiefer Schlaf. Das Telefon klingelt, die Stimme einer Frau, ich lege auf. Nummer Zwei auf meiner Liste ist eine Annahme: Prostituierte rufen im Hotelzimmer an.

Wir gehen in ein kleines Restaurant ein paar Häuser weiter. Unsere Finger kämpfen sich über die Schriftzeichen, es ist hoffnungslos – wir verstehen nichts. „Bu yao rou“, sage ich. Kein Fleisch. Wir bekommen Nudeln mit Fleisch. Kopfschüttelnd wiederhole ich: „Bu yao rou“. Schließlich versteht sie und das Fleisch macht grünem Gemüse Platz. Mit Stäbchen essen fühlt sich an wie mit der linken Hand zu schreiben. Wie ein Vogel mit spitzem Schnabel picke ich Nudeln und Bohnen vom Teller. Am Tisch neben uns ist es laut. Nudeln werden schmatzend angesogen, hochgezogen, gekaut, geschluckt. Suppe geschlürft. Es stimmt also tatsächlich, denke ich.

Im Supermarkt eingeschweißte Fische am Spieß, Hühnerkrallen, schwarze Eier. Vieles kennen wir nicht, können es nicht einordnen. Wir bewegen uns wie in einem Museum, ziehen die Regale entlang und staunen über all das Neue. Nummer Drei: Discounter-Museum. Drei A: Es gibt keinen Käse. Auf dem Heimweg knabbern wir an getrockneten Möhren, die wir für Papaya gehalten hatten. Wir kommen an einem Schaufenster vorbei, hinter welchem ein Zahnarzt sich über seinen Patienten beugt. Das säuselnde Geräusch des Bohrers. Auf einer Stuhlreihe an einer Wand die Wartenden. Nummer Vier: Schaufenster-Zahnarzt.

 

Im Hotel gehe ich auf die Toilette und finde keine Tür, keine Wand – nichts als einen hüfthohen Sichtschutz vor einem klebrigen, schmierigen Stehklo. In der kühlen Luft hängt klammer, beißender Gestank. Der Boden klebt vor Urin und Fäkalien, aus Plastikeimern quillt benutztes Klopapier, blutbeschmierte Damenbinden, Zigarettenstummel. Der sich in mir regende Widerstand macht mir schmerzlich den Wert von Privatsphäre bewusst und ich muss an den Schaufenster-Zahnarzt denken. Durch den Mund atmen. Augen zu und durch. Eine Freundin schreibt mir, dass die Chinesen in ihrer Entwicklung vielleicht weiter sind als wir, zumal sie sich nicht für ihre Ausscheidungen schämen oder sie tabuisieren. So kann man das auch sehen. Ich versuche, es ihnen gleichzutun und schamlose Gleichgültigkeit zu zeigen. Nummer Fünf: Selbsterfahrung auf dem Klo.

 

„Die Verbindung wurde durch den Server beendet“ steht in roten Lettern auf dem Bildschirm, als wir unsere E-Mails abrufen wollen. Nach mehreren Versuchen klappt es, doch bei einigen Seiten bleibt die zensierende Kraft stur. 2009 wurde in Ürümqui nach gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Han-Chinesen, Uighuren und Polizei für zehn Monate das Internet gesperrt. Ich schaue aus dem Fenster, Verkehrskontrollen an der Hauptstraße. Uniformen, Blaulicht, Neonwesten. Ich muss daran denken, wie hier über zweihundert Menschen erschossen, erschlagen, erstochen wurden. Es kommt mir unwirklich vor, als wäre es nie geschehen. Abstrakt wie die Schriftzeichen, die ich nun versuche, aus dem Wörterbuch abzumalen, um eine Art Überlebenszettel zusammenzustellen. „Wir verstehen Sie nicht. Wir kommen aus Deutschland.“ „Wir sind Vegetarier. Wir essen kein Lamm, Rind, Schwein, keine Meeresfrüchte, kein Huhn, keinen Hund.“ Ich versuche mir die Zeichen für Hotel und Toilette einzuprägen, „Hallo“, „Tschüss“ und „Danke“ auszusprechen. Ich frage mich, ob es damals auch so schwer gewesen ist, das ABC zu lernen. Ich kann mich nicht an das Gefühl erinnern, ein B oder ein G im Deutschen zu sehen und nicht zu wissen, wie man es ausspricht. Nur die Irritation bezüglich dessen, dass E und I zusammen EI ausgesprochen werden, hängt mir noch vage im Gedächtnis. Der Nachbarsjunge Meik mit EI im Stockwerk unter uns. Jetzt, hier in China, stehe ich wieder am Anfang. Einem langen Anfang, der ein Anfang bleiben wird. Die chinesische Sprache ist mir ein Rätsel, welches ich so schnell nicht lösen kann. Ich habe meinen Überlebenszettel und was überall gleich ist, ist das Lachen.

 

Reise-Heulen

Anfangs bin ich begeistert von den Stockbetten im Bus – liegend fahren, welch ein Glück. Die ersten Stunden der Fahrt nach Dunhuang genieße ich, schaue aus dem Fenster auf die karge Landschaft und gewinne ihr eine Art Verwegenheit ab. Schleichend beginnt der Rücken zu schmerzen, weil ihm die angeschrägte Lehne nicht zusagt. Ich rutsche runter, wieder hoch, drehe mich zur Seite, sehne mich danach meine Wirbelsäule langzuziehen wie eine Ziehharmonika und frage mich, ob ich nun alt werde. Vor Durst kann ich nicht schlafen und meinen Durst kann ich nicht stillen aus Angst davor, auf Toilette zu müssen. Der letzte Klo-Stopp hat einen tiefen Eindruck hinterlassen. Unter freiem Himmel fünf Spalten im Betonboden. Flache Mauern trennten den Frauen- vom Männerbereich. Man hockte sich nebeneinander und erledigte sein Geschäft in die stinkenden Tiefen, beobachtet von den Wartenden. Ich bin noch nicht so weit mit meiner Selbsterfahrung – die schamlose Gleichgültigkeit hat sich noch nicht eingestellt.

Irgendwann muss ich doch. Es ist dunkel. Ich steige über eine Hecke am Wegrand, sehe Bäume und will mich hinter ihnen verstecken. Plötzlich stehe ich bis zu den Knöcheln in einer lauwarmen, breiigen Flüssigkeit. Bilder von Plumpsklos ziehen vor meinem inneren Auge vorbei. Berge von Fäkalien, beißender Gestank. Ich springe ins Trockene und meine Augen gewöhnen sich allmählich an die Nacht. Am Boden liegen zusammengeknüllte Taschentücher, meine nackten Füße sind braun. Eine Frau redet mit fuchtelnden Armen auf mich ein. Nachdem ich mir fast unser gesamtes Trinkwasser über die offenen Schuhe gekippt habe, steige ich wieder in den Bus, klettere auf meinen Platz und reibe meine Füße mit Tüchern fast wund. Ich kann den aufkommenden Ekel nicht unterdrücken, ebenso wenig wie die Tränen, die er mit sich bringt. Alles wird dunkel um mich herum, meine Haut beginnt zu jucken, ich sehe überall fremde Haare, Krümel, es riecht muffig, ich bin müde, will liegen. Und überhaupt. „Man weint nur, wenn etwas Schlimmes passiert ist“, sagt Philipp und wendet sich kopfschüttelnd ab. Er hat recht. Es ist nichts Schlimmes passiert – außer dass ich mich in Geiselhaft des Ekels in dieser hässlichen grauen, staubigen, stinkenden Landschaft befinde und mir selbst leid tue. Reise-Heulen ohne Grund.

