Hot Dogs – Corn Dogs – Toy Dogs – Iowa

oder lieber CORN and CATTLE / Mais und Vieh?

Unendliche Maisfelder

Unendliche Maisfelder

Eigentlich sind CORN and CATTLE charakteristischer für Iowa. Daneben sollte man die Sojabohne nicht vergessen, die man mindestens ebenso häufig antrifft. Alle drei Erwerbsquellen haben eine Schlüsselposition für die Wirtschaft dieses States. Wenn man die Bewohner nach einem Charakteristikum ihres States befragt, einer der drei Begriffe wird mit Sicherheit genannt.

Sicherlich, Iowa steht nicht auf einem der oberen Plätze touristischer Anziehungskraft. Aber man wirbt für sich: „Iowa is Great“ oder „We Cultivate Life“. Da sollte man dann doch schon mal genauer hinschauen.

Sofern man nicht die Lust verliert, viele, viele Stunden durch quasi horizontlose Maisfelder zu reisen, regelmäßig unterbrochen durch malerische Gehöfte mit Ansammlungen von hohen, Raketen ähnlichen Maisspeichern, so lässt sich doch manch lohnenswertes Kleinod entdecken.

Wer sich die Zeit nehmen möchte, der schlendere doch über einen der Scenic Byways, z.B. den „Prairie Landscape Byway“ oder den „Trail Grant Wood Hops“ durch das östliche Hügelland sowie die beiden Flussrouten „River Bluffs“ entlang des Mississippi bzw. „Iowa River Valley“ am gleichnamigen Fluss.

Unterwegs steht dann doch Bemerkenswertes zur Besichtigung an.

Covered Bridge

Covered Bridge

Beginnen wir bei den „Covered Bridges“, die aussehen wie große Scheunentoreinfahrten. Dabei hadnelt es sich um überdachte Brücken, Überbleibsel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Überdachungen hatten den Zweck, die kostbaren Brückenbohlen besser vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Mississippi bei Effigy Mound NP

Mississippi bei Effigy Mound NP

Verbunden mit einer gemütlichen Wanderung kann man durch den „Effigy Mounds National Park“ am Mississippi bei Marquette schlendern. Diese „Mounds“ sind von Menschhand aufgeschüttete Hügel, oft Tierkonturen umreißend. Über Entstehung und Zweck dieser Hügel streitet sich die Wissenschaft noch. Nach aktuellem Ergebnisstand, basierend auf archäologischen Funden, könnten es heilige Opfer- oder Grabstätten sein. Man datiert ihre Entstehung auf ungefähr 400 bis 600 nach Christi Geburt, also weit vor der Entstehung der bekannten Indianerkulturen.

Was immer wieder positiv auffällt, nicht nur hier in Iowa, ist die stets gut nachvollziehbare, im wahrsten Wortsinne „begreifbare“, oftmals interaktive Darstellung in Museen. In historischen Museen, indoor wie outdoor, die den Civil War zum Thema haben, geschieht das häufig durch sogenannte „reenactments“. Der Begriff besagt, dass Schlüsselszenen der Geschichte, bedeutsame Verhandlungen oder   wichtige Schlachten mit Schauspielern und Laiendarstellern nachgespielt werden. In Science Centern bekommt der Besucher, vor allem Jugendliche von geschultem Fachpersonal entsprechende Informationen oder auch Anleitungen, selbst aktiv zu werden. Das Personal rekrutiert sich fast ausschließlich aus Ehrenamtlern. In dieser Sparte wie auch in den Kindermuseen haben wir gehäuft ehemalige Lehrerinnen und Lehrer getroffen. Der „Lohn“ besteht dann in einer Dauerfreikarte zu  verschiedenen kulturellen Einrichtungen oder Parks der Gemeinde, des Kreises oder auch des States. In anderen Museen, überwiegend Freilichtmuseen mit naturhistorischem Schwerpunkt „arbeiten“ Menschen aus der dargestellten Epoche.

Als gutes Beispiel für letztere Museumskategorie dienen die „Living History Farms“ in Urbandale, nordwestlich von Des Moines.

Farming im 18.Jh.

Farming im 18.Jh.

