Trike Globetrotter auf Besuch bei den Carib Indianern im wilden Dominica

Trike Globetrotter auf Besuch bei den Carib Indianern im wilden Dominica

Wir sind happy nach der Landung auf dem Melville Hall Flughafen in Dominica

Wir sind happy nach der Landung auf dem Melville Hall Flughafen in Dominica

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei als ich heute Abend, den 27.04.2015, wieder einmal große Plastikkisten, kleine Plastikkisten, meinen roten Klamottensack, Andreas seinen blauen Klamottensack, Waschtasche ….. packe, die Kameras poliere, die Flugsachen für morgen früh zurecht lege und und mich bäuchlings auf den Boden schmeiße um nochmals unter das Bett zu spähen, dass ich auch ja nichts vergessen habe von unserem übersichtlichen Hab und Gut.

Mount Pelee Vulkan in Martinique, 2 Gipfelbesteigung

Mount Pelee Vulkan in Martinique, 2 Gipfelbesteigung

Aber wir haben die Insel wirklich ausgiebig kennen gelernt und nachdem ich den Mont Pelee, den Vulkan hier auf Martinique, nun schon das zweite Mal erklommen habe, ist es an der Zeit weiterzufliegen. Das Wetter hier in Martinique war ja wie immer wenn die Trike Globetrotter irgendwo auftauchen, völlig anders als sonst. „Normalerweise regnet es in der Trockenzeit nie und ja die Luftfeuchte ist ungewöhnlich hoch und der Wind ungewöhnlich stark.“ Ich kann es schon nicht mehr hören.

Wolken und Sand aus der Sahara beeinträchtigen die Sicht

Wolken und Sand aus der Sahara beeinträchtigen die Sicht

Aber irgendwann kommt immer unser Tag und unsere Freunde im Meteorologischen Institut haben uns für morgen früh grünes Licht gegeben.

Landeanflug Melville Airport Dominica

Landeanflug Melville Airport Dominica

Der Wecker klingelt 4.30 Uhr. Routinemäßig erledigen wir alles in Windeseile. Auch am Flughafen klappt alles wie am Schnürchen. Der Himmel hängt voller Wolken und starker Dunst schränkt unsere Sicht ein. „Wo kommt bloß dieser Dunst her?“, wir können uns das nicht erklären. Die Meteorologen sagten doch das die Luft trockener wird. „Das ist ganz feiner Sand, der von der Sahara herüber geweht wird“, erklärt uns Francesco der Mechaniker. „Wie jetzt, Sand aus Afrika?“, ich kann es gar nicht glauben. Nun gut, auch der Saharasand kann uns heute nicht stoppen. Ich sehe noch ein letztes Mal meinen Vulkan, den Mont Pelee und gleich danach nichts als Wasser. Wirre Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Ich grübele darüber nach wie groß wohl die Chance ist, wenn wir jetzt einen Motorausfall erleiden und wie zwei winzige gelbe Stecknadeln in diesem gewaltigen Ozean vor uns hin treiben. Hier gibt es bestimmt Haie. Wie lange würden wir das wohl aushalten und wie groß ist die Chance hier von einem Fischerboot herausgefischt zu werden? Schnell wische ich diese Gedanken beiseite, denn aus dem Dunst taucht die Silhouette von Dominica auf. „Land in Sicht!“, freue ich mich. Dominica hat die  höchsten Berge der Karibik, alles mit tiefgrünem Dschungel überwuchert  und dazwischen eine herrlich bunte Blütenpracht. Ich sehe wie hohe Wellen gegen die Steilküste platschen, keine Strände, keine Notlandeplätze. Wir nehmen Kurs auf den Melville Hall Flughafen an der Nordostküste, den wo auch die größeren Flieger landen. Es gibt noch einen zweiten Flughafen für Privatpiloten in der Nähe der Hauptstadt Roseau in Canfield gelegen, aber vor diesem haben uns sowohl Piloten als auch einschlägige Literatur gewarnt. Zu viele Bruchlandungen haben Piloten aufgrund der völlig ungünstigen Lage dort erlitten. Aber auch der Landeanflug auf den Melville Hall Flughafen verlangt meinem Kapitän so einiges ab. Zuerst müssen wir die Landebahn mittig queren, dann in eine Linkskurve einbiegen, das ist ja alles noch ganz normal. Doch der Anflugbereich ist umgeben von hohen Bergen. Und über die Berge kommen die Rotoren oder Verwirbelungen. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Ich habe keinen Blick mehr für die Schönheit der Natur und kralle meine Kamera fest. „Mensch wir sind doch viel zu hoch“, schiesst es mir durch den Kopf als wir bereits die Hälfte der Landebahn hinter uns haben. „Davorne kommt schon das Wasser, wir sind viel zu hoch, das schaffen wir nicht!“ Doch dann „nagelt“ Andreas die Kiste runter, keine schlechte Landung und ich atme tief durch. Ein sehr herzlicher Empfang erwartet uns hier in Dominica. Alles was zwei Beine hat, ob vor oder hinter dem Flughafenzaun kommt angelaufen um uns zu begrüßen. Stempel bekommen wir hier auch keinen, nur die General Declaration Form müssen wir im Tower, beim Zoll und bei Immigration hinterlegen. „Haben sie Lebensmittel im Gepäck?“, will der junge Officer von der Zollbehörde wissen. „Nein, natürlich nicht“, und schon dürfen wir passieren.