 

Die Schlapphütigen

Touristengruppen wandeln wie ferngesteuert ihrem in ein Mikrofon brüllenden Führer hinterher. Ab und an halten sie, posieren. Frauen gehen, die Hand in die Hüfte gestemmt und ein Bein nach vorn ausgestreckt, ins Hohlkreuz. Männer legen sich seitlich auf Mauern oder recken einen Arm in die Luft und springen mit aufgerissenem Mund und großen Augen hoch. Nummer Sechs: Schlapphütige Touristengruppen. Sie sind es, die unsere Aufmerksamkeit fordern, mehr als die buddhistischen Höhlen, die Malereien, die Statuen. Wir können uns kaum auf den Vortrag des englischsprachigen Führers konzentrieren, der einen sehr langen Stock verschluckt haben muss und wie meine erste Englischlehrerin klingt, deren Frisur einem geölten Schneckenhaus glich. Die Chinesen-Trauben sind faszinierend wie abschreckend. Fast ist es uns ein wenig peinlich hier zu sein – in diesem Geschnatter – in unserem „Foreigner-Rudel“. Die Kulturwissenschaftlerin Jana Binder schreibt von der Bedeutung des Backpacking als Abgrenzung zum Massentourismus. Der Rucksackreisende will individuell sein, frei, unabhängig. Ist es das, was in uns dieses Gefühl des Unbehagens verursacht? Individualitäts-Schwund? Identitätskrise? Fürchten wir unterzugehen in der Masse?

Ich sehe mich als Kreidefigur auf Gehwegplatten. Hellblau. Der Umriss verwischt und entsteht gleichzeitig neu: in derselben Farbe, doch ein wenig versetzt und die Form etwas anders. Mit der Zeit kommen immer neue Umrisse hinzu, die Alten bleiben, wobei sie zunehmend unschärfer werden, teilweise kaum noch zu erkennen unter den Neuen. Der ständige Versuch, die eigene Identität zu stiften. Sich abzugrenzen, von den Daheimgebliebenen, von den Arbeitenden, von den Fleischessenden, von den Langweiligen. Ein Schlapphütiger spricht uns an, fragt mit welcher Gruppe wir hier sind. „Oh, you`re brave“ sagt er, als wir ihm unseren Alleingang beichten, „like heros“. Ich frage mich, wer tatsächlich mutiger ist.

 

Kamele, Kamele

Ich hege schon lange einen Wunsch in mir, der mir unangenehm ist, womöglich weil ich anders ein will als die Schlapphütigen. Ich würde gerne auf einem Kamel durch die Wüste reiten. Wir sind in der Oasenstadt Dunhuang und unser guesthouse bietet an: „cameltrip with sunset and climbing the dunes“. Uns kennt doch hier keiner, denke ich und buche.

Fünfzehn Touristen in einem Kleinbus. Wir versuchen uns unauffällig zu verhalten. Ich werfe Philipp entschuldigende Blicke zu. Sehe mich in einem Stuhlkreis sitzend sagen: „Ich bin Tonja, ich wollte immer schon mal mit einem Kamel reiten“. Betroffene Gesichter, verlegenes Wegschauen, das Räuspern der Psychologin.

Ich schiebe den Film beiseite und klettere auf eines der Kamele, die am Boden sitzend auf uns warten. Ist doch arrogant, diese ständige Abgrenzung. Wir sind wie alle anderen und können demnach auch dasselbe tun wie alle anderen! Das Tier richtet sich schwungvoll auf und plötzlich bin ich groß. Schnell vergesse ich alle Sorgen, lasse mich durch die Wüste tragen, eine von vielen in einer Perlenkette aus Kamelen. Neben uns die Dünen, vor mir ein flauschiger Höcker. Wann wurde ich das letzte Mal mühelos getragen? Ich kann mich nicht erinnern und genieße es.

Ich stelle mir vor, was wäre, wenn die Kamele eine Revolution starteten. Weil sie keine Lust mehr haben, sich an der Nase durch die Dünen ziehen zu lassen, immer denselben Weg. Wenn sie sich losreißen und davonlaufen würden, stundenlang in Richtung Nirgendwo. Ich würde sitzen bleiben, weil ein Absprung zu gefährlich wäre. Irgendwann würde das Kamel halten. Irgendwo…

Wir bleiben am Fuß einer Düne stehen und steigen ab. Dünen hochlaufen ist anstrengend, außer Atem erreichen wir die scharfe Kante des Gipfels und schauen uns den versprochenen Sonnenuntergang an. Auf dem Rückweg geht der Mond neben uns auf. Stille legt sich über die Wüste. Am liebsten würde ich bleiben. Ich fühle – wie schon so oft und doch zu selten – die zähmende Kraft der Natur. Sie zähmt meine innere Unruhe, mein Getrieben-Sein, mein ständiges Streben nach irgendetwas. Plötzlich ist nichts mehr kompliziert, nichts mehr zu tun. Alles stimmt. Die Wüste, dieser Ausflug, der Mond, die Dünen, der flauschige Höcker, das schnaufende Atmen.

 

Nummer Sieben

Im Zug nach Lanzhou riecht es nach Füßen und Instant-Nudelsuppe. Es wird gelesen, telefoniert, an Hühnerkrallen und Sonnenblumenkernen geknabbert, geschlafen. Das Zugpersonal streift durch die Gänge und verkauft, was Mensch so braucht: Gürtel, Zigaretten, Wackelbilder mit Huskys, blinkende Flummis und Nudelsuppen. Als wir unser Essen auspacken, fängt der Mann uns gegenüber an seine Fingernägel zu knipsen. Das Geräusch bohrt sich in mein Gehör. Knack, Knack. Ekel ergreift Besitz von mir. Ich frage mich, was ich tun muss, damit er mich ekelig findet. Als ich auf eine faule Tomate beiße, spucke ich meinen Mundinhalt ohne zu zögern lautstark in eine Plastiktüte. Es beeindruckt ihn wenig. Ich werde ihn noch finden, den schwachen Punkt. Und dann zurückschlagen. Ich habe gelesen, Chinesen würde Käse, insbesondere Camembert und Schimmelkäse ekelig finden. Das würde auch erklären, warum er im Supermarkt nicht aufzufinden ist. Ich bräuchte also einen reifen, französischen Weichkäse als unschlagbare Waffe im Ekelkrieg. Nummer Sieben: Käse gegen Fingernägel.