Eingestimmt in die Thematik wir der Besucher am Museumseingang durch den Spruch“ Faming is Everyone’s Bread and Butter / Landwirtschaft bedeutet Brot und Butter für Jeden“. Bemerkenswert ist, dass man die  „darstellende Landbevölkerung“ nicht nur in entsprechende Kostüme gesteckt hat, sondern diese auch zusätzlich ihren Hof bewirtschaften oder ein Handwerk ausführen lässt.. Realität zeigt sich dadurch, dass lediglich mit dem Wissen und den in jener Epoche zur Verfügung stehenden Werkzeugen gearbeitet und produziert wurden darf. In diesem Fall wurden Farmleben und handwerkliche Produktionsweisen aus dem 18. und 19. Jahrhundert präsentiert.

In die jüngere Geschichte taucht ein, wer sich nach West Branch begibt. Dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Herbert Hoover (Regierungszeit: 1929 – 1933) ist hier ein National Historic Site gewidmet mit Geburtshaus, Museum, der Präsidentenbibliothek und seiner Grabstätte. Ihm wird der Ausspruch zugeschrieben: „Die Finanzen des Staates werden nicht durch Steuererhöhungen konsolidiert, sondern durch die Streichung unsinniger Ausgaben.“ Wohl wahr! Aber bis heute konnte dieser Anspruch wohl noch nie so recht auf den Punkt gebracht werden.

Was die Stunde geschlagen hat, hört man im Spillville „Clock Museum“-  eigentlich ein niedliches Doppelmuseum. Einerseits Heimstatt der einzigartigen, handgeschnitzten Uhren der Brüder Frank und Joseph Bily. Die beiden Farmer haben diese oft mannhohen Glockenspiele, Spiel- und, Pendeluhren über Jahre hinweg während zahlreicher Wintermonate geschnitzt, wenn es auf ihrer Farm wenig bis nichts zu erledigen gab. Ein Prunkstück ist die Charles Lindbergh für seinen historischen Flug gewidmete Uhr.

Von der Schnitzkunst zur Musik, die dort ebenfalls geehrt wird. Um genauer zu sein, der Komponist Antonin Dvorak findet hier musealen Widerhall. In seiner Zeit als Dekan des New Yorker Konservatoriums verbrachte er in dieser idyllischen Sommerfrische seinen Urlaub, spielte dann in der dortigen Kirche die Orgel und legte dort den Grundstein für seine wohl bekannteste Sinfonie „Aus der neuen Welt“. Ihm zu Ehren werden regelmäßig Musikfestivals organisiert.

John Wayne statue in Winterset

John Wayne statue in Winterset

Etwas Präsidiales in seinem Genre, dem Film besitzt denn auch die folgende mit Iowa verbundene Berühmtheit: John Wayne. Allein die Nennung seines Namens ruft Bilder von Mut und Patriotismus hervor, so sehen es neben den Iowanern auch sein früherer Schauspielerkollege und späterer Präsident Ronald Reagan. Das Leben dieses „kleinen Jungen aus Midwest“, wie Kirk Douglas es einmal ausdrückte, begann hier in dem kleinen Dorf Winterset unweit von der Hauptstadt Des Moines entfernt. Also findet man hier, gut versteckt inmitten von Maisfeldern, ein entsprechendes, gut vorzeigbares Museum.

Ob der berühmte Westernheld Hot Dogs, Corn Dogs oder gar Toy Dogs mochte, ist nicht überliefert. Sie gehören aber auch zu Iowa wie das grasende Vieh.

Hots Dogs sind ja eigentlich in der ganzen Welt als wohlschmeckender Snack bekannt mit Würstchen im Brötchen, ein wenig Gewürzgurke und möglichst vielen Röstzwiebeln. An einer Imbissbude mit namen „meals on Wheels“ (also: Essen auf Rädern) fanden wir  daneben eine weitere erstaunliche Variante: Brötchen und Würstchen waren identisch, ergänzt mit einer Art Erdbeermarmelade und als topping Kokusnussraspeln. Der Appetit kommt mit dem Essen!

Als uneingeschränkt lecker kommen hingegen die „Corn Dogs“ einher. Man kann auch sagen „Würstchen am Stiel“. Aufgespießt auf einen Holzstiel werden die Würstchen eingehüllt in einen Maisteig und frittiert. Frisch aus der Fritteuse schmecken sie am besten.