Carib Indianer zeigt stolz seine langen Haare

Carib Indianer zeigt stolz seine langen Haare

Hier in Dominica gibt es mit 2200 Cariben die noch größte Population an  Carib Ureinwohnern. Sie leben in einem eigenen, 3700 Acre umfassenden Gebiet, dem Kalinago Territory zusammen und haben einen eigenen Chief, Charles Williams. Wir wollen mehr über die Geschichte, Kultur und Lebensweise erfahren und werden uns bei Charles und seiner Frau Margaret einquartieren. „Mabrika, mabrika“ heißt soviel wie herzlich Willkommen in der Sprache der Cariben.

Steilküste Dominicas

Steilküste Dominicas

Auf der Fahrt zum Kalinago Territory bekommen wir einen Eindruck von der Naturgewaltigen Schönheit der Insel. Also wieviele karibische Inseln haben wir nun schon gesehen? Tobago, Trinidad, Grenada, Union Island, Mystique, Bequia, St. Vincent, Martinique. Immerhin Sieben. Jedes Mal denke ich, nun hast du alles gesehen, nun kann dich nichts mehr beeindrucken, aber nein! Jedes mal bin ich aufs Neue überwältigt. In Dominica ist es diese unglaubliche rauhe und wilde und unbändige Natur. Es gibt 365 glasklare Flüsse, die zum baden einladen, Wasserfälle, Schluchten, den zweitgrößten „Boiling Lake“ der Welt, fast senkrecht emporschießende dschungelbewachsene Berge, wilde Steilküsten, alles ist tiefgrün und mit farbenprächtigen Blumen bewachsen. Es gibt kaum Autoverkehr, keinen öffentlichen Nahverkehr, aber eine 14 Tage lang dauernde Wanderung „Waitukubuli“ quer über die ganze Insel. „Waitukubuli“ nennen übrigens die Cariben ihre Insel und übersetzt heißt das soviel wie „langer Körper“.   Die Natur ist nahezu unberührt, ursprünglich und gewaltig. Wer karibische Traumstrände sucht ist hier allerdings auf der falschen Insel. Auch mit der Nahrungsaufnahme ist es zumindest an der Nordostküste nicht so einfach. Außer wenigen lokalen Imbissen oder ein, zwei Hotels gibt es hier nichts.  Dafür bietet die Insel Mangobäume die voller reifer Früchte hängen. Man kann den Duft riechen. Die Mangos hier sind anders als die, die wir in Deutschland kennen. Sie sind kleiner mit gelben und roten Bäckchen und sehen aus wie reife Pfirsiche. Sie schmecken zuckersüß und du musst die Früchte einfach nur am Straßenrand vom Baum pflücken. Ausserdem gibt es Kakao, Bananen, Papaya, Brotfrucht, Yam, Casave …… und vieles mehr.

Herzliches Willkommen in Dominica

Herzliches Willkommen in Dominica

Freudig grüßen wir jeden Inselbewohner mit „good morning“ und schmunzeln wenn diese antworten: „okay“ oder „orright“.

Eure Trike Globetrotter

Doreen

 

Andreas Zmuda