Ich werde immer wieder mit ihm konfrontiert: dem Ekel. Bei dem Geräusch röchelnd hochgezogenen und ausgespuckten Schleims – Nummer Acht: ortsungebundenes, lautes Rotzen – welches hinter jeder Ecke lauert. Beim schlürfendem Laut hochgezogener Nudeln. Bei Kontakt mit fettigen Tischplatten, klebrigen Böden, muffigen Wischmobs, Toiletten. Es gibt viele Theorien über das Gefühl des Ekels. Zum einen gilt er als Schutz vor krankmachenden Substanzen – der Ekelempfindende hält Abstand. Zum anderen versteht man Ekel nicht als angeboren, sondern erlernt. Somit ist er kulturabhängig und stellt auch eine Form der Abgrenzung dar. Da sind sie wieder die Kreidefiguren auf dem Asphalt. Ekel, Rotze, Röcheln, Fäkalien, Luftanhalten, Wegschauen, Ablenken. Ich frage mich, was ich nach ein paar Wochen China ekelig oder nicht mehr ekelig finden werde.

 

Gefangen in Lanzhou

Lanzhou empfängt uns wie ein großer Schluck Tristesse kurz vor dem Weltuntergang. Es ist grau, kalt, verregnet und laut. Wir checken in einem Hotel mit zweiundzwanzig Stockwerken ein und mich überkommt eine dumpfe Melancholie, die ich in die Laken weine. Am Abend kaufen wir uns Bier, setzen uns ans offene Fenster, hören Musik aus dem Handy und schauen auf die hässliche Stadt. Privatparty. Auf einem Keks balanciert ein halbgeschmolzener Kerzenstummel, mein Geburtstagskuchen.

Am nächsten Tag fahren wir zum Busbahnhof, um uns Tickets nach Xiahe zu kaufen. „Haben ein Ticket bekommen, am besten ihr kauft schnell“ steht in der SMS eines Reisenden, den wir kürzlich getroffen haben. Wir spüren wieder einmal, dass unsere Freiheit relativ ist. Es steht uns nicht jeder Weg offen, wir können nicht jede Grenze überschreiten. Das tibetisch geprägte Xiahe bleibt uns verschlossen, weil der chinesische Penchen Lama zu Besuch ist. Die Chinesen haben ihn den Tibetern aufgedrückt, nachdem sie den ursprünglich Auserwählten, den echten elften Penchen Lama, entführt hatten. Als könne man einen Menschen einfach austauschen, eine Wiedergeburt korrigieren. Ich erinnere mich an eine Demonstration 2008 in Dharamsala/Indien, auf der lautstark seine Freilassung gefordert wurde. „China, China, out, out, out! Freedom for the Penchen Lama!“, haben sie gerufen, haben wir gerufen. Mir wird kalt, wenn ich daran denke, was für eine widerliche Strategie hinter der Entführung steckt. Der Penchen Lama erwählt nach tibetischer Tradition den Dalai Lama und umgekehrt. China hat sich in diesen Kreislauf eingehakt, um die Wahl des nächsten Dalai Lama zu lenken. Macht, es geht um nichts als Macht. Am Ticket-Schalter wird uns ein Zettel zugeschoben: „foreigners can not visit Xiahe“, kurz darauf erhalten wir die Nachricht: „Die ham uns ausm Bus geholt“. Ratlosigkeit. Was tun? Warten?

 

Flow

Antriebslosigkeit fesselt mich ans Bett. Ich vergesse, wer ich bin und was ich hier will in diesem schmierigen Hotelzimmer in Lanzhou. Irgendwann gehen wir doch raus, einfach so, ohne konkretes Ziel. Als wir in eine Seitengasse einbiegen, verändert sich etwas. Mein Schritt, mein Blick, die Augen werden kleine dynamische Scanner. Essenstände, Tofu, Nudeln, Gemüse an Holzspießen. Ein Hinterhof. In einer Ecke steht eine Traube Männer um einen flachen Tisch herum wie Schafe unter einem schattigen Baum. In einer Ladentheke gestapelte Ziegenschädel. Auf dem Boden ein pinker Hamsterkäfig. In einer offenen Garage wird ein Huhn erlegt. Ein Mann packt es am Hals und schneidet ihm mit einem Messer die Kehle durch. Unter dem Schlachttisch ein Haufen Gedärme, Federn, Haut. Das Blut fließt in eine Plastikschüssel. Wir laufen weiter und die Zeiger auf der Uhr machen unbemerkt Sprünge. Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi beschreibt den Zustand des „Flows“. Handlung und Bewusstsein verschmelzen, heißt es. Man ist nicht mit den Gedanken woanders, oder dem Körper, je nachdem, sondern alle sind versammelt: Umwelt, Körper, Geist, Tätigkeit. Keiner krankgeschrieben oder im Urlaub. Alles an Ort und Stelle. Reisen provoziert Flow-Zustände in mir. Es hält mich wach und neugierig, nicht durchgehend, aber in relativ regelmäßigen Abständen.

Wir betreten ein kleines Einkaufszentrum, Rolltreppe nach unten. Kuscheltier-Automaten, Luftballons schießen, Plastikfische angeln, Tonfiguren anmalen, Gummiboote in einem Pool, Kinderlärm. Auf einer Rollschuh-Fläche versuchen seitengescheitelte Jungs mit engen Hosen den auf ihren Handys herum tippenden Mädchen mit ihren Fahrkünsten zu imponieren.

Autoscooter, Karusselle, Berge von Spielzeug, Plastik, Lärm, Gebimmel, Gekreische, Geschieße und definitiv Nummer Neun. Raus hier. Der Flow bleibt an der automatischen Schiebetür hängen und ich bin wieder müde. Müde von Lanzhou. Am nächsten Tag kaufen wir uns ein Zugticket nach Chengdu.

 

Petmarket

Eine Halle. Fischgeruch. Richtungsloses Gewimmel hinter trüben Aquarienwänden. Einige Fische folgen den Luftblasen an die Wasseroberfläche, andere liegen haufenweise erschöpft am Grund, weder tot noch lebendig, irgendwo dazwischen. Am Boden kniet ein Mann und schneidet gerupfte Wildenten auf, Schildkröten krabbeln in Plastikwannen übereinander hinweg. Berge von Kröten gefangen unter Netzen, Schlangen in Käfigen, Regale voller Haifischflossen, eine verziert mit einer roten Schleife. Schnecken, Muscheln, Krebse mit zusammengebundenen Beinen. Hummer – lebendig in Zeitungspapier eingewickelt und mit winkenden Fühlern in Styropor-Kisten gelegt. Am Boden Gedärme, Blut, Wasser. In einem Aquarium eine einsame große Schildkröte, resigniert, ab und an den Hals reckend und nach Luft schnappend. Hinter einem Schaufenster Krokodile in flachem Wasser, die Schnauzen mit Klebeband zusammengeschnürt. Nummer Zehn: Chinesen essen alles (außer Käse).