Nun, schließlich noch die „Toy Dogs“. Wenn die Übersetzung „Spielzeughunde“ lautet, so kann das erst einmal ganz wörtlich genommen werden. Amerika ist das Land der lebendigen „Spielzeughunde“. Es ist schon bemerkenswert, was da so an Vierbeinern aus Häusern, Autos und Wohnmobilen bzw. –wagen hervorquillt. Wer nur einen oder zwei Kuschelhunde mit sich führt, egal ob mit oder ohne Schleifchen, ebenfalls egal ob noch zu Fuß oder schon in den Buggy gesetzt, scheint arm dran zu sein. In der Überzahl sind Vierer- bis Sechsergruppen an Hunden. Den lieben Tierchen wird offenbar durch häufiges Tragen systematisch das eigene Laufen abgewöhnt. Aber glücklicherweise befolgen ihre Besitzer sehr sorgfältig die häufig zu findende Anweisung „Please, Clean up after Your Pet“ (Sammle Hundchens Hinterlassenschaften bitte wieder auf!). Und so kommt denn manches Frauchen oder Herrchen auf so einem Spaziergang oftmals aus dem Bücken nicht mehr heraus.

Abendstimmung am Mark Twain Lake

Abendstimmung am Mark Twain Lake

 

Wolf Leichsenring

Gabriele & Wolf Leichsenring „Die Welt ist ein Buch. Und wer zu Hause bleibt, liest nur eine Seite darin“, lautet ein Spruch des weltoffenen Heiligen Augustinus (354-430 AD). Gabriele & Wolf Leichsenring sind lesefreudig. Mit einer einzigen Buchseite haben sie sich noch nie zufrieden gegeben. Wohnmobilisten seit nunmehr 30Jahren – und somit völlig „hoteluntauglich“ - blättern sie stetig im „Buch der Erde“, haben sich darin bereits recht vielfältige Kapitel erarbeitet. Sie reisen überall dorthin, wohin das Wohnmobil sie trägt. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, ihr WoMo auch einmal für eine längere Schifffahrt verladen zu lassen, z.B. nach Nordamerika. Seitdem sie ihren früheren beruflichen Pfaden (Lehrtätigkeiten) den Rücken gekehrt haben, stehen Langzeitreisen in fernere Ecken unseres Erdballs auf dem Programm. Mit der Zeit würden sicherlich viele der gewonnen Impressionen im Nebel der Erinnerungen verblassen oder gar gänzlich verschwinden. Um dem vorzubeugen, werden Berge von Fotos geschossen und regelmäßig Reiseberichte geschrieben. Damit nicht genug! Anfragen von Zeitungsverlagen ließen und lassen sie „live von unterwegs“ berichten. Blogs, sowohl auf der eigenen Website ( http://ga-wo.leichsenring.net/reisen/ ) wie auch schwerpunktmäßig für den Reisebuchverlag „traveldiary“, Hamburg, ergänzen das Schreibprogramm. Somit erscheint es dann nur konsequent, dass derartige Aktivitäten schließlich in der Publikation mehrerer Bücher mündeten mit den Themenschwerpunkten „Nordamerika“ und „Marokko“. Als gefragte Dozenten berichten sie in Form von DiaVorträgen über ihre Reisen, wobei die Zuhörerschaft sich entweder den eigenen Erinnerungen hingeben, auch einmal neue Pläne schmieden, ihren Wissensdurst stillen oder sich einfach in Träumereien fallen lassen kann. Bewährt hat sich Arbeitsteilung der beiden Globetrotter: Mit ausgeprägtem, motivsicherem Blick bannt Gabriele Leichsenring das Gesehene und Erlebte in ihre Kameras. Die entsprechenden Texte stammen aus der Feder von Wolf Leichsenring. Und so arbeiten sich diese neugierigen, vom Fernweh heimgesuchten Weltenbummler durch das dicke Buch des Globus‘. Wer aber auch eine andere – künstlerische – Seite dieser beiden Reiseautoren kennenlernen möchte, der rufe einfach deren weitere Website auf: http://ga-wo.leichsenring.net/kreativ/