Spendenlauf statt Demo

Kamerateam von Hamburg 1, Landungsbrücken HamburgDer 1. Mai ist ein Tag, an dem man irgendwie draußen ist. Wahrscheinlich wäre man das bei diesem Wetter auch an jedem anderen Tag gewesen, aber der 1. Mai animiert irgendwie besonders dazu. Schließlich ist es der „Tag der Arbeit“ an dem man, wie der Name schon saht – nicht arbeitet…?

Nun denn, eines jeden Jahres wird dieser Tag jedenfalls für Kundgebungen von Arbeitnehmervertretern, aber auch für sonstigerlei Aufmärsche genutzt.

Beides nichts, bei dem wir dabei sein mussten. Hingegen bei einem Spendenlauf.

Und obwohl die Tagestehmen am Abend erst einmal andere Bilder zeigten, so waren wir hier nicht allein. Auch ein Kamerateam von Hamburg 1 war beim Start dabei, ein Kamerateam von RTL sowie ein Team von Alsterradio begleiteten sogar die gesamte erste Etappe einer Wanderung, die von Hamburg bis ins Ruhrgebiet führen soll. Das alles nicht an einem Tag – und das auch nicht alles mit unserer Begleitung – aber das alles im Rahmen der beiden sozialen Projekte „Nicos Farm“ und „Nestwärme e.V.“.

Nestwärme auf der HVV-Fähre, HamburgSelbst Petra Moske, die Gründerin und Vorsitzende von Nestwärme ist aus Trier angereist, um beim Start an diesem zwar kühlen, aber sonnigen Hamburger Morgen dabei zu sein. Der Startschuss mit zahlreichen Ehrenamtlichen, Interessierten und behinderten Kindern fällt auf den St. Pauli Landungsbrücken und der erste Teil der heutigen Etappe fällt am leichtesten. Eine Fähre des HVV fährt uns elbabwärts und lädt uns nach rund 30-minütiger Fahrt in Finkenwerder, auf der anderen Elbseite wieder ab.

Dort schwindet allerdings, die schon gewonnene Hoffnung. Die Fährfahrt zählt leider nicht zur heutigen 27km langen Etappe hinzu – der Schrittzähler läuft erst hier, auf Süderelbeboden…

Bin ich ein Nestwärmer?Und bis dieser startet, warten wir erst noch einen Moment, schlendern über das hier im Aufbau befindliche Camp einer Pfadfindertruppe und warten auf weitere Teilnehmer sowie ein Verpflegungsfahrzeug, das uns begleiten soll. Begleiten entlang des Elbdeiches und durch die Apfelplantagen in Richtung Hittfeld. Ob wir die 27km schaffen… oder schaffen wollen…? Egal, jeder Kilometer zählt, denn jeder Kilometer ist mit einer Spende von 1 Euro für die ehrenamtlichen Vereinigungen verbunden. Also stoßen wir ins Horn, treten in die Wanderstiefel und machen uns auf in den Süden.

Ob wir am Ende der ersten Etappe angekommen sind? Ich glaube das wird keiner bezeugen können, zu abgelenkt waren sicherlich die Wandersleute, als sie dort von einem kleinen Musikfest und von Carsten Pape (dem mitwandernden Pendant des Hamburger Musikduos Lotto King Karl) begrüßt worden sind.

Für uns ging es jedenfalls irgendwann zurück und auf diesem Weg wollten wir uns doch nicht die Gelegenheit nehmen lassen, Hamburg noch einmal von seiner besten Seite kennenzulernen – bei wärmender Sonne und blauen Himmel – auf dem Wasser der Elbe in einer Fähre an der sich ständig verändernden Stadtfront vorbeischippernd…

Drei Nestwärmerinnen im Hamburger HafenÜbrigens, die gesamte Route der Wanderung ist auf www.inwendig-warm.de zu finden, mehr Infos zu Nestwärme e.V. gibt es unter www.nestwaerme.de und eine Fahrt mit der Fähre auf der Elbe gibt es jederzeit – günstig mit einem „Bus“ticket des HVV…

Jens Freyler