Ich komme ohne Flugzettel mit süßen Ferkelsaugen aus und bekehre grundsätzlich niemanden. Aber ich lebe auch nicht ohne Grund fleischlos. Es fühlt sich komisch an, dass mir dieses Töten und Fleischessen so absurd vorkommt, während es von der Mehrheit der Menschen als ganz natürlich betrachtet wird. Nicht nur in China.

 

Der Daoist

An einem steinernen Tisch sitzt ein Mann in weißer Kleidung, schulterlangen weißen Haaren und einem langen weißen Bart. Er trägt Ringe mit großen Steinen an den gebräunten Händen und Ketten mit bunten Perlen. Kopfhörer nisten in seinen Ohren, er schaut geradeaus und rührt sich nicht. Wir setzen uns in seine Nähe, kommen schließlich ins Gespräch. Der Weißhaarige kommt aus den USA. Seit sechs Jahren lebt er in Chengdu, allein, meditiert, praktiziert Tai Chi und Qigong. Er ist glücklich allein, sagt er. Keine Lust auf Frau und Kinder und das alles. Es gäbe eh zu viele Menschen auf der Erde. Die Erde sei wütend.

Er ist Daoist. Keine Religion, meint er, Dao ist alles. Du bist Dao, ich bin Dao, der Baum da drüben ist Dao. Daoismus ist eine Lebensweise, es ginge darum sich selbst als Teil eines großen Ganzen zu sehen und mit ihm zu leben, nicht gegen ihn. Seine dunklen Augen wirken traurig, ich nehme ihm sein Glück nicht ab. Vielmehr sehe ich in ihm einen spirituellen Flüchtling. Geflohen vielleicht von der Oberflächlichkeit, von der Sinnlosigkeit, vielleicht vom Scheitern, vom Scheitern in Beziehungen, im System, an dass er sich nicht anpassen konnte oder wollte. „Ich meditiere fast immer“, sagt er. „Der Verkehr hier ist mir egal, ich bekomme davon gar nichts mit, wenn ich unterwegs bin, meditiere ich“. Ich frage mich, ob Meditieren nicht bedeutet, aufmerksam im Augenblick zu sein, zu atmen, zu leben. Wie kann man da etwas nicht mitbekommen? Als es beginnt zu regnen, verabschiedet sich der Daoist. „Enjoy your life“, sagt er. Auf einem Hinterhof sehen wir ihn wieder, der Regen prasselt auf ein großes Yin und Yang und der Weißhaarige beugt sich vor, streckt sich, bewegt seine Arme, seinen Kopf, langsam und anmutig. Ich bewundere ihn und gleichzeitig tut er mir leid. Reicht es wirklich, sich selbst zu suchen? Dao zu sein? Oder bin ich die Ärmere, abhängig von der Zuneigung anderer? Findet man sich aber nicht erst selbst in der Begegnung mit anderen? Ich weiß es nicht, doch ich werde den Gedanken nicht los, dass er ein verletzter Mensch ist, der sich selbst hilft. Und mir tut es leid, dass er dabei allein ist.

 

Wellness auf Chinesisch

Sie fängt mit meinem Nacken an. Wie ein Bauer, der sein Feld bearbeitet, denke ich. Die Hacke rhythmisch in die trockene Erde schlagend. Spitze Daumen bohren sich schmerzhaft in meine Muskeln. Ich starre auf die Fliesenmuster auf dem Boden und versuche, nicht die Luft anzuhalten. Mein Körper ist in Alarmbereitschaft, an Entspannung ist nicht zu denken. Die Masseurin drückt, bohrt, klopft, schlägt, reibt, schüttelt, quetscht, zieht. Plötzlich höre ich Philipp protestieren, richte mich auf. Seine stämmige Masseurin steht mit Schröpf-Saugnäpfen vor ihm und nickt beherzt. Ich denke an die mit runden, violetten Blutergüssen übersäten Rücken, die wir in den letzten Wochen gesehen haben. Wunschpunkte wie beim Sams. Ich tippe auf die Wörter „ängstlich“ und „Schmerz“ in unserem Wörterbuch und wir gehen lachend zur Fußmassage über. Vier Frauen arbeiten nebeneinander, quatschen, lachen, gähnen. Der Fernseher läuft, ein Markt ist zu sehen – rotes Fleisch an Haken hängend. Auf einem Regal stehen ein kleiner Plastikapfelbaum und ein goldenes Segelschiff. Der Laden ist zur Straße hin offen und ab und an rotzt Philipps forsche Masseurin lauthals röchelnd hinaus. Nummer Elf: Anti-Wellness-Massagen.

 

Klimawechsel

In Kangding ist etwas anders: Auf der Straße werden wir angelächelt und gegrüßt. „Taschideleg!“ – „Hallo!“ Bisher sind uns die Menschen eher kühl, zurückhaltend – manchmal ruppig – begegnet, was mir erst jetzt, wo es anders ist, bewusst wird. Ich frage mich, ob das an der buddhistischen Luft liegt. Links neben unserem Hotel steht ein Kloster. Es ist bunt bemalt, mit einem grünen Hof, einem auf der Wiese hoppelnden Albinokaninchen, goldenen Gebetsmühlen und bunten Gebetsfahnen. Die Mönche musizieren, tanzen, spielen Federball, während die Soldaten in der Militärkaserne nebenan in Reih und Glied stehen, ihre Waffen auseinander- und wieder zusammenbauen und gebrüllte Befehle entgegennehmen. Kontrastreicher Ort.

Wir machen uns mit dem Taxi auf den Weg nach Tagong. Mit den Höhenmetern schwinden die Bäume, vor uns erstreckt sich hügeliges Grasland. Am Horizont schneebedeckte Berggipfel. Häuser aus Naturstein, hölzerne bemalte Bordüren um die Fenster, bunte, gußeiserne Tore. Tagong ist der Eingang in eine andere Welt, in eine zeitlose, einfache, raue Welt. Die Welt der Khampas – der stolzen, kriegerischen tibetischen Nomaden, die in den 1950ern den Freiheitskampf gegen die chinesische Besatzung angeführt haben. Staub und Schlamm, struppige Schweine und Pferde, Motorräder, Khampas in traditioneller Kleidung und Hüten wie Cowboys, Jugendliche mit hochstehenden Basecaps und Kapuzenpullis, Mönche mit iPods in der Hand, fettige Essbuden, Marktstände und verfilzte, streunende Hunde. Es heißt, sie seien wiedergeborene Mönche. Wenn sie nachts laut bellend ihre Reviere verteidigen, bezweifle ich das. Sollten sie nicht ein wenig meditative Ruhe aus ihrem vorangehenden Leben mitgenommen haben?

