On Tour 22-GB SCO „Ein flotter Dreier“

Aberdeen – Edingburgh – Inverness

Nach der Shetland-Einsamkeit geht es nun wieder hinein ins pulsierende Leben. Die Nachtfähre von Lerwick legt im Morgengrauen in Aberdeen an. Alles erscheint noch wie im Schlaf. Doch bald erwacht in den Straßen das Leben.

Ölhafen Aberdeen

Ölhafen Aberdeen

Aberdeen ist eigentlich hauptsächlich bekannt als Großbritanniens hauptsächlicher Ölhafen. Dem ist auch so, denn die Anfahrt auf und die Einfahrt in den Hafen ist gesäumt von Raffinerien, Versorgerschiffen für die Ölplattformen nebst den dazugehörigen Industrieanlagen. Also ist Aberdeen eine „häßliche“ Stadt? Mitnichten!

Der graue Granit, aus dem die meisten Innenstadthäuser gebaut sind, wirkt wohl saniert. Innenstadtplätze und Straßen laden zum Flanieren ein, besonders die umfangreiche Fußgängerzone. Zahlreiche, gut gepflegte Grünanlagen (z.B. West Burn mit Victoria Park oder Duthie Park) verleihen der Stadt einen Touch von parkähnlichem Aussehen. Und begrenzt wird das Ganze durch den malerischen River Don im Norden sowie dem nicht minder pettoresquen River Dee im Süden. Als

Granitenes Aberdeen

Granitenes Aberdeen

Aberdeen Universität

Aberdeen Universität

betrachtenswertestes Gebäude schält sich die Universität in Old Aberdeen heraus.

Nicht vergessen sollte man einen kurzen Abstecher hinauf zur Aberdeen Torry Battery mit einem hervorragenden Stadtrundblick.

Gen Süden, immer an der Ostküste, also Nordseeküste entlang, führt die gut ausgebaute Küstenstraße (A90, später A92) über Dundee Richtung Edinburgh. Sie nennt sich auch „Golf Küste“. In der Tat grenzt vielerorts ein Golfplatz an den anderen. Hier erfährt man auch, was die Bezeichnung „Golf“ eigentlich bedeutet. Typisch schottisch besagt der Begriff: „Gents only – Ladys forbidden“. Wir wussten es ja schon immer….

Unterwegs lohnt sich ein Stop in Stonehaven mit herrlicher Strandpromenade und grau-steinernem Stadtzentrum. Den Ort Dundee muss man mögen, um dort eventuell länger zu verweilen. Da lockt Edingburgh dann doch zu stark.

Edinburgh-Old Town

Edinburgh-Old Town

Was macht die Stadt so besonders? Wir empfinden es  als Flair: Schottlands Hauptstadt, geschichtsträchtig, unbeschreibliche Altstadt mit der Burg als Krönung, unermessliches Kulturangebot (nicht nur das einzigartige Military Tattoo). Edingburgh – City of Contrasts, wie sie sich auch gern selbst betitelt. Stimmt! Der Old Town steht die New Town gegenüber, wobei unter New Town die Stadtteile aus dem 18./19.Jh. verstanden werden. Völlig kontrastiv zur historischen Architektur zeigt sich das schottische Parlamentsgebäude mit seinem hypermodernen Aussehen.

Man gibt sich erfolgreich Mühe, dem Geschichtserbe gerecht zu werden und es auszustellen. Viele Museen und andere Kulturstätten bieten freien Eintritt. Ihre spektakuläre Lage am Firth of Forth mit den beiden Brücken (eine dritte ist im Bau und soll 2016/17dem Verkehr übergeben wrden) rundet das Bild ab. Die angebotenen Stadtrundfahrten

Edinburgh-Schottisches Parlament

Edinburgh-Schottisches Parlament

Firth of Forth Eisenbahnbrücke

Firth of Forth Eisenbahnbrücke

lohnen das Geld. Wir haben wieder die „Hop-On-Hop-Off-Version“ gewählt. Für £27 p.P. darf man 48Std. lang alle 5 themenbezogenen Fahrtrouten beliebig oft benutzen, zusätzlich eine 6. Route incl. 90 Min. Bootsausflug auf dem Firth of Forth. Da vergeht die Zeit dann wie im Fluge und man sagt schnell: Schade, dass die zur Verfügung stehende Zeit schon wieder vergangen ist.

Als „Tor zu den Highlands“ – so präsentiert sich Inverness. Sie liegen dem Besucher direkt zu Füßen. Kaum hat man die Stadt auf der A82 Richtung Loch Ness verlassen, türmen sich die Tausender Gipfel an beiden Seiten hoch, baumlos, grasig-kahl, oft in Nebel gehüllt. Loch Ness zieht allein schon wegen „Nessie“ dem Seeungeheuer ungeheuer viele Touristen an. Zahlreiche Ausflugsboote gehen vollbeladen auf den See hinaus, auf der touristischen Suche nach der Seeschlange. Mit der Fülle ähnlich ergeht es den beiden Castles „Urquhart“ bzw. „Eilean Donan“, gesuchte bis überlaufene Besichtigungsziele, egal bei welchem Wetter.

