Der Autor im Gepräch mit Prof. Hülsenbusch, dem Protagonisten des Buches Fischblasenschlitzer

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Live-Lesung

 

Leipziger
Buchmesse
2008

 

Volker Streiter
liest

 

Fischblasenschlitzer

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und Presseressonanz
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Prof. Hülsensbusch: Herr Streiter, machen Sie noch was anderes außer zu schreiben?

Volker Streiter: Aber sicher, ich bin Polizeibeamter in Köln und trainiere dort mit den Kollegen das Schießen/Nichtschießen, das Verhalten bei einem Amoklauf, Durchsuchungen, Festnahmen und ähnlich Taktisch-Praktisches.Das Schreiben ist nur ein Hobby, aber ein zeitraubendes. Schließlich entstehen die Seiten nacheinander nicht von selbst, dazu gehört auch jede Menge Disziplin und Fantasie.

Prof. Hülsenbusch: In wie weit ist denn das, was Sie im Buch Fischblasenschlitzer geschrieben haben, als Realität anzusehen. Ich meine, ich komme dort zwar vor und erlebe Außerordentliches, aber wie wahr sind denn diese Geschichten?

Volker Streiter: Komisch, dass Sie das fragen, schließlich sollten Sie es besser wissen. Nun, vielleicht haben Sie es vergessen, aber ich bin in den angesprochenen Ländern Indien, Simbabwe, Ecuador, Kuba und der Eifel gewesen. Vieles, was ich über Ihre Person und Ihren Assistenten berichte, ist natürlich wahr und selbst erlebt, anderes hingegen eine sagen wir ins Fantastische ausgedehnte Realität. Und ich weiß von einigen Lesern, die das Erfundene zuerst für wahr hielten und umgekehrt. So gesehen ist fast alles Berichtete im Bereich des Möglichen.

Prof. Hülsenbusch: Schön, schön, aber wie bekommt man denn solche Einfälle?

Volker Streiter: Zu allererst ist da eher eine vage Idee, dann beginn ich mir sozusagen die Geschichte selbst zu erzählen. Die Einfälle kommen während des Schreibens. Ich habe zum Beispiel Ihren Assistenten Asnapohc Nas in Quito ins Gefängnis geschrieben. Ich brauchte zwei Tage um zu wissen, wie ich den da wieder raus bringe.Es ist die reine Lust am Erzählen, gepaart mit einem starken Interesse für die Welt überhaupt, insbesondere Geschichtliches.Daher auch die vielen Informationen, die so nebenbei in die Geschichten einfließen.Übrigens war ich in Simbabwe, als es dem Land nicht so schlecht ging und Mugabe noch kein solcher Despot war. Na und die Eifel kenn ich in Teilen intensiv, ich verbringe kleinere Urlaube und ungezählte Wochenenden dort. Da fällt einem schon was ein zu der Gegend.

Prof. Hülsenbusch: Sie schreiben auch einiges über das Essen, man könnte meinen Sie kommen aus dem Schwelgen nicht mehr heraus.

Volker Streiter: Gutes Essen, oder eine gute Schokolade find ich wichtig. Zu wissen, warum die Dinge sind wie sie sind, was kubanischen Rum von Rum aus Martinique unterscheidet, was einen guten Blechkuchen ausmacht und andere Kleinigkeiten.

Prof. Hülsenbusch: Kann man mit einer Fortsetzung der Erzählungen rechnen?

Volker Streiter: Im Moment schreibe ich über einen mordenden Priester, eine blutige Angelegenheit. Das ist nicht gerade die Fortsetzung vom Fischblasenschlitzer, auch wenn der Titel sich so anhört. Aber ich will nicht ausschließen, dass danach wieder einige Reisen ihren Niederschlag finden werden.

Prof. Hülsenbusch: Vielen Dank für das Gespräch.

Volker Streiter: Bitte gerne, es ist mir immer ein Vergnügen, mit Buchfiguren zu sprechen, die in ihrem wahren Buchleben kaum jemanden zu Wort kommen lassen.