Auf den umliegenden Hügeln wachsen Wälder von Gebetsfahnen, an hölzernen Masten befestigt wehen sie lautstark im Wind und scheinen so gar nicht an den Ort zu passen. Vielmehr bilden sie eine eigene Welt der Farben, Gebete und des ständigen Wandels.

Das Dorf Geyima ist umzingelt von einem flatternden, heiligen Stoffwald. Auf einem Platz Gebetsmühlen – groß, schwer, knarzend. Mönche, Nonnen, alte Menschen mit dunkler, von lächelnden Furchen durchzogener Haut, rotznasige Kinder mit roten Wangen laufen geduldig um sie herum. Aus Lautsprechern ertönen rhythmische Gebete wie buddhistischer Rapgesang. Seit drei Wochen findet hier ein Friedensfestival statt. Auf einer Wiese ist ein offenes Zelt aufgebaut und in flachen Reihen erstrecken sich schmale, flache Holzbänke, bedeckt mit bunten Stoffen. Hunderte Plastikblumensträuße bilden ein Meer von Kitsch in Gelb-Pink-Rot-Orange, in welchem alte Frauen mit geflochtenen Zöpfen und großen Ohrringen und alte Männer mit zittrigem Lächeln Mantren murmelnd baden. Eine Frau winkt mich neben sich und bedeutet mir, die auf dem Wasser treibenden gelben Blumen aus den gläsernen Schälchen zu nehmen, die sich zu siebt auf dem Altar reihen. Sie macht mir das Ritual vor, welchem sie seit Tagen nachgeht, und ich tue es ihr gleich. Ich kippe Wasser aus, poliere Schälchen, gieße Wasser ein und um und lasse schließlich die Blumen wieder schwimmen. Weltfremd kommt mir dieser Ort des Friedens vor, wie sie alle dasitzen und ihre kleinen Gärten pflegen und wieder und wieder dasselbe tun. Als ein Lama eine Ansprache beginnt, stehen die Betenden auf und werfen Reis. Auch die Dorfjugend kommt hinzu, mit Lederjacken und Turnschuhen reihen sie sich ein. Kinder laufen umher und spielen. Die Rede ist lang und bald nicken die Ersten ein. Wie bei uns in der Kirche, denke ich. Wir gehen, bevor auch wir einschlafen.

 

Grasland

„Das ist euer Guide“. Vor uns steht ein Junge, etwa neun Jahre alt, und lächelt breit. Er soll uns zum Sommerlager der Khampas bringen, ein sechsstündiger Marsch unter der Sonne. Wir machen uns auf den Weg. Der Junge läuft vor und ich muss unwillkürlich daran denken wie ich in seinem Alter manchmal genörgelt habe bei langen Spaziergängen mit meinen Eltern. Als drei wilde Hunde auf uns zukommen schrecken wir zurück, doch der Junge hebt ohne zu zögern ein paar Steine auf, wirft nach ihnen, und verscheucht sie schließlich. Verkehrte Welt. Wir laufen übers Gras – stundenlang. Vorbei an schwarzen Nomadenzelten, Yaks und brummenden Käfern. Pause in einer Hütte. Staubiger Holzboden, die Wände tapeziert mit zerrissenen Zeitungen und geblümten Stoffen, das Lächeln des Dalai Lama, eine sich automatisch drehende Gebetsmühle, Lederballen gefüllt mit Yak-Butter, eine Matratze mit wollenden Decken, ein Koffer-Fernseher, in welchem ein chinesischer Kriegsfilm läuft. Der Ofen qualmt. Die Tante des Jungen wirft getrockneten Kuhdung in die Öffnung, pustet geduldig. Der Yakmilch-Tee kocht. Wir sitzen auf einem Teppich, essen rauchiges Brot und Yak-Joghurt und kommunizieren unbeholfen Höflichkeiten. Ich genieße das schummrige Gefühl des Fremdseins, ohne bitteren Beigeschmack. Positives, neugieriges Fremdsein. Wir machen uns wieder auf den Weg, der Wind trägt leise den Gesang in der Ferne arbeitender Frauen an unsere Ohren. Am Abend erreichen wir den Ort, an dem die Khampas den Sommer verbracht haben. Die Frauen kräftig und anmutig, die Kinder verschmitzt und dreckverschmiert, die Männer von gelassener Coolness wie Cowboys. Wir sitzen am Feuer, trinken Yakmilch-Tee, Brot liegt auf der Glut, wir essen Kartoffeln. Mit der untergehenden Sonne schleicht sich die Kälte an unsere Körper, an unsere Knochen heran. Wir vergraben uns im Zelt unter Decken und lauschen den grasenden Yaks und bellenden Hunden. Ab und an wiehert ein Pferd. Von Kopfschmerzen geschüttelt – der Preis der über viertausend Meter Höhe – warten wir auf den Schlaf. Am nächsten Morgen trinken wir im kalten Nebel Tee. Das Feuer knistert. Die Familie macht sich mitsamt ihren Yaks auf den Weg ins Herbstlager. Wir folgen ihnen müde und höhenkrank. Ich spüre die zerstörerische Kraft der Sonne – den pochenden Kopf, die brennenden Lippen, den trockenen Hals. Im Herbstlager sind die Zelte bereits aufgebaut. Kisten und Säcke werden hineingetragen, Sträucher aus dem Boden gerissen, Feuer gemacht. Kein Teppich, keine Heizung, kein Herd. Rauch steigt auf und wir schlürfen gemeinsam Nudelsuppe. Wie gerne würde ich ihnen Fragen stellen über das Leben im Grasland, doch es bleibt bei Blicken und Gesten. Wir sind so nah und doch so weit weg. Sehen so viel und verstehen so wenig. Ich nehme Eindrücke mit, Fetzen der Wirklichkeit. Dünne Luft, hartes Gras, schnaufende Yaks und schmutzige Kindergesichter, kalte Hände und der Sternenhimmel, aufsteigender Rauch und heißer Yakmilch-Tee, Kopfschmerzen, Muskelkater, ein wenig Freiheit. Die Khampas bleiben für mich in Nebel verborgen. Die anmutigen, kräftigen Körper, die sonnengegerbte Haut, die Cowboyhüte und langen Zöpfe, das Lachen. Nur das Sichtbare nehme ich mit. Keine Gedanken, keine Geschichten, kein Wissen. Es ist, als hätte sich die Tür zu ihrer Welt kurz geöffnet, gerade so lang, dass wir einen Blick hineinwerfen konnten, um sich dann knarzend wieder zu schließen.