Inverness Castle

Inverness Castle

Und die Stadt selbst? Angenehm lebendig ohne Gedrängestress wie in Edingburgh. Natürlich überragt ein Castle mit herrlicher Aussicht auf den River Ness die Stadt. Uferwanderwege träumen in stiller Einsamkeit vor sich hin, als Uferwanderweg führt ein mehrere Kilometer langer Trail von bis zur Innenstadt auch über die wunderschönen Flussinseln. Oder aber, wer mag, kann von der Marina aus eine Dolphin Cruise auf dem Moray Firth unternehmen, mit fast 100% Delphinsichtungsgarantie. Inverness zu meiden hieße, Schönes und Wichtiges auszulassen.

Wichtig besonders auch deshalb, weil wenige Meilen von der Stadt entfernt, in Culloden schottische Geschichte geschrieben wurde. Allerdings bleibt die Epoche Mitte des 18. Jahrhunderts für Schottland wohl eher ein Trauma, bedeutete sie doch den Untergang der sogenannten „Highland-Clans“.

Inverness-Fußgängerzone

Inverness-Fußgängerzone

Inverness-River Ness

Inverness-River Ness

Nach anfänglichen Siegen einer bunt zusammengewürfelten Schottenarmee unter Führung von dem bereits vorher einmal erwähnten Bonnie Prince Charlie, folgte der „Schwarze Freitag“ (6.Dez.1746), an dem der ewige Erzfeind England die schottischen Truppen bei Culloden (Battlefield Besichtigungen) mal wieder vernichtend schlug. Ein weiteres Mal zerstäubte der Traum von der absoluten Unabhängigkeit! Richtig, so zerklüftet die Highlandregion daher kommt, so zerrüttet verlief Schottlands Geschichte – ein stetiges Auf und Ab.

Wolf Leichsenring

Gabriele & Wolf Leichsenring „Die Welt ist ein Buch. Und wer zu Hause bleibt, liest nur eine Seite darin“, lautet ein Spruch des weltoffenen Heiligen Augustinus (354-430 AD). Gabriele & Wolf Leichsenring sind lesefreudig. Mit einer einzigen Buchseite haben sie sich noch nie zufrieden gegeben. Wohnmobilisten seit nunmehr 30Jahren – und somit völlig „hoteluntauglich“ - blättern sie stetig im „Buch der Erde“, haben sich darin bereits recht vielfältige Kapitel erarbeitet. Sie reisen überall dorthin, wohin das Wohnmobil sie trägt. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, ihr WoMo auch einmal für eine längere Schifffahrt verladen zu lassen, z.B. nach Nordamerika. Seitdem sie ihren früheren beruflichen Pfaden (Lehrtätigkeiten) den Rücken gekehrt haben, stehen Langzeitreisen in fernere Ecken unseres Erdballs auf dem Programm. Mit der Zeit würden sicherlich viele der gewonnen Impressionen im Nebel der Erinnerungen verblassen oder gar gänzlich verschwinden. Um dem vorzubeugen, werden Berge von Fotos geschossen und regelmäßig Reiseberichte geschrieben. Damit nicht genug! Anfragen von Zeitungsverlagen ließen und lassen sie „live von unterwegs“ berichten. Blogs, sowohl auf der eigenen Website ( http://ga-wo.leichsenring.net/reisen/ ) wie auch schwerpunktmäßig für den Reisebuchverlag „traveldiary“, Hamburg, ergänzen das Schreibprogramm. Somit erscheint es dann nur konsequent, dass derartige Aktivitäten schließlich in der Publikation mehrerer Bücher mündeten mit den Themenschwerpunkten „Nordamerika“ und „Marokko“. Als gefragte Dozenten berichten sie in Form von DiaVorträgen über ihre Reisen, wobei die Zuhörerschaft sich entweder den eigenen Erinnerungen hingeben, auch einmal neue Pläne schmieden, ihren Wissensdurst stillen oder sich einfach in Träumereien fallen lassen kann. Bewährt hat sich Arbeitsteilung der beiden Globetrotter: Mit ausgeprägtem, motivsicherem Blick bannt Gabriele Leichsenring das Gesehene und Erlebte in ihre Kameras. Die entsprechenden Texte stammen aus der Feder von Wolf Leichsenring. Und so arbeiten sich diese neugierigen, vom Fernweh heimgesuchten Weltenbummler durch das dicke Buch des Globus‘. Wer aber auch eine andere – künstlerische – Seite dieser beiden Reiseautoren kennenlernen möchte, der rufe einfach deren weitere Website auf: http://ga-wo.leichsenring.net/kreativ/