traveldiary - Entdecke Deine Abenteuerlust

Für die einen liegt das größte Glück der Erde auf dem Rücken ihrer Pferde, andere wirken wie vom Teufel geritten auf den Kufen ihrer Schlitten. Die Rede ist von einem sonderbaren Menschenschlag, die sich selbst als ‘Musher’ bezeichnen. Woher der Ausdruck kommt ist nicht so ganz klar. Wahrscheinlich ist es eine Verballhornung des französischen ‘marchons’ (= ‘let’s go’), das Kommando, mit dem ein Schlittenhundeteam in Bewegung gesetzt wird. Eigentlich bedarf es dazu gar keines Kommandos, denn wenn die 6, 8, 12 oder gar 16 Huskys einmal in ihren Geschirren an der Zugleine eingeklinkt sind, dann besteht die Kunst eher darin sie so lange zu bremsen, bis der Hundeschlittenführer (der Musher) auch bereit ist loszufahren. Ist die Meute einmal in Schwung, dann stoppt sie so schnell nichts mehr.
Schon kurz nach unserer Wiedereinreise bei dem kanadischen Grenzposten Beaver Creek fiel mir wieder die Scherzfrage ein, die Merv uns im Juli gestellt hatte, als er uns vom Flughafen in Whitehorse abholte: “Do you know the four seasons of the Yukon? – Well, they are almost winter, winter, still winter, and road construction.” Der nördlichste Teil des Alaska Highway auf kanadischem Gebiet ist zwar derzeit nicht ‘under construction’, aber dafür erleben wir die zweitschlimmste Straßenzustandsform: ‘highway before road construction’. Absenkungen der Fahrbahn, ausgewaschene Fahrbahnränder und Mängel in der Asphaltdecke werden, wenn überhaupt, nur notdürftig und stümperhaft geflickt (‚repariert’ wäre eine unangemessene Beschreibung), vermutlich im Hinblick darauf, dass auch dieser Straßenabschnitt in absehbarer Zukunft zum Superhighway ausgebaut werden wird. Oder vielleicht hatten die Maintenance Camps der Straßenbaubehörde auch nur unverhältnismäßig viele Warnschilder mit den Aufschriften BUMP und DIP vorrätig, sowie größere Restposten von den orangen Fähnchen, mit denen die tückischsten Bodenwellen und Schlaglöcher markiert werden.

Heiss!!! Es ist heiss hier und ich hab nicht viel Zeit, also Kurzformat: - kleiner, seltsamer Ort -...

Eine neue Stadt muss man sich erlaufen - keine Ahnung, ob jemand und ggf. wer...

Wie Ihr seht, ist der Wunsch nach Kontaktaufnahme mit zu Hause noch gross - mag...

Huhu, einen schnellen Gruss vom Flughafen Singapore - 10.281 km Flugstrecke von Frankfurt! Alles gut soweit, Sitze...

Fünfzig Kilometer vom Parkeingang entfernt die Barriere: ‘Road Closed’. Das satte Grün der Berghänge und Ebenen von Denali ist einem tristen Grau-Braun gewichen. Die Blaubeerbüsche haben ihre Blätter abgeworfen und ihre Beeren sind vertrocknet. Wo sollen Bären hier noch etwas zu futtern finden? Kein Wunder, dass wir keinen Grizzly zu Gesicht bekommen. Dafür aber treffen wir während unserer kurzen Erkundungsfahrt durch den noch zugänglichen Ostteil des Nationalparks auf vier mächtige Elchbullen. Ihr weithin sichtbares, helles Geweih verrät sie in der nunmehr lichten Vegetation. Sie finden in den Weidengebüschen noch genügend Blätter und nehmen sich, was sie kriegen können. Selbst nach Stunden steht einer noch immer an der selben Stelle. Ein anderer, der sich zum Standortwechsel entschlossen hat, kreuzt unmittelbar vor uns die Straße. That’s all for wildlife.
Bis Cantwell blieb es an unserem Flugsonntag noch sonnig. Dann tauchten wir unter eine dunkelgraue Wolkendecke ein, und als wir am Denali Nationalpark eintrafen, goss es wie aus Kübeln. Und am nächsten Morgen auch. Und am nächsten; nur die Kübel werden kleiner. Der Park schließt die Pforten, die Visitor Centers machen dicht für den Winter, und das Personal geht nach einer hektischen Touristensaison in den verdienten Winterurlaub.
Der Streit, ob der höchste Berg Nordamerikas Mount McKinley oder Denali heißen soll, wird wohl nie endgültig entschieden werden. Ich bleibe bei dem traditionellen Namen Denali, was so viel bedeutet wie 'The Big One'. Und das ist er wirklich. Wie kaum ein anderer unter den großen Gipfeln dieser Welt überragt er seine kleineren Brüder und Schwestern in der Alaska Range fast um das Doppelte. Seine berüchtigte Nordwand ragt unvermittelt 5500 Meter aus der umgebenden Tundralandschaft des Denali Nationalparks empor. Leider zeigt sich Seine Majestät äußerst selten seinen Bewunderern. Denali unterhält sein eigenes Mikroklima. Wolken, die über den großen Eisfeldern entstehen, umhüllen den Gipfel selbst dann noch, wenn im Umland ansonsten schönes Wetter herrscht. Und selbst das ist nicht all zu häufig der Fall. Ein einwöchiger Besuch der Region ohne 'The Mountain' ein einziges Mal gesehen zu haben ist daher keine Seltenheit. Jener Ausnahmetag am Wonder Lake im August 1994, als sich uns die gesamte Bergkette im Herzen des Denali Nationalparks von morgens bis abends in ihrer ganzen Pracht präsentierte, war von daher ein absoluter Glückstreffer.