 

Nebelmenschen

Auf der Fahrt nach Litang werden wir durchgeschüttelt, als sich der Kleinbus schlängelnd durch die Berge kämpft. Kein Asphalt, dafür umso mehr Schlaglöcher und ich ergebe mich ihnen, wie am Tag zuvor der Sonne. In einem weitem Tal am Stadtrand öffnet sich uns für einige Stunden noch einmal die Tür zur Khampa-Welt: ein Reitfestival. Bunt geschmückte Pferde, goldverzierte Kleidung, Lederstiefel und wehende Haare. Cowboyhüte und Ohrringe. Unschlagbare Coolness und Männlichkeit. Die Reiter schießen mit Gewehren oder Pfeil und Bogen auf Hindernisse, die Zuschauer jubeln. Frauen mit langen Zöpfen sitzen mit ihren Kindern unter Schirmen, Mönche knien auf Teppichen, Jungen in engen Jeans, Lederjacken und mit Föhnfrisuren stehen in Gruppen zusammen. Alle rufen, lachen, kommentieren die kriegerischen Männer. Wer ist der Schnellste, wer schießt am besten, wer ist der Schönste, der Mutigste? Einige lassen sich kopfüber vom Pferd hängen, über den Boden schleifen und ziehen sich unter lautem Jubel wieder hoch. Jeder zeigt, was er kann. Ich finde mich in der Masse der Zuschauer wieder, mitfiebernd und beeindruckt von der Lässigkeit der eitlen Khampas. Noch immer sind sie Nebelmenschen für mich, da mir so viel verborgen bleibt von ihrer Kultur, ihren Kämpfen, ihrer Geschichte. Doch mit jedem Eindruck kommen neue Linien und Farben hinzu. So hören wir Geschichten darüber, wie die Khampas sich immer von den anderen Tibetern abgegrenzt haben, für ihre Freiheit gekämpft haben – auch mit Mitteln der Gewalt – wie sie in ihrer Welt leben und diese bis aufs Blut verteidigen. In Litang sehen wir sie so stolz ihre Motorräder fahren- wie sie ihre Pferde reiten.

 

Dann holen dich die Geier

Im Hotel treffen wir eine absurde Verabredung mit fünf jungen israelischen Reisenden. „Morgen früh ist eine Himmelsbestattung, seid ihr dabei?“ Überstürzt sagen wir zu, doch am Abend nagen Zweifel. Können wir dort einfach so auftauchen, als Fremde? Leichentourismus? Am nächsten Tag stehen wir früh auf und lassen uns zu einem Hügel am Stadtrand fahren. Der Boden übersät mit Plastikmüll. Kein schöner Ort für eine Bestattung, denke ich. Wir steigen aus. Es ist kalt und menschenleer. Eine Mischung aus Neugier und Angst pulsiert in mir und für die Neugier schäme ich mich. „Sensationstourist!“ tönt es in meinem Kopf. Mühsam schiebe ich die Stimme beiseite und setze mich zu den jungen Israelis. Sie packen Karten aus und beginnen zu spielen. Ich schließe mich an und sofort meldet sich die Stimme mit voller Kraft zurück: „Karten spielen und auf die Leiche warten!“ Auf einem Hügel sehe ich die Geier lauern – Aasgeier. Was für ein bestialisch klingendes Wort. Ich fühle mich wie in einem Film. Als einige Wagen anfahren, Menschen aussteigen, Feuer machen und Tee kochen, ein kleiner, lauter Traktor den toten Körper bringt, bin ich seltsam emotionslos. Wir setzen uns in einiger Entfernung auf den gräsernen Boden und beobachten, was geschieht. Die Leiche wird auf den Hügel getragen und entkleidet. Der Bestatter, in weißer Plastikfolie eingehüllt, beugt sich über den toten Körper und beginnt zu schneiden. Wir sehen keine Einzelheiten, nur Bewegungen, wie in Zeitlupe. Die Geier versammeln sich nervös und hungrig um das Geschehen herum. Als der Bestatter ihnen den Weg freigibt und sich entfernt, stürzen sie sich mit einem Mal auf das Fleisch. Wo vorher der Körper lag, sehen wir nun einen flatternden Haufen sich streitender Aasgeier. Minutenlang nichts als flatterndes Grau – ansonsten Stille. Bald lösen sich die ersten Vögel ab und schleppen sich satt den Hügel hoch. Noch immer fühle ich mich seltsam kalt in mir, ich bin nicht traurig, habe keine Angst, keinen Ekel. Das erste kurze Entsetzen über das Schicksal des toten Körpers ist schnell einer kühlen Nüchternheit gewichen. Die buddhistischen Tibeter sehen den Körper nur als Körper, wurde uns gesagt. Die Seele hat sich längst auf den Weg gemacht. Es ist nur Fleisch, Haut, Knochen, Haare, totes Gewebe, das in den Kreislauf der Natur zurückkehrt. Irgendwann verscheucht der Bestatter die Vögel und macht sich daran, die Knochen zu zerschlagen. Kräftig und rhythmisch schlägt er mit der Axt auf das Gerippe. Ein eindringliches, hohles, und hallendes Geräusch. Die Familie verlässt den Ort erst, wenn der Körper vollständig in den Mägen der Geier verschwunden ist. Wir gehen früher in die Stadt zurück und ich traue mich kaum zu sagen, dass ich Hunger habe. Als wir am Abend über einen Markt gehen höre ich erneut das Geräusch von Axt auf Knochen, als ein Metzger Yak-Fleisch zerkleinert. Tod und Leben überscheiden sich in meinem Bewusstsein. Fleisch-Yak-Mensch-Leben-Tod-Geier-Hügel-Müll-Messer-Hunger-Himmel-Flügel-Blut. Ich erinnere mich an meine Kuriositätenliste, die irgendwann abgerissen ist, sich aufgelöst hat, ohne dass ich es gemerkt habe. Ich brauche sie nicht mehr.

Dieser Beitrag nimmt an der Wahl der besten Reiseberichte China teil.

Aktuelle Jury-Wertung: 1,17

Auch Ihr könnt Eure Bewertung abgeben. Bitte orientiert Euch am Schulnotensystem (1=sehr gut, 6=ungenügend).

Tonja Clemente
61 Comments
  • H.
    Posted at 21:48h, 26 Oktober

    Ein Reisebericht mit Tiefe. Dao, Flow und der Ekel …
    Eindrücke angereichert mit Persönlichkeit.

    Erinnerungen an eigene Rucksackreisen werden wach. Den längst vergangenen Ekel von Bahnhofsstehklos tief im Niemandsland.
    Den Flow. Nicht beim Reisen, sondern beim Windsurfen empfunden.
    Gut in Worte gebracht ….

  • Chris
    Posted at 13:44h, 27 Oktober

    Wow, toller Beitrag!
    Bekommt von mir eine glatte 1.

  • Maria Hobauer
    Posted at 13:51h, 27 Oktober

    Ich reise beim lesen richtig mit. Es ist so lebhaft geschrieben, so 3-D mäßig.
    Von mir bekommst Du die 1

  • M.
    Posted at 14:11h, 27 Oktober

    absolut anschaulich und lebhaft geschrieben, mit viel Persönlichkeit und Emotion. Danke für diesen tollen Bericht, der einem das Gefühl gibt, selbst dabei gewesen zu sein!
    Note: 1

  • Matthias Otterstedt
    Posted at 14:49h, 27 Oktober

    Der Reisebericht ist deswegen so großartig, weil er auf einem tiefen Gefühlsleben beruht und ein außergewöhnliches Reflexionsvermögen widerspiegelt. Von mir die Note 1.

  • Sabine Görges-Dey
    Posted at 15:37h, 27 Oktober

    Wunderbar mit Dir durch China zu reisen – ehrlich und geraderaus. Von mir bekommst Du eine 1 mit *.

  • Petra Nagel
    Posted at 16:24h, 27 Oktober

    Ich lese Deine Berichte immer mit viel Freude und Spannung von mir eine Eins für Deine abwechselsungsreichen Berichte

  • Carlo
    Posted at 16:30h, 27 Oktober

    Wow! Toller Bericht! Lese auch beruflich viel Reiseberichte, deiner ist wirklich eine sehr gelungene Ausnahme! Note 1

  • Joachim
    Posted at 16:33h, 27 Oktober

    Ich liebe diese Art von anschaulichen Berichten! Und es ist so schön geschrieben! Daher eine 1!

  • Kolle
    Posted at 16:50h, 27 Oktober

    Das es so ausführliche, authentische Reiseberichte noch gibt…einfach stark, daher Note 1!!!

  • Steve
    Posted at 16:57h, 27 Oktober

    Wie schon gesagt: Einfach sehr gut geschrieben! Note 1

  • Bandhini
    Posted at 17:34h, 27 Oktober

    So ein lebendiger, interessanter Reisebericht. TOll! Ich bin fast dabei… Note 1

  • Wilhelm Pleines
    Posted at 18:30h, 27 Oktober

    Note 1 ,Super Reisebeschreibung, toll geschrieben,kann ich gut teilnehmen!
    Wilhelm Pleines 4.

  • Bea
    Posted at 19:50h, 27 Oktober

    Eindrucksvoller Bericht über eine uns sonst verschlossene Welt – so als wäre man selbst dort und lernt die Leute kennen, Note 1

  • Die Bechstein's
    Posted at 21:12h, 27 Oktober

    Natürlich vergeben wir die Note 1, man kann sich alles gut vorstellen und denkt man ist mit dabei.

  • Christina
    Posted at 21:18h, 27 Oktober

    Deine Beschreibungen lassen Bilder und Gefühle entstehen. Sie machen Lust auf eigene Reiseerfahrungen in ein für uns so fremdes Land, in eine uns so fremde Kultur. Du schilderst die „Kuriositäten“, wie sie auf uns Europäer wirken, sehr nachvollziehbar und lebendig. Wunderbar, von mir eine 1

  • Ralph Gülle
    Posted at 22:26h, 27 Oktober

    Schade, daß ich nicht dabei sein kann, denn ich habe beim Lesen Deiner Berichte immer das Gefühl, ich wäre mittendrin. Reiseführer China ? Was soll ich damit?, ich hab ja Deine Berichte; einmalig gelungen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Meine Note: 1

  • Holger
    Posted at 07:47h, 28 Oktober

    Da kriegt man Lust aufs Reisen… Fein!

  • Holger
    Posted at 07:48h, 28 Oktober

    Da bekommt man Lust aufs Reisen…. Fein!

  • Mirko
    Posted at 09:43h, 28 Oktober

    Super aufregend, emotional und so schön bildlich mit Liebe zum Detail. Ich genieße es deine Texte zu lesen, besonders weil sie mich immer wieder zum Lachen bringen. Ganz klar, von mir bekommst du die Note 1!

  • Clara
    Posted at 10:16h, 28 Oktober

    Ein ergreifender Bericht. Gleichzeitig tiefsinnig und leichtfüßig. Von mir bekommt der Text die Note 1.

  • Leonie
    Posted at 10:32h, 28 Oktober

    richtig cool

  • Judith
    Posted at 10:43h, 28 Oktober

    so schön kühl und klar und trotzdem lyrisch-emotional mitreißend… natürlich bekommst du eine 1!!!

  • julia
    Posted at 11:42h, 28 Oktober

    1!

  • Astrid
    Posted at 12:20h, 28 Oktober

    Danke für den tollen Bericht – eine echte Bereicherung für jeden Leser. Ich kenne keinen, der nur ansatzweise so bildhaft und fesselnd schreiben kann wie Du. Einfach absolute Spitzenklasse. Beim Lesen glaubt man glatt, unmittelbar neben Dir zu stehen. Deine Schreibweise ist einzigartig und deshalb bekommst du ne dicke, fette 1 mit unzähligen Sternchen.

  • Sabine gerstenberg
    Posted at 12:50h, 28 Oktober

    das ist ein sehr beeidruckender und nachdenklich machende Reisebericht, habe eine andere Vorstellung von China bekommen – ganz super
    eine glatte 1 plus

  • Uta
    Posted at 16:39h, 28 Oktober

    äußerst spannend und anschaulich, chapeau!
    das ist eine 1*

  • Sandra Werning
    Posted at 18:38h, 28 Oktober

    Hallo Tonja,

    da ist Dir wieder ein grandioses Stück Reiseliteratur gelungen. Bekommst von mir die Note 1, weil ich begeistert bin.

    Gruß
    Sandra Werning

  • janina heinicke
    Posted at 20:24h, 28 Oktober

    Sehr schön und bildlich geschrieben. Ich heabe mich gefreut endlich mal wieder etwas zu Lesen das Spaß bringt. Super Note 1

  • Sandra
    Posted at 10:44h, 29 Oktober

    Du hast wirklich Talent zum schreiben Tonja.Von uns bekommst Du auch die Note 1. Liebe Grüße von Holger, Sandra und Roxana

  • Annette
    Posted at 11:49h, 29 Oktober

    Deine ausführlichen Beiträge habe ich voller Genuss gelesen. Sie sind abwechslungsreich, sehr emotional, anschaulich und mitreißend geschrieben. Du hast eine einzigartige Gabe, deine Eindrücke und Gefühle in Worte zu kleiden. Mit einem Blick für Details, viel Offenheit, Ehrlichkeit und Tiefgründigkeit ist es dir großartig gelungen, mich auf deine Reise mitzunehmen, an deinen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Dein Reisebericht macht mich neugierig auf fremde Lebensarten und ruft Fernweh hervor. Natürlich bekommst du von mir die Note 1 mit *.

  • martin
    Posted at 12:37h, 29 Oktober

    Hier schon einmal die 1 + ,selbst-findung auf Reisen hat was Besonderes ,super Geschrieben und sehr Bildlich.

  • martin from Brazil
    Posted at 12:54h, 29 Oktober

    Andere Länder andere Sitten,Ekel zur Selbst-Findung,Schrift-Zeichen als Erinerung an eigene Sprach-übungen aus der Kindheit,in Scheisse-Treten und dann ohne Grund zu Weinen bekommt von mir Die 1+ = SEHR GUT !!!
    CHINA: …………………………..!!!!

  • Gudrun Steinbrück
    Posted at 16:05h, 29 Oktober

    Ein toller Bericht!
    War selbst vor einem Jahr in China und habe vieles genauso empfunden,wie Du–kann es nur nicht in solch einer lebendigen Sprache ausdrücken.
    von mir eine 1 mit Sternchen!

  • Vik
    Posted at 16:40h, 29 Oktober

    Einfach herrlich! Ich liebe es deine Berichte zu lesen! Du lässt mich auf eine ehrliche, bildliche und aufregende Art und Weise an deiner Reise teilnehmen! 1+ !!! =)

  • denden
    Posted at 17:01h, 29 Oktober

    krass und direkt auf den punkt! toller reisebericht der wirklich eindruck hinterlässt! glatte 1 : )

  • Aikia
    Posted at 22:24h, 29 Oktober

    ich bin beeindruckt, wie offen du dir in deinen texten in die seele schauen lässt. ich fühle mir dir, was du erfährst und was du suchst. das ist tief berührend für mich, dich darin so ehrlich und klar zu lesen. gute reise von aikia. und natüüüürlich eine EINS! ;-)

  • franz
    Posted at 00:01h, 30 Oktober

    natürlich eine 1

  • carla
    Posted at 10:01h, 30 Oktober

    wunderschön! von mir eine 1 plus mit sternchen und allem.

  • Diana
    Posted at 10:53h, 30 Oktober

    Beieindruckend und faszinierend!
    Ein weltklasse Riesebericht über China…mit so viel Emotion und Ehrlichkeit…
    Note 1 !

  • Peter
    Posted at 18:04h, 30 Oktober

    mehr als ein reisebericht, es ist eine Bereicherung, ich sage danke für Deine wundervollen Schilderungen – Note 1

  • Philipp
    Posted at 16:16h, 31 Oktober

    Ich finde es sooooo toll, daß du einen Teil unserer Reise so einzigartig in Worten festgehalten hast. Dein Text ist für mich etwas ganz Besonderes. Natürlich bekommst du auch von mir eine 1A mit Sternchen!!!

  • Katharina
    Posted at 15:28h, 01 November

    Es ist so schön dich durch deinen Text begleiten zu können! Auch von uns eine 1!

  • esther
    Posted at 16:57h, 01 November

    richtig gut, interessant, mal eine andere seite chinas kennenzulernen.
    eine 1* von mir ;)

  • Thorsten
    Posted at 10:34h, 02 November

    Ein toller Bericht, ja – ein sehr spezieller Einblick in eine Welt, der so in kaum einem Reiseführer zu finden ist! Sowas kommt dabei heraus, wenn eine großartige Autorin auf Reise geht. Danke, Tonja. Schulnote 1.

  • Farice
    Posted at 16:28h, 02 November

    Hey, toll! Sehr spannend zu lesen. Die Alltäglichen eindrücke, die sonst oft untergehen werden wirklich gut wiedergegeben!

  • m. shirley - Amazonas
    Posted at 16:39h, 02 November

    Supper Tonia! wie du das uns bei bring ist ist einfach lebendig!
    bis bald. nt 1

  • m. shirley - Amazonas
    Posted at 16:41h, 02 November

    Suppperr! Wie das gechirieben ist, wie lebendig, gefält mir.
    nt1

  • Wiebke
    Posted at 00:01h, 04 November

    Grandios kurios – eigentlichlich ein Bilderbuch! Mit dem Unterschied, dass sich die Bilder auch noch bewegen, riechen, schmecken, piecksen, schlürfen, kiechern, schluchzen und philosophieren können. Ich stelle also meine Sitz wieder in eine aufrechte Posiion und gebe der Autorin die Note 1 für ihren gelungenen Bericht!

  • Dagmar
    Posted at 20:03h, 04 November

    Ein super toller Reisebericht! Lesespaß pur. Note: 1

  • stinast
    Posted at 11:09h, 05 November

    liebe tonja, vielen dank, dass du mich mit auf deine reise genommen hast. ich habe deinen beitrag mit neugierde und viel spaß genossen und habe viel geschmunzelt und auch viel gelacht. von mir bekommst du eine eins mit vielen sternchen.
    +

  • rikes
    Posted at 11:39h, 05 November

    Hey Tonja, ich finde es ist ein sehr starker, preziser, scharfer und detaillierter Bericht…schmeckt nach Lakritzessenz . Man wird süchtig davon. Wir brauchen mehr von diesem Stoff. Weiter so.
    Vom mir bekommst eine eins so groß wie dein Herz und es ist bekanntlich größer als der Himalaya.

  • Maria
    Posted at 14:32h, 05 November

    Du schreibst wirklich klasse… und deine reise-heulen geschichte…also das ist wirklich ein grund zum heulen :-) DAS IST SCHLIMM ;-)
    Note 1, natürlich :-)

  • Berit
    Posted at 19:49h, 05 November

    Note 1
    Man kann durch diesen Text ziemlich gut nachvollziehen, worauf man sich einstellen muss, wenn man auf so eine Reise geht. Reisen ist auf Grenzen stoßen, lernen, was fremd ist und sich dran gewöhnen, damit man durchkommt (u. a.). Es ist aber auch die Erfahrung, überwältigt zu werden von wunderschönen Dingen und herauszufinden, welchen Platz solche Ereignisse in der Lebensgeschichte einnehmen werden…
    Total spannend!

  • Ich
    Posted at 18:10h, 08 November

    Du bekommst eine 1.

  • Alex
    Posted at 11:04h, 09 November

    Wenn ich heute Nacht von China träume, ist das wohl dein Verdienst: Kraftvolle Bilder und stilsichere Schreibe. Unmittelbar und reflektiert. Originell, paradox, großartig! Ne 1

  • joana
    Posted at 19:23h, 10 November

    Ich glaube, dass auch wenn man den Text mit dem googleübersetzer übersetzen würde, würde das noch ein 1***** verdienen! ;) beijos&abraços

  • Kazim Polat
    Posted at 01:05h, 15 November

    Tolle Reisebericht, d.h. für mich Note: 1 .

  • Sandra
    Posted at 19:36h, 16 November

    Der Reisebericht ist sehr anschaulich. So wie du schreibst hat man die Bilder vor Augen.
    Ein sehr lebendiger Reisebericht.
    Dafür eine Eins++++.

  • Katharina
    Posted at 13:12h, 20 November

    Wir haben natuerlich fuer dich gevotet! Du hast es aber auch verdient. Es ist wirklich spannend, deine Berichte zu lesen. Auch wenn man es selber kennt!

  • konrad
    Posted at 13:46h, 20 November

    danke, schoen detailliert und fluessig bzw. angenehm zu lesen. china in seinen auswuechsen… parallelen zu indien, was die extreme betrifft. ich bin gespannt auf die eigenen eindruecke
    lg konrad

    und natuerlich note 1
    tip top